Beutlers Nachfolge

Die interimistische Co-Vizepräsidentin ist auch eine Favoritin

Die SP will ihren Sitz im Stadtrat verteidigen, doch eine klare Favoritin oder einen klaren Favoriten gibt es noch nicht.

Maria Sorgo (r.) begleitete gestern Yvonne Beutler bei ihrer Rücktrittsankündigung. Nun wird sie als deren Nachfolgerin gehandelt. Bild: Madleine Schoder

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Für die SP dürfte die Suche nach einer geeigneten Kandidatin für die Nachfolge von Yvonne Beutler nicht ganz leicht sein. Die Partei durchlebt einen gewissen Umbruch.

Das zeigte sich bereits am Vormittag, als klar war, dass ein Mitglied des Stadtrats zurücktreten würde, aber noch nicht, welches. Wen sollten die Medienschaffenden bei den Sozialdemokraten anrufen für Einschätzungen?

«Wir werden die Suche breit führen, auch ausserhalb des Gemeinderats.»

Der langjährige Parteipräsident Christoph Baumann war letztes Jahr zum Oberwinterthurer Schulpräsidenten gewählt worden und hatte sein Amt abgegeben. Seine langjährige Co-Präsidentin, die Nationalrätin Mattea Meyer, hatte ihm Januar angekündigt, ihr Amt weiterzugeben.

Der amtierende Co-Präsident Felix Steger wird im Sommer nach Taiwan auswandern. Und so kam es, dass Gemeinderätin Maria Sorgo bei ihrem ersten Auftritt als Interimspräsidentin gestern gleich zu einem grossen Publikum kam.

Die 33-jährige Pflegefachfrau und Psychologin sitzt seit 2014 im Grossen Gemeinderat und wird auch als Kandidatin für Beutlers Nachfolge gehandelt. Sie will dies nicht ausschliessen, betont aber: «Wir werden die Suche breit führen, auch ausserhalb des Gemeinderats.»

Für Männer wird es eng

Eins scheint klar, für Beutlers Nachfolge spricht vieles für eine weibliche Kandidatur. Sonst wäre Links-Grün mit drei Männern und nur einer Frau, Christa Meier (SP), im Stadtrat vertreten. Für Männer wird es eng, auch wenn die Partei mit Leuten wie Silvio Stierli oder Kantonsrat Andreas Daurù durchaus geeignetes Personal in der Hinterhand hätte. Neun Gemeinderätinnen stellen die Genossen derzeit.

Vier von ihnen sind noch kein Jahr im Amt, Astrid Erismann, Lea Jacot-Descombes, Elif Kaylan und die erst 28-jährige Pia Schoch. Drei der erfahrenen Kräfte, Beatrice Helbling-Wehrli (55), Regula Keller (57) und Gabriela Stritt (58), sind deutlich älter als die abtretende Stadträtin. Es bleibt von der Gemeinderatsfraktion einzig die Juristin Silvana Naef.

Von den national bekannten Politikerinnen hat Ex-Nationalrätin Chantal Galladé, die Schulpräsidentin des Kreises Stadt-Töss, jüngst zur GLP gewechselt. Nationalrätin Mattea Meyer hätte zweifellos die nötige Bekanntheit – mit ihren erst 32 Jahren gibt es für die Mutter einer zweijährigen Tochter aber auch keinen besonderen Zeitdruck.

Und für die Newcomerin Sarah Akanji, die bei den Kantonsratswahlen vor zwei Wochen ein Glanzresultat erzielte, wäre ein Aufstieg direkt in den Stadtrat gar steil. Der Kantonsrat ist für die 25-Jährige, die als Campaignerin bei der Partei arbeitet, das erste politische Amt überhaupt.

Korrekt: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Maria Sorgo als Interimspräsidentin bezeichnet. Das ist nicht korrekt, wie die SP mitteilt, ist sie interimistische CO-Vizepräsidentin. Die SP-Gemeinderätin Elif Kaylan ist zudem nicht Fachfrau Betreuung, wie ursprünglich geschrieben, sondern Fachfrau Gesundheit; sie ist erst ein Jahr im Gemeinderat und nicht länger. Die Altersangaben von Beatrice Helbling-Wehrli, Regula Keller und Gabriela Stritt waren für einen allfälligen Amtsantritt im Herbst berechnet, im Moment sind sie alle noch ein Jahr jünger, so wie es nun im Artikel steht. (bä) (Der Landbote)

Erstellt: 04.04.2019, 08:50 Uhr

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