Sommerferien

Kreta knapp vor Mallorca

Der Touristenstrom schwenkt dieses Jahr von Südwesten nach Südosten. Vor allem griechische Inseln rechnen diesen Sommer mit Rekordzahlen. Daneben wird der Norden immer beliebter.

Blick aus den Höhlen von Matala an der Südküste Kretas auf den Strand.

Blick aus den Höhlen von Matala an der Südküste Kretas auf den Strand. Bild: Pixabay

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Ein Sandstrand soll es sein, mit warmem, klarem Wasser. Liebespaare tauchen zusammen in die Wellen, Eltern lesen, dösen, ­Kinder buddeln im Sand. Dazu Lecker­bissen vielleicht vom Grill, Wein, Sonnenuntergang. Kurzum: Badeferien am Mittelmeer sind auch im Sommer 2018 der grosse Renner.

Für Badeferien besonders angesagt ist im Schweizer Reisemarkt Griechenland. «Das Land bietet Reisenden eine grosse Vielfalt», sagt Michèle Hungerbühler von Hotelplan. Neben klassischen Strandferien gebe es auch Kulturstätten zu besichtigen: «Denken Sie nur an die Akropolis.» Die Winterthurer folgen diesem grossen Trend im Wesentlichen.

Inseln führen die Beliebtheitsskala an, vor allem griechische Inseln. Markus Flick von Kuoni und Helvetic sagt: «Kreta schlägt dieses Jahr als beliebteste Ferien­insel Mallorca in einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Insel im Süden Griechenlands gilt als sehr familienfreundlich. Kos liegt auf Platz drei.» Vom grossen Touristenboom nach Griechenland fällt auch etwas ab für Zypern, eine weitere Insel, auf der Griechisch gesprochen wird. All­gemein gibt es wieder eine Verschiebung vom westlichen ins östliche Mittelmeer. Das stellen beide Reiseveranstalter fest.

Wohin fahren Sie in die Ferien? Strassenumfrage in der Winterthurer Altstadt

Die Südtürkei, Tunesien und Ägypten verzeichnen einen besonders hohen Anstieg. Flick sieht hier eine Trendwende. Laut Hungerbühler hat sich die Be­sucherzahl in Ägypten in einem Jahr verdoppelt. «Dies aber immer noch auf sehr tiefem Niveau.» Flick wiederum sagt: «Das Vertrauen in die Sicherheit dieser Länder ist wieder gewachsen.» Sie punkten mit sehr preiswerten Angeboten.

Mallorca und allgemein Spanien bleiben trotz dieser neuen Trends weiterhin sehr beliebte Ziele für Sommerferien. Gerade die anhaltende Nachfrage nach «sol y playa» (Sonne und Strand) erlaubt es dem Land, allmählich die Preise hochzuschrauben. Laut Hungerbühler ist Mallorca dieses Jahr um neun Prozent teurer geworden. «Zudem gibt es weniger Flugverbindungen auf die Ferieninsel, seit Air Berlin pleitegegangen ist.» Mallorca selbst kommt die Entwicklung gelegen. In letzter Zeit protestierten Einheimische gegen den Touristenstrom, der ihre Insel überflutet. Mallorca möchte sich auf einer höheren Preis- und Qualitäts­stufe bewegen als bisher.

Der Reisemarkt Winterthur zeigt nur kleine Abweichungen vom grossen Trend. Luciano Barco vom Reisebüro Scorpio sagt: «In Winterthur ist Mallorca nach wie vor der Renner. Wenn die Ur­lauber anderswo hinfahren, dann nur, weil die Insel ausgebucht ist. In Kreta gibt es gegenwärtig einfach mehr freie Hotelzimmer.» Die Insel ist auch viel grösser als Mallorca (8261 gegenüber 3604 Quadratkilometern).

Barco bestätigt aber, dass Griechenland und Zypern auch immer mehr Touristen aus der Region Winterthur anziehen. Vom Trend in die nahöstlichen Länder merkt das Winterthurer Reise­büro noch wenig. Viele Ferien­reisende finden es auch politisch nicht in Ordnung, in die Türkei oder nach Ägypten zu reisen. Politische und auch ökologische Überlegungen spielen auf dem Reisemarkt durchaus eine Rolle.

Ein Hoch bei Reisenden erlebt der Norden. Angesichts heimischer Hitzewellen mögen es nicht mehr alle Reisenden ganz so heiss. Scorpio verkauft immer mehr Reisen auf den norwegischen Postschiffen, auf den so­genannten Hurtigruten (flinken Routen).

Blick in die Tiefe auf einen Fjord in Norwegen. Bild: Pixabay

Doch nicht nur die skandinavischen Länder mit ihren Seen und Wäldern, Fjorden und Gletschern verzeichnen einen wachsenden Besucherstrom. Bei Kuoni liegt auch Schottland im Trend. Island wiederum mausert sich fast schon zum Mallorca des Nordens. Nach einem sprunghaften Anstieg der Besucherzahlen vor zwei Jahren sind laut Flick die Hotelkapazitäten dort an eine Grenze gelangt.

Wochenenden in der Schweiz, seien es Städte, Seen oder Berge, sind bei Hotelplan ein Nischenprodukt, das sich gut entwickelt. Für den Reisemarkt zählt die Schweiz eher zum Norden. Genauso Kanada. Dort und in den USA bietet Kuoni als Spezialität Reisen im Wohnmobil an. Auch das zieht dieses Jahr. Die Plätze sind längst alle ausgebucht.

Viele Winterthurer reisen gerne nach Frankreich und Italien. Diese Nachbarländer der Schweiz tauchen in den Statistiken jedoch nicht auf. «Sie werden vor allem von Individualtouristen besucht», sagt Barco. Geheimtipps hat er übrigens keine auf Lager: «Die Menschen reisen überall hin. Der Planet ist erschlossen.» (Landbote)

Erstellt: 11.07.2018, 11:45 Uhr

Sommer 2018

Das sind die Top 10

Die beliebtesten Reiseziele der Schweizer, die bei einem Reiseveranstalter gebucht wurden:

1. Kreta
2. Mallorca
3. Kos
4. Zypern
5. Schottland
6. Island
7. Schweden
8. Norwegen
9. Finnland
10. Vancouver

(Quelle: Touristik Suisse)

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