Winterthur

Ein WC für den hippen Badeort am Weiher

Der mittlere der drei Walcheweiher ist zum beliebten Badeort geworden. Mit allen Folgen, die das mit sich bringt. Jetzt plant Stadtgrün dort eine grüne Toilette.

Böötlifahren, planschen, grillieren: Der mittlere Walcheweiher wird seit Jahren immer beliebter. An den bestehenden Unterstand soll nun ein Kompotoi-WC angebaut werden.

Böötlifahren, planschen, grillieren: Der mittlere Walcheweiher wird seit Jahren immer beliebter. An den bestehenden Unterstand soll nun ein Kompotoi-WC angebaut werden. Bild: Marc Dahinden

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Wer hin und wieder an Wochenenden zu den Walcheweichern wandert, trifft mit grosser Wahrscheinlichkeit auf ihn, den selbsternannten Grillmeister.

Ein junger Mann mit Schottenrock, währschaftem Schuhwerk und meist entblösstem Oberkörper sorgt sich um das Feuer vor dem Unterstand, hat reichlich Bier bei sich und ist die Freundlichkeit in Person, die schon mal eine Wurst wendet, die nicht seine ist, aber auf dem Grill zu verkohlen droht.

«Ich bin total begeistert, wie sich das dort entwickelt hat»

Der Platz am mittleren Walcheweiher ist seit der Auslichtung und Reinigung ein beliebter Ort geworden für Geburtstagsfeiern und Kinderkrippenelterntreffen, für Männer beim Grillieren und Damen beim abendlichen Bade. «Ich bin total begeistert, wie sich das dort entwickelt hat», sagt dazu Beat Kunz, der als Chef von Stadtgrün grünes Licht gab für diese Aufwertung eines vormals dunklen Forsts.

Weniger begeistert ist Kunz freilich von dem, was manche der Feiernden dort hinterlassen. Das meiste landet zwar schon im eigens eingerichteten Halbunterflurcontainer mit Füllstandsanzeige.

Ist der riesige Abfallkübel voll, geht automatisch eine Meldung an den Sammeldienst und der fährt dann zum Leeren vor. Weniger willkommen sind die Scherben, die rücksichtlose Partygänger hinterlassen, der Geruch, der sich an Bäumen manifestiert, und ganz unappetitlich sind Häufchen hinter Büschen.

Ein Kompotoi für wenig Geld

Damit diese Unsitte sich nicht noch weiter ausbreitet, haben Kunz und seine Leute von Stadtgrün entschieden, zum ersten Mal überhaupt ein Toilettenhäuschen in den Wald zu bauen.

Keine Spültoilette wie in der Stadt, die schnell Hunderttausende Franken kostet, sondern eine so genannte Kompotoi. Davon gibt es verschiedene Modelle; gemeinsam ist allen: sie brauchen weder Wasser- noch Kanalisationsanschluss, sie müssen nicht so oft ausgepumpt werden wie Toitois, gewartet werden die Kompotois laut einschlägigen Homepages ein- bis zweimal jährlich.

Kosten laut Kunz: rund 15 000 Franken. Geplant ist ein kleiner Anbau am bestehenden Unterstand. Das Baugesuch war kürzlich publiziert, bewilligt werden muss es nicht nur von den städtischen, sondern auch von den kantonalen Behörden. Denn bei den Walcheweihern handelt es sich rechtlich um ein Stauwerk.

Wasserpflanze breitet sich aus

Die Gefahr von Hochwassern war mit ein Grund für die Sanierung der Weiher vor fünf Jahren. Man liess das Wasser ab, siedelte die Krebse um, und das Quirlblättrige Tausendblatt, das sich stark ausgebreitet hatte, wurde zurückgestutzt. Mittlerweile ist es wieder zurück und schmälert den Badespass.

Das habe man auch festgestellt, sagt Beat Kunz, und man behalte die Situation im Auge. Dieses Jahr sei noch keine Intervention geplant, sollte sich die Wasserpflanze jedoch weiter ausbreiten, müsse man mit Ausrupfen beginnen oder andere Massnahmen ergreifen.

Die gute Botschaft dieser beim Schwimmen etwas unangenehmen Begleiterscheinung: Das Tausendblatt gedeiht nur deshalb so gut, weil das Wasser sauber ist.

(Der Landbote)

Erstellt: 12.07.2018, 16:07 Uhr

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