Winterthur

«Nutzungskonflikte sind normal»

Anwohner des Jugendtreffs «Kulturbaracke 21» klagten über den nächtlichen Lärm. Der Stadtrat findet, die Jugendarbeiter von Mojawi unternähmen genug.

Der Stadtrat stellt sich hinter die Mojawi und sagt: Nutzungskonflikte seien normal

Der Stadtrat stellt sich hinter die Mojawi und sagt: Nutzungskonflikte seien normal Bild: mad

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Eigentlich liegt der Jugendtreff KuBa21 (ex «Brainticket») optimal: In der Kronaustrasse in der Grüze ist das KuBa21 umgeben von Industriebauten. Allerdings nur auf drei Seiten - auf der vierten steht ein Wohnhaus. Dessen Nutzer klagen, sie lägen regelmässig wach, weil die Jugendlichen in den selbst verwalteten Cliquenräumen bis spät in die Nacht Musik aufdrehten, draussen herumschrien und weil auf der Kronaustrasse Beschleunigungsrennen gefahren würden. Diese Zeitung berichtete.

SVP-Gemeinderat Simon Büchi (SVP) hatte mit einer schriftlichen Anfrage vom Stadtrat wissen wollen, ob dieser bei der Mobilen Jugendarbeit (Mojawi) Verantwortung einfordere. Die Antwort liegt inzwischen vor. Der Stadtrat stützt das Vorgehen von Mojawi auf ganzer Linie.

Zunächst hält er fest, dass Lärmklagen «bisher einzig von der Bewohnerschaft des anliegenden Wohnhauses» eingegangen seien. Es handle sich um einen «klassischen Nutzungskonflikt», wie er im Umfeld von Jugendtreffpunkten «ein Stück weit normal» sei.

«Bereits viel unternommen»

Die zuständigen Stellen hätten bereits viel zur Entschärfung unternommen. So fänden seit 2016 keine selbstverwalteten Partys mehr statt, sondern nur noch betreute, bis maximal 23 Uhr. Die Aussentür sei schallsaniert worden. Auf Wunsch der Nachbarn gelte seit 2017 ein Hundeverbot auf dem Gelände. 2018 und 2019 seien runde Tische mit den Anwohnern und Jugendlichen durchgeführt worden, mit der Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt und Vertretern der Stadtpolizei. Die Jugendcliquen, die hier Räume mieten, würden von der Mojawi «eng begleitet»; mindestens dreimal pro Woche sei das Team vor Ort. Verstösse gegen die Regeln führten zu Verlust des Raums. Auf Wunsch der Anwohner seien bereits ältere Gruppen gegen jüngere getauscht wurden, um allfällige Verbindungen zur Autoszene auszuschliessen.

Autoposer, aber keine Rennen

Generell sieht der Stadtrat aber keinen Zusammenhang zwischen den Jugendcliquen im KuBa21 und der «Raser- und Poserszene», die sich mit ihren getunten Autos ebenfalls an der Kronaustrasse trifft. Hier müsse klar unterschieden werden. Die Kronaustrasse sei für diese Klientel attraktiv, weil sie abgelegen sei und kaum Verkehr habe, die Graffitis der Kulturbaracke und an der Wand der Briner AG ihr aber trotzdem ein «städtisches Flair» verliehen.

Entgegen der Schilderung der Nachbarn fänden auf der Kronaustrasse aber keine Rennen statt. Vielmehr gehe es der Szene um den «Klang der Motoren» und das Präsentieren der «Extraausttattungen». Die Stadtpolizei führe seit Mitte Sommer 2019 regelmässig Kontrollen durch, insbesondere an Wochenend-Nächten. Dabei seien weder auffällige Fahrzeuge noch Verstösse gegen das Verkehrsgesetz festgestellt worden. Trotzdem würden nun verkehrsberuhigende Massnahmen geprüft, die noch in den nächsten Monaten umgesetzt werden könnten.

Erstellt: 13.02.2020, 10:46 Uhr

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