Liebestrasse

Eine Chance für die Liebestrasse

Das Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse soll Ende Jahr nun doch nicht geschlossen werden. Die zuständige Kirchgemeinde zimmert an einer Zwischenlösung und sucht jetzt Geld. Auch die Stadt soll 70 000 Franken jährlich zahlen.

Damit das denkmalgeschützte Haus an der Liebestrasse weiterhin vermietet werden kann, ist die Kirchgemeinde auf die finanzielle Unterstützung der Stadt angewiesen.

Damit das denkmalgeschützte Haus an der Liebestrasse weiterhin vermietet werden kann, ist die Kirchgemeinde auf die finanzielle Unterstützung der Stadt angewiesen. Bild: Enzo Lopardo

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Die Hoffnung ist zurück an der Liebestrasse. Das Kongress- und Kirchgemeindehaus, das Ende Jahr hätte zugehen sollen, könnte nun doch weiterbetrieben werden. Andreas Schraft, der Präsident der zuständigen Kirchgemeinde Stadt, bestätigt entsprechende Pläne. Künftig sollen nur noch die Räume vermietet werden. Das gastronomische Angebot wird eingestellt.Schraft nennt den Vorschlag, der am 22. November vor diezuständige Kirchgemeindeversammlung kommt, eine «Zwischennutzung». Sie biete die Chance, das Haus nicht «einmotten» zu müssen. Die Kirchgemeinde würde dadurch Zeit gewinnen, um «eine langfristig tragbare Lösung» für das Gebäude zu finden, sagt Schraft. Auch die nötige Renovation würde bis zu diesem Zeitpunkt aufgeschoben. Schraft rechnet mit Kosten von bis zu 15 Millionen Franken, um den Bau der Architekten Brindler und Völki von 1913 zu modernisieren.

210 000 Franken sind nötig

Noch nicht abschliessend geklärt ist, wie ein Übergangsbetrieb finanziert würde. Selbst wenn sich das Angebot auf die Vermietung der Räume beschränkt, resultiert immer noch ein Defizit von rund 210 000 Franken pro Jahr. Die Kirchgemeinde Stadt könnte davon 70 000 Franken selbst tragen, sagt Schraft. Für den Rest habe man beim Stadtrat und beim Stadtverband der evangelisch-reformierten Kirchgemeinden Winterthur je ein Gesuch für einen Sockelbeitrag von 70 000 Franken eingereicht. Kommt die Finanzierung nicht zustande, bleibt es bei der Schliessung Ende Jahr.

Der Stadtverband wird voraussichtlich einen Antrag an die Zentralkirchenpflege stellen, die am 11. Dezember einen Entscheid fällen wird. Adrian Honegger, Sekretär des Stadtverbandes, sagt, es sei sehr wahrscheinlich, dass der Stadtverband diesen Beitrag gutheissen werde. Das Departement Kulturelles und Dienste, das Stadtpräsident Michael Künzle unterstellt ist, bestätigt vorderhand nur den Eingang des Gesuchs, will sich aber nicht weiter dazu äussern, da der Entscheid des Stadtrats aussteht.

«Wir brauchen eine Zwischennutzung, wenn wir das Haus nicht einmotten wollen.»Andreas Schraft, Präsident der Kirchgemeinde Stadt

Die Stadt könnte in Ergänzung zum Sockelbeitrag auch zu einer besseren Auslastung des Kirchgemeindehauses beitragen. Erst vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass die Stadt für Kaderanlässe Räume im Gebäude Gate 27 der Freien Evangelischen Gemeinde an der Theaterstrassezumietet. Die Liebestrasse liegt ebenso zentral. Laut Schraft entspricht das Geäude zudem technisch den Anforderungen, die heute an ein Kongresszentrum gestellt würden. «Unser Wunsch, dass die Räume genutzt werden, geht an alle Leute», sagt Schraft.

Ein Festsaal mit Fans

Dass die Kirchgemeinde nun doch für den Fortbestand ihres Kirchgemeindehauses kämpft, freut viele langjährige Nutzer, die sonst ohne ihren Veranstaltungsort dastünden. Zum Beispiel die Hülfsgesellschaft Winterthur, die am 19. November bereits zum 90. Mal das Altersfest durchführt. 300 bis 350 Seniorinnen und Senioren werden für einen Nachmittag mit Unterhaltungsprogramm und Zvieri in der Liebestrasse erwartet.

Man hoffe sehr, dass die Lösung der Kirchgemeinde gelinge und der Anlass auch im nächsten Jahr wieder an der Liebestrasse stattfinden könne, sagt Regina Speiser von der Hülfsgesellschaft. Das Gebäude, die zentrale Lage und die Grösse seien optimal. «Und der Festsaal ist wunderschön. Es wäre sehr schade, wenn dort nichts mehr stattfinden könnte.» (Landbote)

Erstellt: 01.11.2017, 17:07 Uhr

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