Nun kommt die neue Velounterführung doch

Zu teuer sei eine neue Rad- und Gehwegunterführung zwischen Hegistrasse und Industrie, befand der Stadtrat 2014. Jetzt soll sie doch gebaut werden.

Zugewachsen und mit Pfählen abgestützt: So sieht die Unterführung an der Hegistrasse heute aus.

Zugewachsen und mit Pfählen abgestützt: So sieht die Unterführung an der Hegistrasse heute aus. Bild: Enzo Lopardo

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Rot bemalte Holzpfähle stützen die Unterführung, welche die Hegistrasse mit der Strasse Im Link verbindet. Die Pflastersteine sind holprig, die Wände verschmiert. Kein Wunder, schrieb der Stadtrat im April 2013 in einer Medienmitteilung: «Die Unterführung ist für Velofahrende ungeeignet, nicht behindertengerecht und befindet sich in einem baufälligen Zustand.» Deshalb müsse eine neue Unterführung her. Ein Jahr später folgte die Kehrtwende.

Das Projekt koste 8 Millionen Franken und sei zu teuer, hiess es aus dem Stadtrat. Man verzichte deshalb aufgrund der finanziellen Lage auf die Unterführung. Nun kommt es doch wieder anders.

Neu im regionalen Richtplan

Der Grund: Die Regionalplanung Winterthur und Umgebung hat dem Regierungsrat beantragt, die bisher kommunale Verbindung als überkommunal festzulegen und sie in den regionalen Richtplan aufzunehmen. Dies hat der Regierungsrat zumindest teilweise getan.

Trotz Fahrverbot wird die Enge Unterführung schon heute von vielen Velofahrern benutzt.

Diese Änderungen führen ­dazu, dass die Kosten, welche die Stadt tragen muss, deutlich tiefer ausfallen. Deshalb wird es nun doch eine neue Unterführung ­geben. Bis diese steht, dürfte es aber Jahre dauern.

Nur 145 000 Franken für die Stadt

Grundsätzlich ist die Erschliessung des Gebiets Neuhegi-Grüze laut einem Erschliessungsvertrag Sache der Grundeigentümer. Das sind Implenia, Burckhardt Compression, Optimo und Winterthur Gas & Diesel. Die Bauherrschaft erhält jedoch einen Kostenbeitrag für im Richtplan eingetragene Fuss- und Radwege. In diesem Fall sind das rund 375 000 Franken. Diese beantragt der Stadtrat nun dem Gemeinderat. Allerdings sind noch Gelder aus dem Agglomerationsprogramm zu erwarten, sodass für Winterthur wohl nur noch Kosten von 145 000 Franken verbleiben würden.

Die Eigentümer starten im ­August mit der Erschliessung des Gebiets. In einem ersten Schritt wird die Strasse Im Link streckenweise versetzt und ausgebaut – teils mit Fussgänger- und Radweg. Für die Unterführung gibt es eine Übergangslösung. Ein Teil der alten Unterführung, jener mit den roten Pfosten, hat keinen Platz mehr und wird zurückgebaut. Eine 2,5 Meter breite und 38 Meter lange Rampe führt stattdessen relativ steil, mit einer Neigung von 8 Prozent, vom Link in den noch besser erhaltenen Teil der alten Unterführung, die in die Hegistrasse mündet.

Unterführung wird 60 Meter verschoben

Die neu geplante Unterführung liegt rund 60 Meter weiter in nordöstlicher Richtung. Gebaut werden kann sie jedoch erst, wenn die Unterführung rechtskräftig als überkommunale Verbindung anerkannt wird.

Die Unterführung sowie der neue Fussgängerweg beim Link werden künftig vielen Kindern aus dem Quartier Hegistrasse als Schulweg in die Schulhäuser ­Eulachpark und Neuhegi dienen. Allerdings müssen sich die Eltern noch etwas gedulden. Die neuen Velo- und Fusswege beim Link werden 2020 fertig sein, für die neue Unterführung gibt es noch keinen konkreten Termin. (Der Landbote)

Erstellt: 18.05.2018, 11:14 Uhr

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