Winterthur

Herrschaftlich wohnen am Heiligberg

Das Militär ist ausgezogen, der Kindergarten soll folgen: Die Stadt möchte die Villa Frohberg wieder zum Wohnhaus umbauen. Das ist nur eine von vielen kleinen Änderungen an Richtplan und Zonenordnung.

Zentral wohnen und doch im Grünen: Aus der Villa Frohberg soll der Kindergarten mittelfristig ausziehen. Foto: Madeleine Schoder

Zentral wohnen und doch im Grünen: Aus der Villa Frohberg soll der Kindergarten mittelfristig ausziehen. Foto: Madeleine Schoder

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Sie liegt wenige Fussminuten vom Hauptbahnhof entfernt mit Blick in einen grosszügigen Park: Die Villa Frohberg am Fusse des Heiligbergs. Vor ziemlich genau 150 Jahren baute ein Spross der Familie Reinhart die Backsteinvilla, inzwischen gehört sie, wie der ganze Park, der Stadt Winterthur.

Und diese will das Gebäude nun umzonen, zur Wohnzone. Im Februar 2018 wurden die Büros der Panzer- und Infanteriebrigade geräumt, und auch der städtische Kindergarten Frohberg wird auf mittlere Frist ausziehen. Dann gibt es keine öffentliche Nutzung mehr.

Einen Auszugstermin gibt es noch nicht. Der Stadtrat will nach den Frühlingsferien über das Geschäft befinden. Klar ist: Klappt die Umzonung und der Umbau, können hier Wohnungen entstehen, die zu den schönsten im städtischen Portfolio gehören, vergleichbar mit der 2016 sanierten Villa Büel auf der anderen Seite des Heiligbergs.

Einfacher zum Gründach

Die Umzonung ist Teil eines ganzen Pakets kleinerer und mittelgrosser Änderungen an der Bau- und Zonenordnung (BZO) und dem kommunalen Richtplan. Die Unterlagen liegen ab heute für 60 Tage öffentlich auf. Die letzte Teilrevision fand 2014 statt. Politischer Sprengstoff verbirgt sich der Teilrevision kaum, dafür viele kleine Änderungen und Anpassungen.

So wurden beispielsweise die Vorschriften zur Flachdachbegrünung angepasst, mit der Absicht, Hausbesitzern das Begrünen ihrer Dächer zu erleichtern. «So wird Regenwasser zurückgehalten und, durch den Kühleffekt, das Stadtklima verbessert», sagt Bauvorsteherin Christa Meier (SP).

Eine kleine aber anschauliche Massnahme betrifft die Altstadt. Neu wird für die öffentlichen Durchgänge in der BZO vorgeschrieben, dass sie offen zu halten sind, und nur bei wichtigen Gründen Ausnahmen bewilligt werden können.

Entsprechende Anfragen gibt es von den Anwohnern und Hauseigentümern immer wieder, sagt Meier. «Sie möchten die Passagen nachts schliessen, weil sie von Passanten in der Dunkelheit gemieden werden und es gelegentlich Probleme mit Lärm und Littering gibt.» Darüber könnte künftig der Stadtrat entscheiden.

Das planerische Kleinklein

Ansonsten finden sich viele kleine Einzelprojekte in der Teilrevision. In Stadel gab es einen Abtausch von Landwirtschafts- und Kernzone, damit eine Scheune zum Wohnhaus umgebaut werden kann. Am Mattenbach wird, beim Schulhaus Büelwiesen in Seen, im Zuge der Renaturierung eine Gewässerabstandslinie angepasst.

Die Sportanlage und das Flugfeld Hegmatten in Oberwinterthur werden auf Weisung des Kantons von Freihalte- in Erholungszone umgezont. Im Sulzer-Areal werden zwischen Kesselhaus und Halle 53 die Mindestwohnanteile aufgehoben.

Und strengere Energievorschriften für Arealüberbauungen, Terrassensiedlungen und Gestaltungsplan-Gebiete, die der Stadtrat bisher per Dienstanweisung regelte, werden in die BZO geschrieben. Bis 25. Juni können beim Amt für Städtebau Einwände eingereicht werden.

Gesamtrevision als Ziel

Das letzte Mal komplett revidiert wurde die BZO im Jahr 2000. Weil sich die Stadt Winterthur seither stark entwickelt hat, will der Stadtrat mittelfristig eine Gesamtrevision vorlegen. Auf der Grundlage der Resultate des Projekts «Winterthur 2040» will er bis Ende Jahr «Leitideen für die räumliche Gestaltung der Stadt» erarbeiten. (Der Landbote)

Erstellt: 25.04.2019, 18:11 Uhr

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