Kantonsrat

Frauen bleiben wohl in Unterzahl

Obschon der Kantonsrat erst im März 2019 gewählt wird, haben alle grösseren Winterthurer Parteien ihre Kandidierenden bereits nominiert. Ein Blick auf die Listen zeigt: Die Männer geniessen fast überall eine bessere Ausgangslage.

13 Vertreterinnen oder Vertreter darf Winterthur nächsten März in den Kantonsrat wählen.

13 Vertreterinnen oder Vertreter darf Winterthur nächsten März in den Kantonsrat wählen. Bild: Johanna Bossart

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Elf Männer und zwei Frauen vertreten heute den Wahlkreis Winterthur Stadt im Kantonsrat. Nur die SP und die EVP stellen mit Susanne Trost Vetter und Barbara Günthard Fitze eine Frau.An dieser Konstellation dürfte sich auch nach der Wahl im März nicht allzu viel ändern. Die meisten amtierenden Kantonsräte treten wieder an. Ausnahmen gibt es jedoch. Der nicht in Winterthur wohnhafte BDP-Kantonsrat Marcel Lenggenhager kandidiert auf einer anderen Liste und die beiden SVP-Vertreter Walter Langhard und Rolando Keller legen ihr Amt nieder.

Die SVP hat sich diesmal sichtlich bemüht, auch Frauen auf die Liste aufzunehmen. Gewinnt die SVP keinen Sitz zu ihren drei bestehenden hinzu, wird aber wohl höchstens einer SVP-Kandidatin die Wahl gelingen. Die besten Chancen haben Maria Wegelin, die heute in der Schulpflege Stadt-Töss sitzt, und Susanna Lisibach, Frau des ehemaligen Stadtrats Josef Lisibach. Wegelin startet von Listenplatz 3 aus, Lisibach von Platz 5. Interessant wird zu beobachten sein, ob Franco Albanese seinen Sitz halten kann. Er hat im Laufe der Legislatur von der CVP zur SVP gewechselt und der SVP so vorübergehend einen vierten Sitz beschert. Er ist überdies der einzige amtierende Kantonsrat aus Winterthur, der zugleich im Grossen Gemeinderat sitzt.

Auch die SP muss voraussichtlich zu den drei bestehenden Sitzen einen vierten gewinnen, falls eine zusätzliche Frau die Wahl schaffen soll. In aussichtsreichster Position auf dem vierten Listenplatz liegt Sarah Akanji, welche die Frauenabteilung des FC Winterthur gegründet hat.

Kleine Parteien mit dünner Personaldecke

Jeweils einen Sitz im Kantonsrat haben aktuell die Parteien FDP, Grüne, GLP, EVP, BDP und AL. Fast alle liebäugeln nach eigenen Aussagen mit einem Sitzgewinn. Während an den Listenspitzen ausser bei der EVP überall Männer stehen, befinden sich auf der Lauerposition zumeist Frauen. Es sind Namen, die politisch Interessierten bereits bekannt sind. Carola Etter-Gick (FDP), Renate Dürr (Grüne) und Katrin Cometta (GLP). Vor allem kleine bis mittlere Parteien setzen auf den ersten Listenplätze auf Personen, die bereits Parlamentserfahrung haben, wohl auch in Ermangelung von Alternativen. Die CVP etwa, die ihren Sitz durch Albaneses Wechsel faktisch verlor, setzt die Gemeinderäte Andreas Geering und Iris Kuster Anwander an die Listenspitze. Bei der EVP finden sich auf den Plätzen zwei bis fünf alle vier amtierenden Gemeinderäte und auch auf der GLP-Kantonsratsliste sind alle aktuellen Winterthurer Parlamentsmitglieder vertreten. Bei den grösseren Parteien SP und SVP scheint die Personaldecke etwas dicker. Sie portieren auf den ersten Listenplätzen Personen, die nicht im Gemeinderat politisieren.

Offiziell noch keine Liste präsentiert haben die Kleinparteien BDP, EDU, AL und Piraten. Für die AL sitzt aktuell Manuel Sahli im Kantonsrat. Er werde sicher wieder antreten, sagt er auf Anfrage. Die Plätze hinter ihm seien aber noch nicht bestimmt.

Auch die BDP Winterthur wird wieder antreten wie Wahlkampfleiter Hansruedi Knöpfli sagt. 2015 wurde eher überraschend Marcel Lenggenhager gewählt, der gar nicht in Winterthur wohnt. Er tritt bei den nächsten Wahlen auf der Liste des Bezirks Uster/Dübendorf an. Den Spitzenplatz der BDP Winterthur nimmt Knöpfli selbst ein.

Für die Partei dürfte es schwierig werden, den Sitz zu verteidigen. Sie gewann ihn 2015 nur äusserst knapp. Kommt hinzu, dass die BDP Winterthur eine schwierige Zeit hinter sich hat. Die einzige Gemeinderätin Yvonne Gruber wechselte wegen Unstimmigkeitenden mit der Leitung zur FDP.

EDU und Piraten gelang 2015 kein Sitzgewinn. Die EDU liess die Frage unbeantwortet, ob sie erneut antreten wird. Anders die Piraten. Sie werden 2019 auf eine Liste verzichten. Der Aufwand sei wegen der vielen Wahlkreise gewaltig und die Erfolgschancen «wegen der undemokratischen 5-Prozent-Hürde» gering.

Dafür zwei Winterthurer Regierungsrätinnen?

Einen kleinen Trost gibt es für die Winterthurer Frauen. Sie mögen im Kantonsrat schlecht vertreten sein, dafür treten gleich zwei Frauen aus Winterthur mit guten Wahlchancen für den Regierungsrat an: Jacqueline Fehr (SP, bisher) und Natalie Rickli (SVP, neu). (Der Landbote)

Erstellt: 14.10.2018, 16:21 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!