Persönlich

Ein neuer Blick auf die Musikfestwochen

Sandra Smolcic lebt in Zürich und kommt aus der Film-Szene. Und doch ist die neue Co-Leiterin der Musikfestwochen rasch Teil der «MFW-Familie» geworden.

«Mindestens eine Person kenne ich inzwischen, wenn ich durch die Steibi laufe»: Sandra Smolcic, die neue Co-Leiterin der Musikfestwochen.

«Mindestens eine Person kenne ich inzwischen, wenn ich durch die Steibi laufe»: Sandra Smolcic, die neue Co-Leiterin der Musikfestwochen. Bild: hit

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Aufgewachsen ist sie im Schwabenland, in Stetten im Remstal, hat in Lissabon Finnisch gelernt und spielt mittelmässig Ukulele. Dafür bäckt sie besonders gut. Zum Beispiel? «Chäsfüess!», platzt es aus Sandra Smolcic heraus, in leicht gefärbtem Züridüütsch. Das Rezept für den Partysnack kann sie inzwischen auswendig. Es ist eine Art Käsewähe bei der man mit Förmchen Füsschen aussticht. «Echt lecker!» Nun tritt die 34-Jährige in grosse Fussstapfen. Zusammen mit Dominic Schmid hat sie die Co-Leitung für die Musikfestwochen übernommen.

Vom Bild zum Ton

Vor zwei Jahren war sie das erste Mal an den MFW und sagt, sie habe sich sofort wohl gefühlt auf der Steibi. «Die Liebe zum Detail, die Schlemmerei und Anwohner, die vom Fenstersims aus die Konzerte schauen: Das war schon beeindruckend.» Seither habe sie immer mal wieder auf der Webseite geschaut, ob ein Job ausgeschrieben sei. Dass sie dann tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, habe sie erstaunt. «Ich, die Deutsche aus Zürich!»

«Ich wurde gut aufgenommen, es ist tatsächlich sehr familiär, und sehr gut organisiert.»Sandra Smolcic, neue Co-Leiterin der Musikfestwochen

Ausserdem kommt Smolcic ursprünglich aus der Filmszene. Sie hat drei Jahre lang am Zürich Film Festival als «Project Managerin Industry-Events» gearbeitet, sprich Anlässe für die Filmemacher organisiert. Schon in Tübingen, wo sie Romanistik und Kunstgeschichte studierte, war sie bei den Französischen Filmtagen und dem Cine Latino dabei. Den Konnex zur Musik fand sie später über Guerillaclassics, wo sie nach wie vor Teilzeit arbeitet. Der Verein organisiert Klassik-Konzerte dort, wo man sie nicht unbedingt erwartet, im Laden vor der Fleischtheke etwa, im Zoo oder in der Badi.

Minutiöse Einführung

Diesen Sommer half Smolcic erstmals bei den MFW mit, um das Team, Abläufe und Strukturen kennenzulernen. «Ich wurde gut aufgenommen, es ist tatsächlich sehr familiär, und sehr gut organisiert.» Ihre Vorgängerin, Laura Bösiger, habe sie herzlich, geduldig und äusserst minutiös eingeführt. «Ich habe viele lange Listen erhalten. Ich glaube, ich werde noch froh darum sein.» Als Helferin habe sie am liebsten mit dem Akkubohrer hantiert und «Dinge zusammengeschraubt.» In den nächsten Monaten kommen aber vor allem viele Sitzungen auf sie zu, in denen man zurück- und vorne blickt, auf die 45. MFW.

«Neu erfinden müssen wir die MFW nicht»Sandra Smolcic

Mit der Schlemmerei auf dem Kirchplatz und einer aufgeräumten Steinberggasse mit schlanker VIP-Tribüne haben ihre Vorgänger neue Akzente gesetzt. «Neu erfinden müssen wir die MFW nicht», sagt Smolcic. Allenfalls verbessere man das Angebot da und dort etwas. Zu ihren persönlichen Highlights zählt sie die Konzerte in der Stadtkirche, vor spezieller Kulisse. «Vielleicht könnte man da noch ausbauen?» Zu weit, das spürt man, mag sie sich nicht aus dem Fenster lehnen. Könnte sie wünschen, würden nächstes Jahr die US-Indie-Band The National oder La Femme aus Frankreich spielen. Und nach 2019 erneut: Kid Simius aus Granada aka Berlin (Dubstep-Club-Sound).

Zunächst will sie die Stadt noch etwas besser zu erkunden. Am Clubfestival und an der Jungkunst werde man sie sicher treffen. Überhaupt ziehe es sie inzwischen auch privat häufiger nach Winterthur. Als Zürcherin - das gibt sie offen zu - sei das vorher ein «sehr langer Weg» gewesen. Mittlerweile hat sie sogar schon Freunde gewonnen. Sie habe schon einige Angebote für eine Bleibe bekommen an den nächsten MFW, meist gefolgt von der leicht erwartungsvollen Frage: «Oder hast du selber schon eine Wohnung gefunden, hier in Winterthur...?».

Erstellt: 13.09.2019, 13:49 Uhr

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