Thurgau

Ermittlungen gegen die ehemalige Biorender AG

Die Firma, in der auch ein früherer Stadtwerk-Chef Einsitz hat, ist im Fokus des Veterinäramts.

Die Biorender AG ging 2014 Konkurs, nun steht ihre Nachfolgerin im Fokus von Ermittlungen.

Die Biorender AG ging 2014 Konkurs, nun steht ihre Nachfolgerin im Fokus von Ermittlungen. Bild: Archiv

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Die Biogasproduzentin Bima Energie AG mit Sitz in Münchwilen soll tierisches Material ohne Bewilligung verwendet haben. Seit mehreren Wochen laufen Ermittlungen des Thurgauer Veterinäramts gegen die Firma. Konkret soll die Bima Energie AG tierische Nebenprodukte zu Biogas verarbeitet haben, die der höchsten Risikokategorie zugeteilt werden. Für die Biogasnutzung wäre aber nur der Umgang mit tierischen Produkten der zweithöchsten Risikokategorie erlaubt. Diese Risikoeinteilung des Bundes wurde nach dem Auftreten der Erkrankung BSE (Rinderwahn) verschärft und soll deren Verbreitung verhindern.

Das Veterinäramt äussert sich «aufgrund des Amtsgeheimnisses» nicht, eine Auskunftsperson bei der betroffenen Firma bestätigt aber die Ermittlungen und damit Informationen der «Thurgauer Zeitung». Eine offizielle Antwort gibt es nicht, aber dem Vernehmen nach weist die Firma die Vorwürfe zurück.

Unschöne Erinnerungen

Bei der Bima Energie AG handelt es sich um die Nachfolgefirma der Biorender AG – die Fleischvergärungsanlage war ein betriebswirtschaftlicher Flop und ging nach mehreren defizitären Jahren 2014 in Konkurs. Die Stadt Winterthur verlor damals als Miteigentümerin mehrere Millionen Franken. Nach dem Ende von Biorender übernahmen mehrere bekannte Köpfe die Anlage und gründeten die Bima Energie AG. Im Verwaltungsrat sitzt unter anderen Christian von Burg, von 1995 bis 2011 Direktor von Stadtwerk Winterthur.

Was die aktuellen Ermittlungen für die Firma bedeuten könnten, ist unklar. Wenn ein Veterinäramt Verstösse in Bezug auf tierische Nebenprodukte feststellt, kann es in schweren Fällen die Betriebsbewilligung entziehen und eine Strafanzeige formulieren. In milden Fällen kann die Bewilligung mit Auflagen versehen werden.

Erstellt: 23.07.2019, 18:42 Uhr

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