Klimastreik

Heute wird auch in Winterthur protestiert

Ein rund 40-köpfiges Team hat für Winterthur den ersten Klimastreik organisiert. Das Motto lautet «laut, bunt, fröhlich, politisch, friedlich». Die Veranstaltenden hoffen auf einen grossen Aufmarsch.

Junge Demonstranten machen beim Stadthaus mit Plakaten auf die Klimademo aufmerksam.

Junge Demonstranten machen beim Stadthaus mit Plakaten auf die Klimademo aufmerksam. Bild: Marc Dahinden

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Am Samstag findet erstmals ein organisierter Klimastreik in Winterthur statt. Um 14 Uhr marschiert die Bevölkerung von der Steinberggasse Richtung Grabenplatz und Stadthausstrasse zum Bahnhofplatz, dann weiter über die Technikumstrasse und die untere Vogelsangstrasse bis zum Ausgangspunkt am Neumarkt. Dort findet im Anschluss ein Openair mit mehreren Bands statt.

Viel Werbung gemacht

Linus Stampfli, der mit rund 40 weiteren Engagierten den Anlass organisiert, erwartet 2000 bis 3000 Personen. Eine Schätzung sei schwierig, doch habe man insbesondere für das anschliessende Konzert weit über die Stadtgrenze hinaus geworben und hoffe, dass die Demonstrierenden aus Zürich dazustossen.

Ziel ist es, im öffentlichen Raum dringende Gesellschaftsanliegen einzufordern. So halten sich die Organisations-Komitees an die basisdemokratisch beschlossenen Forderungen: «Wir fordern, dass die Schweiz den nationalen Klimanotstand ausruft. Wir verlangen, dass die Schweiz bis 2030 im Inland Netto-Null-Treibhausgasemissionen ohne Einplanung von Kompensationstechnologien hat. Und wir wollen Klimagerechtigkeit.»

«Der Westen hat überdurchschnittlich profitiert von den fossilen Brennstoffen.»Linus Stampfli, Organisator Klimastreik Winterthur

Neben den Bemühungen im eigenen Land habe die Gesellschaft auch eine Verantwortung gegenüber dem globalen Süden, sagt Stampfli: «Der Westen hat überdurchschnittlich profitiert von den fossilen Brennstoffen. Es ist unsere Verantwortung– als Länder, die bis heute den Grossteil der gesamten Treibhausgas-Emissionenverursacht haben –einen Weg aus der sich anbahnenden Klimakatastrophe zu weisen.» Und schliesslich dürfe Klimapolitik nichtauf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden.

Die Klimastreik-Aktivistinnen wollen ihre Anliegen durchaus politisch, in jedem Fall aber friedlich einfordern, wie es im Werbeslogan heisst.Sie sind inspiriert von ihrem Vorbild Greta Thunberg, der 16-jährigen Aktivistin aus Schweden, die seit letztem Sommer jeden Freitag für den Klimaschutz streikt.

Polizei vor Ort

Auch die Stadtpolizei, die den Demonstrationszug bewilligt hat, erwartet keinen Radau. «Wir sind in ständigem Dialog mit den Veranstalterinnen und Veranstaltern», sagt Sprecher Adrian Feubli. Die bisherigen Demos in anderen Schweizer Städten seienweitgehend friedlich verlaufen, weshalb es keinen Grund gebe, von etwas anderem auszugehen. Die Polizei bereite sich dennoch vor und sei mit uniformierten und zivilen Kräften vor Ort. Wie üblich gibt sie aber keine Details zum Sicherheitsdispositiv bekannt.

Ebenfalls ein Thema ist die Abfallentsorgung. «Die Organisatoren wurden angehalten, keine Transparente, Plakate und sonstigen Objekte liegen zu lassen», so Feubli. Man dürfe aber davon ausgehen, dass die Teilnehmenden besonders darauf achteten, möglichst wenig Abfall zu hinterlassen.

Die Stadtpolizei rechnet im Zeitraum der Demonstration mit Verkehrsbehinderungen und Verspätungen auf den Buslinien. Sie empfiehlt den Verkehrsteilnehmenden, das Stadtzentrum zwischen 14 und 16.30 Uhr weiträumig zu umfahren.

Das will die Klimajugend von der Politik. Video: Enzo Lopardo, Michael Graf, Martin Steinegger (Landbote)

Erstellt: 05.04.2019, 15:14 Uhr

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