Winterthur

Purpurerlen stehen auf der schwarzen Liste

Wenn Stadtgrün Bäume pflanzt, müssen zahlreiche Kriterien erfüllt werden. Sie sollten hitzeresistent sein und das Streusalz im Winter ertragen. Auch das Allergiepotenzial spielt eine Rolle.

Die Pollen der Purpurerlen können Allergien auslösen – sogar schon um die Weihnachtszeit.

Die Pollen der Purpurerlen können Allergien auslösen – sogar schon um die Weihnachtszeit. Bild: Nathalie Guinand

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Pollenallergigker leiden derzeit, zumindest wenn sie auf Pollen von Gräsern, Ampfer oder Wegerich allergisch sind. Die Zeit der Baumpollen ist in den Niederungen zwar bereits vorbei.

Doch das Thema Allergien beschäftigt auch Stadtgrün Winterthur, wenn es um die Frage geht, welche Bäume neu gepflanzt werden. «Wir nehmen im Rahmen der Möglichkeiten Rücksicht», sagt Stadtgrün-Leiter Beat Kunz.

Es gebe jedoch sehr viele Kriterien zu berücksichtigen. «Der Stadtraum ist sehr komplex. So müssen wir darauf achten, dass die Bäume Hitze und Streusatz vertragen, zudem sollten sie nicht anfällig für Verletzungen und möglichst bruchsicher sein. Darüber hinaus möchten wir wo immer möglich einheimische Arten wählen.»

Nicht an sensiblen Orten

Das Allergiepotenzial einzelner Bäume wird laut Kunz zwar auch in die Überlegungen mit einbezogen. Doch mit einer Ausnahme würden die Bäume trotzdem angepflanzt – aber mit Vorsicht.

«Wir achten bei Neupflanzungen darauf, dass Bäume, die Allergien auslösen, nicht bei Schulen oder Altsersheimen gepflanzt werden»

«Wir achten bei Neupflanzungen darauf, dass Bäume, die Allergien auslösen, nicht in grossen Mengen an sensiblen Orten wie Schulen oder Altsersheimen gepflanzt werden», sagt Kunz.

Sehr Widerstandsfähig

Ganz verzichtet wird auf die so genannte Purpurerle, die ein sehr hohes Allergiepotenzial hat. Nadia Rutsch, Expertin bei aha!

Allergiezentrum Schweiz, bestätigt, dass die Purpurerle für Betroffene eine Problem ist: «Der Baum ist eine Kreuzung aus der Japanischen und der Kaukasischen Erle. Sie ist sehr widerstandsfähig und blüht viel früher als unsere einheimischen Erlen. Schon um die Weihnachtszeit können die Pollen der Purpurerle in der Luft sein und Heuschnupfen auslösen.»

«Verzicht hilft»

Rusch ist überzeugt, dass der Verzicht auf Purpurerlen Allergikern durchaus hilft: «Bei Pollenallergie gilt grundsätzlich: Je weniger Allergieauslöser, desto weniger Symptome.» Betroffene würden daher entsprechende Massnahmen beim Pflanzen von allergenen Pflanzen begrüssen.

Gepflanzt werden die Purpurerlen in Winterthur zwar nicht mehr, doch laut Kunz sind im Baumkataster der Stadt noch 65 Exemplare zu finden, darunter zahlreiche im Gern-Quartier in Hegi. Auf Privatgrund könnte es noch weitere geben.

Hohes Allergiepotenzial haben beispielsweise auch verschiedene Birkenarten. Diese werden von Stadtgrün jedoch weiterhin gepflanzt. «Die Birke ist eine heimische, wichtige Pionierbaumart mit speziellen Eigenschaften, es ist hier viel schwieriger auf eine andere Art auszuweichen», erklärt Kunz.

Einfluss bleibt gering

Etwas radikaler ist die Handhabung in Zürich. «Grün Stadt Zürich» führt eine Liste, in der alle als Strassenbäume geeigneten Arten aufgeführt sind. Bäume, deren Pollen Allergien auslösen können, sind entsprechend vermerkt und werden nach Möglichkeit nicht mehr gepflanzt.

Eine solche Liste gibt es auch in Winterthur, sie wird laufend ergänzt, wie Kunz sagt. Dort steht unter dem Punkt «Einschränkungen» beispielsweise bei Birken, Haselpflanzen oder Eichen «Allergiepotenzial».

Kunz gibt jedoch zu bedenken, dass Stadtgrün pro Jahr nur etwa 100 bis 150 Bäume pflanzt. «Das ist sehr wenig wenn man bedenkt, dass im nahen Wald Tausende Bäume stehen. Unser Einfluss ist also gering.» (Der Landbote)

Erstellt: 13.06.2019, 16:06 Uhr

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