Winterthur

Papierlos zum eigenen Marktstand

Weil immer mehr Gesuche für Aktionen im öffentlichen Raum eingehen, setzt die Stadtpolizei Winterthur auf eine neue Online-Plattform. Künftig kommen Veranstalter und Verkäufer mit ein paar Klicks zu allen Formularen.

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Eine Schlafstadt ist Winterthur schon lange nicht mehr, findet Sicherheitsvorsteherin Barbara Günthard (FDP). Die Zahlen geben ihr recht: 305 Anlässe im öffentlichen Raum hat die Stadtpolizei letztes Jahr bewilligt, das sind doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Das freut Feiernde und Einkäufer und ärgert manche Altstadtbewohner, die sich mehr Ruhe wünschen.

«Unsere Aufgabe ist es zu schauen, dass Pyjama und Ausgangsanzug gut aneinander vorbeikommen», sagt Günthard augenzwinkernd. Doch auch bei den ganz normalen Gesuchen für Verkaufs- oder Infostände zeigen die Zahlen nach oben. 4500 Bewilligungen stellten die Gewerbe- und Wirtschaftspolizei letztes Jahr aus, 1000 mehr als vor zehn Jahren. Das bedeutet für die Polizisten einiges an Papierarbeit und Abspracheaufwand bei quasi unverändertem Personalbestand.

Ein Betty-Bossi-Rezept

Eine elektronische Buchungsplattform für öffentliche Plätze soll nun Abhilfe schaffen. Sie ist bereits in Betrieb und über die Webseite der Stadtpolizei erreichbar. Auf einer Karte sehen interessierte Veranstalter, welche Standplätze zur Verfügung stehen. Für 16 Plätze in der Altstadt sind detaillierte Beschreibungen samt Preislisten einsehbar, doch auch Standorte in den Quartieren sind buchbar.

Der Belegungskalender zeigt, wann die Plätze noch frei sind. Ist man fündig geworden, kann man das Gesuch gleich online ausfüllen. Je nach Art der Veranstaltung hat dieser Prozess weniger oder mehr Schritte (etwa wenn Ausschanklizenzen nötig sind).

Die verwendete Software «eLICET» stammt von der Firma Concevis, die für die Stadtpolizei St. Gallen und Luzern ähnliche Buchungssysteme erarbeitet hat. Winterthur war etwas anspruchsvoller, sagt Marc Lauber von Concevis. Denn hier wurden erstmals drei Dienstabteilungen der Polizei zusammengelegt: Gewerbepolizei, Wirtschaftspolizei und die Abteilung Veranstaltungen.

Das Novum ist allerdings durchaus im Sinn der Bevölkerung, findet Roman Müller, Dienstchef der Gewerbepolizei. So kann nämlich fast jede Form von Bewilligung am gleichen Ort eingeholt werden, vom Kuchenverkauf der Schulklasse bis zum Rockkonzert, vom Quartierfest bis zur Demo. Die Gebühren sind ebenso transparent wie die Übersicht, welche Standorte an wen vergeben wurden.

Mehr Zeit für Patrouille

Gekostet hat das Projekt 180 000 Franken. «Eine gute Anschaffung», findet Müller, zumal die alten Systeme am Ende ihrer Lebensdauer angelangt waren. Das neue System soll seine Mitarbeiter angesichts der Gesuchsflut entlasten. Sie müssen nicht mehr so viele Papierformulare abtippen oder Termine mit anderen Abteilungen abgleichen. «Unsere Leute haben wieder etwas mehr Zeit zu sehen, was auf der Gasse los ist», sagt Müller.

Wer keinen Computer hat oder das direkte Gespräch sucht, kann sein Gesuch auch weiterhin am Schalter stellen, die Öffnungszeiten sind unverändert. Auch die Bearbeitungszeit bleibt ähnlich: In der Regel wird binnen drei Arbeitstagen entschieden. Übers Webportal nicht buchbar sind Stände am Albanifest, Eine Welt oder am Weihnachtsmarkt, wo Komitees oder Private als Organisatoren auftreten.

Übrigens: Den Belegungsplan und Kalender können natürlich nicht nur Veranstalter einsehen, sondern auch Anwohner, die wissen möchten, wann vor ihrem Fenster wieder Trubel oder Essensgerüche zu erwarten sind.

(landbote.ch)

Erstellt: 31.03.2016, 18:26 Uhr

Flohmärkte

Die Webseite regelt zudem Flohmis und Mai-, Martini- und anderen Märkte. Eine Altstadtkarte zeigt per Mausklick auf, wer wo welchen Stand betreibt. Da die Planung schon läuft, müssen Anmeldungen für dieses Jahr noch auf dem Briefweg eingehen. Für Termine ab 2017 kann man sich direkt ab Webseite für einen der begehrten Plätze bewerbern.

Verkaufsstand

Für den Kuchenverkauf von Cevi und Pfadi, Marroni- und Crêpe-Stand oder wenn Sie Ihre Confi verkaufen wollen: Auf der neuen Webseite können Standbetreiber ein vorübergehendes Patent für den «Klein- und Mittelverkauf» beantragen. Nötig dafür sind Kontaktdaten von Gesuchsteller und verantwortlicher Person sowie nähere Angaben zum Stand.

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