Sicherheit

Engpass bei den Velokursen

Wegen steigender Schülerzahlen konnten Velokurse in 17 Schulklassen noch nicht durchgeführt werden. Die Stadtpolizei will auf keine Kurse verzichten und sucht nach einer Lösung.

Zu wenig Personal bei der Stadtpolizei: 17 Schulklassen konnten nicht wie gewohnt über die Gefahren im Strassenverkehr aufgeklärt werden.

Zu wenig Personal bei der Stadtpolizei: 17 Schulklassen konnten nicht wie gewohnt über die Gefahren im Strassenverkehr aufgeklärt werden. Bild: mad/Archiv

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Im Sicherheitsbericht der Stadt Winterthur findet man fast nur grüne Ampelsymbole: Massnahmen auf Kurs. Im Bereich Verkehrsinstruktion hingegen stehen die Ampeln auf Rot: «Korrekturmassnahmen sind dringend nötig», steht da. «Die Instruktionen an den Schulen konnten wegen der stetig steigenden Anzahl an Schul- und Kindergartenklassen nicht mehr wie vorgesehen durchgeführt werden.»

«In 17 Schulklassen konnte der Verkehrsunterricht nicht wie geplant durchgeführt werden»Michael Wirz, Mediensprecher Stadtpolizei Winterthur

Die vier Verkehrsinstruktoren der Stadtpolizei sind für rund 600 Schul- und Kindergartenklassen verantwortlich. «In 17 Schulklassen konnte der Verkehrsunterricht nicht wie geplant durchgeführt werden», sagt der Mediensprecher der Stadtpolizei, Michael Wirz. Bei 14 fünften Klassen mussten halbtägige Veloausbildungen, die vor den Sommerferien geplant waren, auf das nächste Schuljahr verlegt werden. Bei einer vierten Klasse musste der praktische Unterricht im Verkehrsgarten ebenfalls verschoben werden, wie auch in zwei Sonderklassen.

Ausserdem konnte laut Wirz dem Wunsch nach einem zweiten jährlichen Besuch in den Kindergärten nicht entsprochen werden, und auch der Besuch einer dritten Oberstufenklasse sei schon länger geplant, aber musste immer wieder zurückgestellt werden.

Kindergarten bis Oberstufe

Die Unterrichtseinheiten sind der jeweiligen Altersstufe angepasst. Kindergärtler lernen die Fussgängerregel «Warte, luege, lose, laufe» in der Theorie und in einer praktischen Schulung. In der Unterstufe heissen die Kursthemen «Wenn die Kinder Räder bekommen» oder «Diese Signale muss ich kennen».

 «Die Verkehrsinstruktion ist für alle Klassen sehr wichtig.»Michael Wirz, Stadtpolizei Winterthur

In der dritten und vierten Klassen werden Geschicklichkeitsübungen sowie das Linksabbiegen geübt. Die Velofahrschule im Quartier findet in der fünften Klasse statt und endet mit der Veloprüfung in der sechsten Klasse. In der Oberstufe behandeln die Verkehrsinstruktoren die Folgen eines Verkehrsunfalls und sicheres Verhalten im Strassenverkehr. Die Unterrichtseinheiten umfassen in der Regel zwei Lektionen pro Schulstufe. «Die Ausbildung der kleinsten Verkehrsteilnehmer liegt uns besonders am Herzen», sagt Wirz. Grundsätzlich wolle aber man bei keiner Altersstufe auf den Verkehrsunterricht verzichten. «Die Verkehrsinstruktion ist für alle Klassen sehr wichtig.»

Viel mehr Klassen

Die Zunahme der Schülerzahlen von 9000 auf 11000 Schüler innert der letzten zehn Jahre und die veränderten Schulstrukturen gestalten die Terminierung zusehends aufwendiger, sagt Wirz. Momentan wolle die Stadtpolizei in einer vertieften Studie herausfinden, wie das Problem behoben werden könne. «Wir müssen uns fragen, welches die Hauptaufgaben der Verkehrsinstruktoren sind und welche Angebote nicht dazugehören und eventuell auch gestrichen werden könnten.» Das betreffe vermutlich hauptsächlich administrative Aufgaben, sagt Wirz. Ein Beispiel dafür sei die Administration der Schulweghilfe, die künftig vom Departement Schule und Sport übernommen werde. Ansonsten müssten als weitere Lösungsmöglichkeit die derzeitig vierhundert Stellenprozent aufgestockt werden. «Wir sind daran, eine gute Lösung zu finden, ohne auf essenziellen Verkehrsunterricht verzichten zu müssen.»

Lehrer sind kein Ersatz

Aufgrund von Personalmangel seitens der Verkehrsinstruktion hätten in der dritten Klasse einige Lehrer bei der Fahrausbildung im Verkehrsgarten mitgeholfen. «Dass Lehrer in Zukunft die Aufgaben der Verkehrsinstruktoren übernehmen, kommt aber nicht infrage», sagt Wirz.

Erstellt: 11.07.2019, 15:49 Uhr

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