Schülerstreiks

«Dürfen wir streiken, bitte?»

Die Winterthurer Kantonsschulen verlangen eine Leistung von den streikenden Schülern.

Mit Plakaten und Megaphon: Für den Klimaschutz gingen Schüler aus dem ganzen Kanton Zürich über die Bahnhofstrasse.

Mit Plakaten und Megaphon: Für den Klimaschutz gingen Schüler aus dem ganzen Kanton Zürich über die Bahnhofstrasse. Bild: PD

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Schon dreimal haben Schüler aus dem Kanton Zürich freitag­morgens für den Klimaschutz demonstriert. Eigentlich müssten sie in dieser Zeit die Schulbank drücken. In den Winterthurer Mittelschulen hat sich das Thema «Klimastreik» unterschiedlich ausgewirkt.

«Wir würdigen es, wenn ein Schüler sich fürs Klima engagiert», sagt Martin Bietenhader, Rektor der Kantonsschule Bühlrain. Mit seiner Aussage wolle er aber keinesfalls einen Freipass fürs Schuleschwänzen aussprechen. Vom Bühlrain seien «einige Schüler» nach Zürich gegangen, um zu demonstrieren. Zahlen hat Bietenhader nicht. Bei den ersten beiden Demos seien es noch sehr wenige gewesen, unterdessen sei das Interesse gewachsen. «Ich denke, es könnte ein Boom entstehen.» Er wolle aber verhindern, dass sich Mittläufer anschliessen, die sich eigentlich nicht für das Thema interessieren. Wenn der Streik zu einem Massenereignis wird, will das Bühlrain die verpasste Unterrichtszeit kompensieren, etwa mit einer Diskussionsrunde zum Klimaschutz. So würde sich auch zeigen, wer sich tatsächlich interessiert und wer bloss schwänzen will. Eine eingetragene Absenz gibt es auf Grund des Fernbleibens so oder so. «Es soll aber kein Grund sein, dass jemand deswegen die Schule verlassen müsse», versichert Bietenhader.

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Weltweit streiken derzeit Schülerinnen und Schüler, weil sie gegen das Versagen in der Klimapolitik protestieren wollen. Auch im Kanton Zürich gehen tausende Schüler auf die Strassen. Wie finden Sie das?





Ähnlich handhabt die Kantonsschule Rychenberg die Abwesenheiten. «Wir haben natürlich Verständnis für das An­liegen», sagt Rektor Christian Sommer. Auch hier soll das ­Schuleschwänzen für den Klimaschutz nicht zum Schulverweis führen. Bezogen auf die ersten Streiks sind dem Schulleiter keine Schüler bekannt, die auf die Strassen gingen. Doch das letzte Mal habe sich eine Gruppe von 150 bis 200 Schülern gebildet. «Sie haben uns um Erlaubnis ­gefragt», sagt Sommer. Eine solche hat die Schulleitung zwar nicht ausgesprochen, allerdings auch kein Verbot.

Vorschläge für die Schule

Am Morgen haben die Rychenbergler den Unterricht demnach verpasst, am Nachmittag waren sie zurück in der Schule. Nun erwartet Sommer aber etwas von seinen Schülern. «Wir wären froh, wenn sich eine Reflexionsgruppe gründen würde.» Diese soll dann Vorschläge ausarbeiten, wie sich die Schule betreffend der Umwelt besser verhalten könnte. Sommer hat auch schon eigene Vorschläge: «Unnötige Flugreisen zu vermeiden wäre eine Möglichkeit.»

In der Kantonsschule im Lee sieht es etwas anders aus. Laut Rektorin Rita Oberholzer hat es keine streikenden Schüler gegeben. Offen bleibt, ob in Einzelfällen stimmt, was im Absenzenheft eingetragen wurde.

Der nächste Klimastreik findet in Zürich am Samstag, 2. Februar statt. Dieses Mal also ausserhalb der Schulzeit, so erldeigt sich das Thema mit dem Schwänzen also für einmal. (Landbote)

Erstellt: 30.01.2019, 16:43 Uhr

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