Winterthur

Hier würde auch James Bond seinen Kaffee bestellen

Der IT-Unternehmer Christian Schwengeler hat zusammen mit seiner Partnerin Sabrina Edenhofer die Passion zum Geschäft gemacht. An der Metzggasse verkauft er 16 ausgewählte Kaffeesorten.

Schwarzes Gold in Gold: Christian Schwengeler im Laden.

Schwarzes Gold in Gold: Christian Schwengeler im Laden. Bild: Marc Dahinden

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Es dürfte die kleinste Gartenwirtschaft der Stadt sein: An der Metzggasse 16 mitten in der Altstadt steht hinter einem Mauervorsprung seit einigen Wochen ein Tischchen. Dank der prominenten Lage ist es dennoch nicht zu übersehen. Und wer das Lokal dahinter betritt, merkt schnell: Auch drinnen, wo nur wenige Tische mehr stehen, geht es nicht um Quantität.

Das Kaffee ist unscheinbar, doch vor allem an Markttagen gut besucht. Bild: mad

Vielmehr dreht sich im Kaffeefachgeschäft «Kaffeeleben» alles um Qualität, teils sogar um allerhöchste Qualität. Sorgfältig wurde der Laden im Erdgeschoss in den letzten Monaten renoviert und die Hunderte Jahre alten Grundmauern freigelegt.

Süsslich, würzig, schokoladig: Die eine Seite des Raumes schmücken edle Bohnen-Behältnisse mit Sorten wie Guatemala Antigua Los Volcanes oderEthiopia Wild Forest Kaffa, letzterer kommt in seiner ursprünglichen wilden Form nur noch dort vor. Gegenüber der Auswahl mit aktuell 16 Sorten steht ein schicker Verkaufstresen mit Kaffeemaschinen und -mühlen.

Angeboten wird exklusiver Kaffee. Bild: mad

Eine Kaffeesorte, die besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist «Jamaica Blue Mountain». Nussig und leicht süsslich schmeckt der Kaffee und ist vor allem eine Rarität; die Pflanzen wachsen auf bis zu 2000 Metern Höhe an den Bergen Jamaikas und verschifft wird der Kaffee in Holzfässern. In einem Ian Fleming-Roman geniesst James Bond die Sorte als den «besten Kaffee der Welt», mit knapp 20 Franken für 100 Gramm gehört er auch zu den teuersten Kaffees der Welt.

Internet-Pionier und Kaffee-Aficionado

Geführt wird Kaffeeleben von Sabrina Edenhofer und Christian Schwengeler. Sie war lange Jahre Anwaltssekretärin und hat für das Café ihren Job gekündigt, er ist ein in Winterthur bekannter IT-Unternehmer, der als Internet-Pionier unter anderem das Startup SwissGuide gründete und noch immer die Firma Anthrazit führt, welche ebenfalls an der Metzggasse 16 Zuhause ist.

«Für Mischungen, die man beim Grossverteiler kauft, werden oft auch un- oder überreife Kaffeebohnen verwendet und Sorten aus aller Welt zusammengeführt, auf einer solchen Basis kann auch der beste Röster keine hochwertige Röstung erzeugen»Christian Schwengeler

Schwengeler entwickelt mit seinem Team eGovernment-Lösungen für Gemeinden, unter anderem kommt der App-Auftritt der Stadt Winterthur von Anthrazit. Seit Jahrzehnten ist Schwengeler aber auch ein Kaffee-Aficionado, probierte sich durch zahlreiche Sorten und hat seit längerem auserlesene Röster seines Vertrauens.

Vor einem Jahr hatte das Paar dann die Idee: Das eigene Kaffeefachgeschäft, mit edlen Bohnen, die vor allem Liebhaber zu schätzen wissen. Die Bohnen kommen mindestens aus derselben Region, teils sogar von einer Plantage. «Für Mischungen, die man beim Grossverteiler kauft, werden oft auch un- oder überreife Kaffeebohnen verwendet und Sorten aus aller Welt zusammengeführt, auf einer solchen Basis kann auch der beste Röster keine hochwertige Röstung erzeugen», sagt Schwengeler.

«Wir wollen eine eigentliche Kaffee-Community aufbauen.»Christian Schwengeler

Vor Ort kann derzeit der Hauskaffee getrunken werden, die «Sanduhr-Mischung», namensgebend war der Schriftzug «Haus zur Sanduhr», der an der Metzggasse 16 prangt. Geplant ist zudem, eine der anderen Sorten jeweils einen Monat lang auch im «Offenausschank» anzubieten. Denn einfach ein paar Bohnen zu mahlen ist nicht ohne weiteres möglich, zu diffizil ist die tägliche Einstellung der Kaffeemühlen, bis der richtige Geschmack getroffen wird.

Obwohl die Inhaber bisher auf Werbung verzichtet haben, läuft das Geschäft. «Vor allem an den Markt-Tagen ist das Lokal voll», sagt Sabrina Edenhofer. Der Verkauf und die Beratungen seien etwas, das «einfach nur Spass» mache. «Auch wenn wir im letzten halben Jahr nur etwa zwei freie Tage hatten.»

Und mit dem Café gibt es weitere Pläne: Christian Schwengeler lässt sein IT-Knowhow auch hier einfliessen, bereits steht ein Online-Shop und ein Mitgliederbereich. «Wir wollen eine eigentliche Kaffee-Community aufbauen.»

Mehr Infos: Kaffeeleben.ch

Erstellt: 28.06.2019, 13:42 Uhr

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