Winterthur

Rieters gläserne Fabrik

Die Maschinenfabrik Rieter will sich in Töss ein modernes Hauptquartier bauen. Jetzt ist klar, wie es aussehen soll: mit Spinn-maschinen im Schaufenster und einem verborgenen Park.

Im Showroom die Maschinen, drüber die Entwickler und im Bürotrakt rechts die Geschäftsleitung: Das Siegerbüro sieht Rieters zukünftiges Hauptquartier als ein gläsernes T.

Im Showroom die Maschinen, drüber die Entwickler und im Bürotrakt rechts die Geschäftsleitung: Das Siegerbüro sieht Rieters zukünftiges Hauptquartier als ein gläsernes T.

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Rund 100 000 Quadratmeter gross ist das Areal der Maschinenfabrik Rieter in Töss. Das ist deutlich zu gross für die heutige Nutzung. Schon im Herbst 2017 kündigte die Firmenleitung deshalb an, den Bau eines neuen, rund 30 000 Quadratmeter grossen Hauptsitzes auf dem Areal zu prüfen.

So könnte Rieter einerseits Land für neue Nutzungen freispielen, andererseits einen repräsentativen Hauptsitz mit moderner Arbeitsumgebung schaffen für die rund 700 Mitarbeiter in Winterthur.Jetzt ist klar, wie dieser «Rieter Campus» aussehen könnte. Rieter stellte das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs vor, an dem fünf Büros aus dem Kanton Zürich teilgenommen hatten.

Das Rennen machten die Winterthurer BDE Architekten. Sie sind bekannt durch so markante Bauten wie die Archhöfe, das metallisch glänzende Busdepot Grüzefeld oder das reformierte Kirchgemeindehaus Wiesendangen mit seinen Schlitzfenstern.

Kopfbau zur Zürcherstrasse

Wie Architekt Oliver Erb erklärt, ist sein Entwurf in zwei Baukörper gegliedert, beide etwa hundert Meter lang, die sich zu einem T verbinden. Das eigentlich Headquarter, ein achtstöckiger Bürotrakt, bildet den oberen Strich des T und ist der Zürcherstrasse zugewandt. Da wo heute ein Parkplatz ist, soll der markante Bau an der Einfallsachse «Präsenz zeigen», erklärt Erb.

«Der Kopfbau  zeigt Präsenz  gegenüber der Einfallsachse.»Oliver Erb, 
BDE Architekten

Den flacheren Stamm des T bildet das Technologiezentrum, das parallel zur Klosterstrasse verläuft. Im Erdgeschoss (so hoch wie zwei Bürogeschosse nebenan) sollen im Showroom die aktuellsten Spinnmaschinen ausgestellt werden, und zwar betriebsbereit. Kunden aus aller Welt sollen sie, mit eigener Baumwolle, testen können. Mit etwas Glück können Passanten an der Klosterstrasse durch die Glasscheiben einen Blick auf die Rieter-Maschinen in Betrieb erhaschen.

Die Forschung und Entwicklung in den oberen Stockwerken hingegen muss, aus naheliegenden Gründen, vor neugierigen Augen geschützt werden. Diese Labors sind in den Stockwerken zwei und drei mit dem Headquarter verbunden. Durch die T-Form entstehen ausserdem zwei Plätze, einer zur Klosterstrasse hin und ein von der Strasse geschützter Park zum Töss-Ufer hin.

Und wo wird montiert?

In dieser «gläsernen Fabrik», wie sie sich auf der Visualisierung zeigt, ist die Montage der Maschinen, die weiterhin in Winterthur stattfinden soll, noch nicht berücksichtigt. Sie könnte entweder in einer bestehenden Halle entlang der Klosterstrasse geschehen oder in einem zusätzlichen Neubau.

Ohnehin ist der finale Entscheid von Rieter bezüglich der Baupläne noch nicht gefallen. Das Projekt wird weiter ausgearbeitet und Mitte 2019 werde Rieter über die Realisierung entscheiden, heisst es in der offiziellen Medienmitteilung.

Über die städtebaulich spannende Frage, was mit den restlichen rund 70 000 Quadratmetern des Rieter-Areals (Seite Schulhaus Rosenau) passiert, will Rieter erst in einem zweiten Schritt entscheiden. Erst werde der «Rieter Campus» geprüft.

Brühlgut zieht über die Strasse

Unabhängig davon wird im Mai 2019 mit dem Abriss der von Rieter nicht mehr benötigten Werkhalle 40 (neben der Bus-Schlaufe) begonnen. So sollen die Kantonsarchäologen Zeit für Grabungen haben, denn auf dem Gelände befand sich einst das Kloster Töss.

Die Brühlgut-Stiftung, die in der Halle mit Werkstätten für 80 Personen eingemietet ist, hat schon eine Anschlusslösung. «Wir ziehen über die Strasse ins Auwiesen-Gebäude», sagt Geschäftsleiter Andreas Paintner. Dort betreibt die Stiftung bereits eine Veloverkstatt und ein Fundbüro. (Der Landbote)

Erstellt: 11.09.2018, 17:10 Uhr

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