Baupolizei

Mehrere Gutachten zu blockiertem Bauprojekt

Für den geplanten Neubau gegenüber dem Zentrum Töss wurden mehrere Gutachten erstellt, es geht unter anderem um Asbest und «unliebsame Überraschungen» im Untergrund.

Gebundener Asbest und eventuell verschmutzte Erde: Die Coop-Filiale und das Wohnhaus darüber (links) an der Zürcherstrasse 135 sollen abgerissen werden.

Gebundener Asbest und eventuell verschmutzte Erde: Die Coop-Filiale und das Wohnhaus darüber (links) an der Zürcherstrasse 135 sollen abgerissen werden. Bild: Johanna Bossart

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Die Baublockade hält nun schon Jahre an: Das Gebäude der Coop-Filiale gegenüber dem Zentrum Töss an der Zürcherstrasse sollte eigentlich längst abgerissen sein, doch das städtische Baupolizeiamt musste schon drei Gesuche der Besitzerin abweisen. Aktuell liegt das vierte Baugesuch bei der Stadt öffentlich auf.

Nach den drei ersten Gesuchen hat die Besitzerfirma Neugut Immobilien und Verwaltungs AG aus Dübendorf nun das renommierte Winterthurer Architekturbüro Rothen mit der Planung beauftragt. Entworfen hat dieses einen grossen Quaderbau mit Innenhof und dem Projektnamen «Small World». Zur Strasse hin werden Ateliers und Gewerberäume zu liegen kommen, im hinteren Teil des Gebäudes sind auf fünf Stockwerken dutzende, eher günstige Wohnungen geplant. Diese Aufteilung ist der massiven Lärmbelastung durch die Zürcherstrasse geschuldet.

Einst Hochhaus geplant

Eine Lärmanalyse war nicht das einzige Gutachten, das für den Neubau bestellt werden musste. Auch auf Schadstoffe hin wurde die bestehende Liegenschaft untersucht. Und tatsächlich wurden im Wohnbereich, der heute über der Coop-Filiale im Erdgeschoss thront, gebundenes Asbest und andere Schadstoffe gefunden. Eine Gefahr besteht für die Bewohner nicht, aber beim Abriss werden deswegen Mehrkosten in Höhe von mehreren zehntausend Franken resultieren.

«Unliebsame Überraschungen sind nicht auszuschliessen»

Geologische Gutachter nahmen zudem Messungen im Untergrund vor. Sie verweisen auf eine allfällige Verschmutzung des Aushubmaterials, da früher auf dem Gelände eine Tankstelle betrieben wurde, deren Dach heute noch vorhanden ist. «Unliebsame Überraschungen sind nicht auszuschliessen», heisst es in diesem Zusammenhang im Bericht.

Grundsätzlich dürfte dieses vierte Baugesuch aber gute Chancen haben, auch tatsächlich umgesetzt zu werden. Die Coop-Filiale bleibt je nach Beginn der Bauarbeiten noch mindestens bis Ende Jahr oder auch länger geöffnet.

Nicht umgesetzt werden somit die ursprünglichen Pläne für das Areal. Anfänglich war ein «Tor zu Winterthur» geplant. Ein 60 Meter hohes Wohnhochhaus hätte zusammen mit dem Zentrums-Hochhaus vis-à-vis an der Zürcherstrasse dieses Tor bilden sollen, diese Pläne wurden von der Stadt aber deutlich zurückgewiesen.

Erstellt: 03.10.2019, 09:05 Uhr

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