Winterthur

Einen Zauberwürfel in dreissig Sekunden lösen

Hier schlägt das Herz der Technikfans höher: Zwanzig Projekte aus drei verschiedenen Lehrberufen wurden am Freitag an der Vernissage der Mechatronik Schule Winterthur vorgestellt.

Rico Nachbur (links) und Joël Kuhn mit ihrem Rubik’s-Cube-Solver, der den Zauberwürfel in 25 bis 35 Sekunden löst.

Rico Nachbur (links) und Joël Kuhn mit ihrem Rubik’s-Cube-Solver, der den Zauberwürfel in 25 bis 35 Sekunden löst. Bild: Marc Dahinden

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Von einer Powerbank, die in einem Etui integriert ist, bis zum Roboter, der Kaffee serviert: An der Projektvernissage der Mechatronik Schule Winterthur (MSW) sind Technikbegeisterten richtig. Jedes Jahr nach den Frühlingsferien stellen die Abschlussklassen der MSW ihre besten Projekte vor. Die insgesamt zwanzig Exponate kommen aus den Bereichen Automation, Elektronik und Polymechanik und wurden am Donnerstag von drei Jurys bewertet. Am Freitag stellten die Lehrlinge ihre Arbeiten an der Projektvernissage vor. Insgesamt werden neun Gewinner ausgezeichnet, drei pro Berufsgruppe.

500 Franken für den 1. Platz

Ein Zauberwürfel weist rund 43 Trilliarden verschiedene Farbkombinationen auf. Die Anlage der Automatiker Joël Kuhn und Rico Nachbur bezwingt den Würfel zwischen 25 und 35 Sekunden. Mithilfe von sechs Armen, die an den Würfelseiten befestigt sind, mischt die Maschine den Würfel zuerst, um ihn dann richtig zusammenzusetzen. Je simpler das Ausgangsmuster desto schneller wird der Würfel gelöst.

Ein Jahr lang haben die beiden an der Maschine gearbeitet. Hauptbestandteile: Zwei Kameras, welche die Farben erkennen, sechs Schrittmotoren und 7500 Zeilen Programm-Code. Für die Entwicklung des Algorithmus haben sich Joël und Rico eine neue Programmiersprache angeeignet. «Das Projekt wurde gut umgesetzt», sagt Michael Screta, Berufsschullehrer und Projektbegleiter der Automatiker. Bereits andere Jahrgänge hätten dieses Projekt anvisiert, jedoch sei es «noch nie so gut gelöst worden.»

Der Roboter braucht nur 30 Sekunden, um den Zauberwürfel zu lösen. Video: Michael Graf

Der «Rubik’s-Cube-Solver» belegte den 1. Platz bei den Projektarbeiten der Automatiker. Joël und Rico erhalten dafür 500 Franken Preisgeld. Die Erstplatzierten im Bereich Polymechanik sind Andreas Steinemann und Anton Egger mit ihrer «Phonestation», mit dem jede Schülerin und jeder Schüler während der Unterrichtszeit das Handy laden kann. In der Berufsgruppe Elektronik hat das Projekt Levitron von Flavio Felder und Pedrag Dimitrijevic gewonnen. Levitron, eine Art Mini-Podest, kann das Thema Magnetismus veranschaulichen, indem es einen Permanent-Magneten in einem Magnetfeld schweben lässt.

Kaffee serviert bekommen

Kaffee trinken – ohne dass man den Becher selbst berühren muss. Robin Hüppi und Alex Lecadito, die zweitplatzierten Automatiker, haben einen Roboter gebaut, der einem einen Kaffee macht. Auf einem Bildschirm kann die gewünschte Menge an Zucker und Milch eingegeben und die Kapsel ausgesucht werden.

So serviert der Roboter den Kaffee. Video: Michael Graf

Dann wird der Kaffee in einer Vitrine zubereitet: Ein Roboterarm wirft eine Kapsel in die Kaffeemaschine, greift sich einen Kaffeebecher und stellt ihn unter die Kaffeemaschine. Danach schwenkt er zum Milchschäumer und fügt dem Kaffee Milch und Zucker hinzu. Am Schluss stellt ihn der Roboterarm ab, bereit zur Entnahme. So ensteht ein Kaffee, der «genau den Wünschen des Kunden entspricht.»

Aber können Joël und Rico den Zauberwürfel auch ohne automatische Hilfe lösen? «Für das Projekt habe ich mir das beigebracht», sagt Rico. Jedoch sei die Maschine wahrscheinlich schneller. (Landbote)

Erstellt: 17.05.2019, 17:43 Uhr

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