Wülflingen

Freude und ein Friedensangebot, der Frohsinn kehrt zurück

Die Neubebauung des Frohsinnareals kann noch dieses Jahr starten; der Rekurs ist vom Tisch. Die Bevölkerung Wülflingens bekommt ein neues Dorfzentrum. Und für jene, die gleichwohl Bedenken haben, hat der Stadtrat ein offenes Ohr.

Blick aus Richtung Eulach: Ganz links ein Neubau, in der Mitte das alte Bauernhaus, rechts das neue Gartencafé.

Blick aus Richtung Eulach: Ganz links ein Neubau, in der Mitte das alte Bauernhaus, rechts das neue Gartencafé. Bild: PD

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Für den Stadtrat und insbesondere für die Liegenschaften-Vorsteherin Yvonne Beutler (SP) ist die Meldung von gestern ein Grund zur Freude. Der Rekurs, der das Frohsinn-Projekt verzögerte, wurde zurückgezogen, der Stadtrat hat den 9-Millionen-Kredit bewilligt, und Beutler sagt dazu: «Der Frohsinn ist ein schönes Projekt, das den heutigen Schandfleck in einen neuen Begegnungsort für die Wülflinger Bevölkerung verwandeln wird.»

Stefaninis Geschenk

Schandfleck mag ein etwas gar starkes Wort sein, Tatsache aber ist: Das zentral und eigentlich idyllisch gelegene Areal zwischen Wülflingerstrasse und Eulach dümpelt seit Jahrzehnten vor sich hin, die Aufenthaltsqualität ist gleich Null, doch viele Autofahrer schätzen die Parkplätze.

Früher, so erzählt man sich, als der alte «Frohsinn» noch stand, sei das ganz anders gewesen: Da ging dort die Post ab. Doch 1970 brannte das Restaurant, Jahre später wurde es abgebrochen. Eine weitere Liegenschaft gehörte Bruno Stefanini, zerfiel im Laufe der Jahre zur Ruine, und alle Träume und Pläne zur Umgestaltung des Areals zerschlugen sich. Bis Stefanini 2012 den Weg freimachte, indem er der Stadt (vor allem der Wülflinger Bevölkerung) die Liegenschaft schenkte.

2015 organisierte die Stadt einen Projektwettbewerb, die Idee der Winterthurer Architekten Rohrbach Wehrli Pellegrino obsiegte, doch wie gesagt: Der Rekurs eines Nachbarn bremste die Bauerei. Doch nun geht es endlich an die Ausführungsplanung, im Oktober ist Baustart, im Sommer 2020 soll alles fertig sein.

Das Projekt ist bekannt und bleibt unverändert: Das Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert wird für 3,2 Millionen saniert und wieder bewohnbar gemacht, östlich und westlich davon entstehen zwei Neubauten, die rund 5 Millionen Franken kosten. In den drei Gebäuden wird es zehn Mietwohnungen haben, Verkaufsräume, ein Café mit Gartenwirtschaft sowie einen Multifunktionsraum.

Stein des Anstosses

Über eben diesen Raum ist in Wülflingen ein Streit entbrannt. Obschon er nur 31 Quadratmeter misst, oder gerade weil er so klein ist. Das ärgert einige Wülflinger Vereine und Aktivisten. Der «Landbote» berichtete über diese Klagen: Der Raum sei winzig, entspreche nicht den Bedürfnissen der Vereine, habe kaum Infrastruktur und sei zudem zu teuer, 1000 Franken Miete pro Monat. Der Brief des Wülflinger Forums an der Stadtrat war scharf formuliert und warf diesem in einigen Passagen sogar Wortbruch vor.

Inzwischen ist in Wülflingen die Antwort aus dem Superblock eingetroffen, und die kann man als Friedensangebot lesen. Es ist dem Stadtrat offenbar bewusst, dass der multifunktionale Raum für die Bedürfnisse vieler Vereine eigentlich zu klein ist, er müsste mindestens doppelt so gross sein. Sollte er «als Quartierraum definitiv nicht genutzt werden können», so der Stadtrat, suche man halt eine andere Verwendung. Kommt er aber doch noch in Frage für die Quartierorganisationen, «könnte er auch noch angepasst werden». Allerdings ist die Grösse fix, Anpassungen wären nur punkto Einrichtung denkbar.

Wülflingens Nachholbedarf

Auch in Sachen Finanzierung lässt der Stadtrat die Tür ein Stück weit offen: Bildet sich in Wülflingen eine passende Trägerschaft und resultiert ein konkreter Nutzen für die Bevölkerung, könne man wie in anderen Stadtteilen eine Leistungsvereinbarung abschliessen. Schliesslich zeigt der Brief des Stadtrats auch noch einen neuen Vorschlag, wie der Wunsch nach Quartierräumen erfüllt werden könnte. Die städtische Quartierentwicklung habe nämlich festgestellt, dass Wülflingen vergleichweise wenig Freizeitanlagen und niederschwellige Räume für die Bevölkerung habe. Die städtische Fachstelle werde deshalb mit den Quartierorganisationen die Idee eines grösseren, vielseitig nutzbaren Raums vorantreiben. (mgm)

Erstellt: 17.05.2018, 16:56 Uhr

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