Winterthur

Kevin—bei dir zu Haus

Ein junger Winterthurer hat einen neuartigen Einbruchschutz entwickelt. Mit Licht und Lärm soll «Kevin» Einbrecher abschrecken.

Der Winterthurer Julian Stylianou mit seinem «Kevin».

Der Winterthurer Julian Stylianou mit seinem «Kevin». Bild: Marc Dahinden

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Im Film «Kevin — Allein zu Haus» verteidigt der achtjährige Kevin sein Zuhause gegen zwei trottelige Einbrecher. Mit ausgeklügelten Tricks und Fallen schlägt er das Einbrecherpärchen schlussendlich in die Flucht.

Vom Zürcher Start-up «mitipi» entwickelt, wird Kevin jetzt zum virtueller Mitbewohner, der — analog zum Film — Einbrecher abschrecken soll. Kevin sieht aus wie ein kleiner, dreieckförmiger Lautsprecher und wiegt ungefähr ein Kilo.

Promovideo. kickstarter.com

Mit Lichtspielen und Geräuschen soll er Dieben den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Er simuliert beispielsweise den imaginären Mitbewohner, der sich den Film «Kung Fu Panda» anschaut. Der Einbrecher hört die Kampfschreie, sieht die Schattenspiele an der Wand und denkt, dass jemand vor dem Fernseher sitzt.

Opfer fühlen sich unwohl

Der 31-jährige Winterthurer Informatiker Julian Stylianou hat das Start-Up mit Sitz im Technopark mit drei anderen gegründet. Die Idee zu Kevin kam ihm, als er bei einer Versicherung arbeitete. «Aus Sicht der Versicherungen gibt es in jedem Haushalt drei grosse Risiken: Feuer, Wasser und Einbruch. Davon ist Einbruch das, was am meisten emotional belastet», sagt Stylianou.

«Von den Risiken eines Haushalts ist Einbruch das, was die Leute am meisten emotional belastet»Julian Stylianu,
über seine Beweggründe

Zuerst wollte er eine App programmieren, die Einbruchsopfern beim Kontakt mit Behörden und Versicherungen hilft. Im Gespräch mit Betroffenen sei ihm dann aber klar geworden: «Das grösste Problem für die Opfer ist nicht der finanzielle Schaden, sondern dass Einbrecher mit Gewalt in ihre Privatsphäre eindringen.» Opfer fühlten sich nach einem Einbruch oft nicht mehr wohl, schliefen nicht mehr gut.

Steuerung via App

Gesteuert werden kann Kevin via App, von überall her. Hinter dem virtuellen Mitbewohner steckt ein Algorithmus, der aufgrund verschiedener Variablen wie Zeitzone, Tageszeit und Wetterdaten logische Aktivitäten zusammenstellt. So gibt Kevin um die Mittagszeit Koch- und Küchengeräusche von sich. Hat eine Familie einen Hund als Haustier, imitiert Kevin Hundegebell.

Die ersten Tests waren laut Stylianou erfolgreich. Eine Testperson installierte Kevin bei sich, ohne dass er seiner Freundin davon erzählt hatte. Als diese am Abend nach Hause kam, dachte sie, ihr Freund sie bereits im Wohnzimmer. «Wir sind auf dem richtigen Weg.» Kevin soll Ende Jahr für knapp 400 Franken auf den Markt kommen.

Crowdfunding läuft

Die grösste Hürde muss das Start-up noch nehmen: Am Dienstagnachmittag lancierten sie eine Crowdfunding-Kampagne auf dem amerikanischen Portal Kickstarter. Nur wenn die Jungunternehmer innert 35 Tagen Vorbestellungen in der Höhe von 50 000 Franken erhalten, spricht ein Investor das weitere Geld.

(Der Landbote)

Erstellt: 30.01.2018, 15:19 Uhr

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