Winterthur

Kreditgeschäfte ziehen Sulzer ins Machtfeld des Kremls

Ein bedeutendes Aktienpaket des Traditionsunternehmens Sulzer könnte neu an Russland fallen. Grund ist eine russische Finanzspritze für den Investor Viktor Vekselberg.

Gehört Sulzer bald den Russen?

Gehört Sulzer bald den Russen? Bild: mad

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Sulzer-Aktien sind vermutlich als Kreditpfand für russische Staatsbanken eingesetzt worden. Damit besteht nun eine grundsätzliche, wenn auch geringe Möglichkeit, dass der russische Staat in den Besitz von Sulzer kommt.

Viktor Vekselberg und seine Zürcher Beteiligungsfirma Renova Management stehen seit April auf der Sanktionenliste der US-Regierung. Das betrifft auch die Kreditgeber von Vekselbergs Firmen, darunter zwei Bankenkonsortien, die dem russisch-ukrainischen Oligarchen zusammen rund eine Milliarde Franken ausliehen. Federführend ist in den beiden internationalen Bankenkonsortien die CS, massgeblich beteiligt die UBS.

Grösste Bank Russlands

Die USA hatten den Kreditgebern bis zum 5. Juni Zeit gegeben, um das Geld zurückzufordern. Dann werden die US-Sanktionen in Kraft treten. Vekselberg war somit vorerst zahlungsunfähig, zumal die Banken auch seine Firmen- und Privatkonten sperrten.

Am Pfingstwochenende jedoch bestätigten die Konsortien, dass Vekselberg den Milliardenkredit zurückgezahlt hat. Zwei russische Banken haben Vekselberg die nötige Summe geliehen. Beide Banken gehören dem russischen Staat. Darunter ist die Sberbank, die grösste Bank Russlands.

Beim Kreditgeschäft Vekselbergs und seiner Renova mit Russland bleibt nun eine entscheidende Frage offen. Die Kredite von den Konsortien unter der Führung der CS waren mit Aktien von Schweizer Unternehmen im Besitz von Vekselberg gesichert gewesen.

Das heisst, wenn die Kredite nicht zurückbezahlt­­ ­worden wären, hätten die Banken Aktien erhalten, auch solche von Sulzer. Es ist laut einem Insider wahrscheinlich, dass auch die neuen Kredite der russischen Staatsbanken mit Sulzer-Aktien garantiert sind. (Der Landbote)

Erstellt: 23.05.2018, 08:59 Uhr

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