Winterthur

Die misslungene Besetzung eines «Liebhaberobjekts» am Waldrand

Am Montag drangen Hausbesetzer in die Erb-Villa am Wolfensberg ein. Die Polizei war vor Ort und auf eine Räumung vorbereitet, doch die Sache liess sich im Gespräch regeln.

Steht seit Jahren leer und wurde am Montag kurz besetzt: die Erb-Villa am Wolfensberg. Foto: Marc Dahinden

Steht seit Jahren leer und wurde am Montag kurz besetzt: die Erb-Villa am Wolfensberg. Foto: Marc Dahinden

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Schon mancher Spaziergänger verweilte auf dem Wolfensberg bei der Villa mit grossem Tor und viel Moos an den Mauern. An vielen Stellen ist Zerfall sichtbar, man würde gerne ins Innere, hinter den überwucherten Garten sehen können. Das dachten sich am vergangenen Montag auch mehrere junge Hausbesetzer, die illegal in die leer stehende Liegenschaft eindrangen.

Wie es in einem anonym verfassten Bericht im Internet heisst, hätten sich die Hausbesetzer dazu entschlossen, «der Villa wieder etwas Leben einzuhauchen». Man sei kurzerhand eingezogen, um in der «Bonzenvilla» gemeinsam mit «möglichen Geistern und Gespenstern rumzuspuken».

Polizei alarmiert

Doch die Besetzung war nur von kurzer Dauer. Im Bericht, der von einer «Global Liberation Front – Zelle Wülflingen» signiert ist, wird von einem «Räumungskommando» der Polizei gesprochen. Und abschliessend heisst es: «Wir konnten uns unerkannt entfernen.»

13 Zimmer, ein Swimming Pool und natürlich die Weitsicht – so lauten die Verkaufsargumente.

Stadtpolizei-Sprecher Adrian Feubli bestätigt einen Einsatz der Stadtpolizei. Dieser habe am frühen Montagabend stattgefunden. Laut Feubli versuchte «knapp eine handvoll Personen» die Villa Wolfensberg zu besetzen, die Polizei sei vom Eigentümer informiert worden und habe dann vor Ort das Gespräch mit den Personen gesucht. Am Ende seien diese freiwillig abgezogen. «Wir mussten keine Verhaftungen durchführen.» Die Polizei sei mit einem entsprechenden Aufgebot ausgerückt da man sich «auf eine eventuelle Räumung» vorbereiten musste. Details nennt Feubli keine.

Die Stadtpolizei wurde schon länger nicht mehr mit einer missglückten oder auch erfolgreichen Hausbesetzung konfrontiert. «Die Lage ist ruhig, wir wissen nur von den schon seit längerem besetzten Liegenschaften», sagt Feubli.

Bald News zur Villa

Die Villa steht seit bald zwei Jahren mit einem Preis von knapp drei Millionen Franken zum Verkauf. 13 Zimmer, ein Swimming Pool und natürlich die Weitsicht – so lauten unter anderem die Verkaufsargumente des «Liebhaberobjekts». Das herrschaftliche Haus gehörte den Zwillingssöhnen von Rolf Erb. Der verstorbene Unternehmer war die Hauptperson im grössten Winterthurer Betrugsfall, zahlreiche Objekte flossen nach seiner Verurteilung in die Konkursmasse der Erb-Gruppe.

Die Villa am Wolfensberg wird derzeit vom Thurgauer Konkursamt verwaltet, dieses sucht auch einen Käufer. Offenbar wurde nun ein Durchbruch erzielt. Wie das Amt auf Anfrage bekannt gibt, will es in der zweiten Novemberhälfte über interessante Neuigkeiten rund um das Anwesen informieren.

Erstellt: 08.11.2019, 15:43 Uhr

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