Lernwabe

Eine Wabe zum Lernen oder Entspannen

Die Erfindung einer Architektin soll eine Antwort auf die Raumprobleme der Schulen sein.

Nur für Schwindelfreie: Nach oben geht’s per Leitertreppe.

Nur für Schwindelfreie: Nach oben geht’s per Leitertreppe. Bild: PD

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Die besten Ideen kommen oft nicht aus dem stillen Kämmerchen, sondern werden von der Natur oder dem Arbeitsalltag inspiriert. Davon zeugt auch die neuste Erfindung der Winterthurer Architektin Daniela Bär der Planidee GmbH. Ihre «Lernwaben» sind sechseckig, haben Platz für einen kleinen Schreibtisch und maximal etwa drei Kinder. Und: Sie werden verschachtelt aufeinandergestapelt und erinnern dadurch an die Wabengebilde der Bienen.

Ideenursprung im Zeughaus

Mit den Lernwaben will Bär die aktuellen Raumprobleme der Schulen lösen. Es sei eigentlich nicht die einfachste Bauform, doch die Sechsecke würden sich gut zur effizienten Platznutzung eignen. «Das Bedürfnis der Kinder nach Rückzugsmöglichkeiten ist gross, die räumlichen Kapazitäten fehlen aber oft», sagt Bär. Vor etwa drei Jahren fertigte sie beim Umbau des Zeughauses die ersten Skizzen an.

Während Bär die Idee zunächst nicht weiter verfolgte, baute Marcel Hofmann, Lehrer der Privatschule SalZH im Zeughaus, kurzerhand eine Wabe für seinen Unterricht. Bald wurde eine Schule in Bern darauf aufmerksam, worauf sich Bär und Hofmann dazu entschieden, die Idee grösser zu vermarkten. Nun kommt die Sache gerade erst richtig ins Rollen. Diese Woche gab es die erste serielle Produktion. Sechs Schweizer Schulen aus Gemeinden wie Dietikon, Uster, Pfäffikon oder Ottoberg/TG gaben eine Bestellung auf, wobei ein Schulleiter gleich 14 Boxen kaufte. Die Preise variieren nach Material – eine fertige Holzwabe mit einem Durchmesser von 1,20 Metern kostet rund 1000 Franken, eine aus Karton 390 Franken. Einen Rabatt gibt es, wenn die Lehrer die Waben mit den Schülern selbst bauen.

«Die Schulkinder im Zeughaus sind begeistert von den Waben»Daniela Bär

«Die Schulkinder im Zeughaus sind begeistert von den Waben», sagt Bär. Dies wiederum sorge dafür, dass sie dem Schulalltag positiv entgegentreten würden. Die Lernwaben sollten sowohl als Rückzugsort für konzentriertes Lernen als auch «zum Chillen» in der Pause da sein. Hauptsache ungestört. Das ergibt sich schon nur dadurch, dass die Lehrpersonen kaum Zugang zu den oberen Boxen haben. Denn dorthin führt nur eine steile Leitertreppe. «Die höheren Etagen sind besonders beliebt bei den Kindern.»

Stillort oder Werbeträger

Die Bestandteile für die Holzwaben produziert eine Innenausbau-Firma in Illnau, während ein Fachhandel für Verpackungsmaterial in St. Gallen die Kartonwaben herstellt. Montiert werden sie von einem Schreiner aus Elsau. «Längerfristig müssen wir einen Weg finden, um die Waben möglichst günstig zu produzieren», sagt Bär.

Bär hat noch viele Ideen für die weitere Verwendung der Waben. «Ich stelle sie mir als Stillort für Mütter vor, als Rückzugsort am Flughafen oder als Werbeträger.» Auch witterungsbeständige Materialien seien denkbar, damit die Waben draussen eingesetzt werden könnten. (kel)

Erstellt: 02.09.2019, 17:15 Uhr

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