Kultur

Im Werk 1 zieht ein Museum ein

Das «Museum Schaffen» hat mit der Halle 1013 auf dem Sulzerareal einen ersten Standort zur Zwischennutzung gefunden und bereits ein erstes Projekt gestartet – mit 50 Kindern.

Stefano Mengarelli und Andrea Keller in der Halle 1013, dem vorläufigen neuen zu Hause des Museum Schaffen.

Stefano Mengarelli und Andrea Keller in der Halle 1013, dem vorläufigen neuen zu Hause des Museum Schaffen. Bild: Stefan Kubli

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die «Kulturstadt Winterthur» wird noch ein bisschen musealer. Auf der Grossbaustelle Werk 1 auf dem Sulzer-Areal richtet sich das Museum Schaffen des neu ausgerichteten Stadtmuseums Lindengut ein. Dies in der denkmalgeschützten Halle 1013, für knapp zwei Jahre bis im Sommer 2019.

Mit dem Langzeitprojekt «Raum Schaffen» starteten die Macher um Leiter Stefano Mengarelli und Andrea Keller auf dem Areal allerdings schon diesen Monat. 50 Kindergärtner und Primarschüler aus dem Tössfeldquartier besuchten die Werk 1-Baustelle und legten mit Hammer und Meissel gleich selber Hand an.Das entspricht dem Konzept der «partizipativen Museumsarbeit», gemäss dem die Besucher Ausstellungen inhaltlich teils sehr direkt mitgestalten können – oder gar selber Teil eines langfristigen Projektes werden. Im Mai 2018 ist der nächste von mehreren Klassen-Besuchen geplant. «Die Kinder sollen die Baustelle und die Entstehung eines neuen Quartiers so hautnah miterleben und auch über ihre eigene Entwicklung nachdenken können», erklärt die Kommunikationsverantwortliche Andrea Keller.

Mit dem Begriff «schaffen» lässt der Verein zwar inhaltlich bewusst Freiräume. Der Schwerpunkt ist mit dem Thema «Arbeit» ist aber klar gesetzt. Die städtische Geschichte solle «aus dem Blickwinkel des menschlichen Schaffens in allen Facetten und Epochen» erzählt werden, heisst es im Editorial des letzten Newsletters.

Halle 53 wird wieder frei

Nach der ersten Finanzspritze von 480 000 Franken aus dem kantonalen Lotteriefonds vor zwei Jahren – die Stadt beteiligt sich mit 140 000 Franken jährlich –, blieb es erst einmal ruhig um das Museum Schaffen, das vom Historischen Verein Winterthur getragen wird. Dann wurde bekannt, dass es zwischen April bis Oktober die Halle 53 beim Katharina Sulzer-Platz für eine Ausstellung reserviert hat. Diese Reservation ist nun storniert. «In der Halle 1013 können wir länger bleiben, diese gratis nutzen und damit mehr in die in die Ausstellungen investieren», sagt Keller.

Ursprünglich war der Verein anfangs Jahr mit einer Sponsoringanfrage an die Arealbesitzerin und Baufirma Implenia AG herangetreten. Statt Geld bot man dort die kostenlose Zwischennutzung an, um als Kooperationspartnerin «über den Veränderungsprozess – vom ehemaligen Industrieareal zum zentralen, urbanen Stadtteil – zu informieren», wie sie auf Anfrage schreibt.

Nach dem Startschuss mit der Baustellenvisite folgt im Herbst das nächste Projekt. Dann geht es in die Winterpause und im Mai 2018 wieder los. Platz bietet die Halle mit 2000 Quadratmeter für die Aussteller genug, und industrielles Flair ebenfalls. Früher war dort die Kesselschmiede der Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM untergebracht.

Die Baute ist denkmalgeschützt und ungeheizt, verfügt aber über Strom und Wasseranschlüsse. Sie steht auf dem Baufeld 4a, auf dem sich künftig die ZHAW als Ankermieterin mit ihren Hauptsitz verlegen soll.

Kaum angekommen ...

Baustart auf dem Werk 1-Areal ist wohl frühstens Mitte 2018. Auf dem Baufeld 3, Ecke Jäger-/Tössfeldstrasse enstehen Miet- und Eigentumswohnungen. Parallel läuft die Planung für den öffentlichen Hauptplatz, wo die Fabrikkirche weichen musste. Auch das «Museum Schaffen» muss sich schon bald wieder nach einem neuen Standort umsehen, was dort keine Panik auslöst. Man werde nichts überstürzen. (hit)

Erstellt: 27.07.2017, 18:38 Uhr

Artikel zum Thema

Gewinner und Verlierer bei den neuen Kultursubventionen

Winterthur Der Stadtrat will die Beiträge an die Kulturvereine und -organisationen neu verteilen. Bei einem letztjährigen Jubilar sind happige Abstriche geplant. Mehr...

Durch Abriss zum Rekordplatz

Winterthur Die Fabrikkirche auf dem Sulzer-Areal muss dem sogenannten Dialogplatz weichen. So wollen es die Experten. Durch den Abriss soll der grösste Platz der Stadt entstehen. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben