Winterthur

Saubär trennen in der Grillsaison

Der «Wochenhit» der Metzgerei Gubler in der Winterthurer Altstadt wurde unfreiwillig Internet-Hit. Kleine Verschreiber tauchen in der Lebensmittel- und Gastrobranche immer wieder auf – zu Freude der Gäste.

2630mal geliket: Dieses Bild des «Wochenhits» der Metzgerei Gubler fand auf Facebook grossen Anklang.

2630mal geliket: Dieses Bild des «Wochenhits» der Metzgerei Gubler fand auf Facebook grossen Anklang.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Malaienbär, auch Sonnenbär genannt, fristet als kleinster der acht Grossbärenarten eher ein Schattendasein neben Panda, Grizzly und Eisbär. Wenig bekannt sind auch Lippen- und Kragenbär. Sie alle sind gefährdet oder gar vom vom Aussterben bedroht.

Viraler Wochenhit

Insofern wären Wunsch und Gedanke, kurzerhand eine neue Bärenart zu erfinden, durchaus löblich. Diese verwurstet als «Wochenhit» anzupreisen hingegen eher gewagt. Die Metzgerei Gubler versuchte kürzlich, Laufkundschaft mit «frischen Schweinsbär-Lauchwürsten» an die Theke zu locken. Der unfreiwillige Trennungswitz schaffte es über das Online-Portal «Da kotzt das Texterherz» bis ins Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Auf Facebook wurde es 131 mal kommentiert, 460 mal geteilt und 2630 mal geliket. «Unglücklich, aber nicht so tragisch» sieht Geschäftsführer Peter Gubler das Malheur. Ein Kunde hatte ihm den Link geschickt.

In der Lebensmittel- und Gastrobranche haben kleine Verschreiber bekanntlich rasch grosse Wirkung. Der deutsche Detailist Edeka bot einst Original Schweizer Fasnacht-Schüechli an. Ausgewählte Restaurants zauberten bereits Tittenfischsalat, Bambi-Goreng, Seelachfilet, Ente an Wal-Nusssauce oder Penne alla Puttanesca, übersetzt «nach Hurenart», auf den Tisch.

Vom Zahnstein bis zum sauren Schwein

Zwerchfell statt Speichelfluss regen in den Ferien oft auch die übersetzte Speisekarten an. Statt Tartar schafft es gar der «Zahnstein» (französisch «tartre») aufs Menü, statt es bei Maccheroni alla Bolognese zu belassen, besorgte griechischer Gastronom extra einen (sehr seltenen) „Isolationsschlauch a la Bewohner von Bolognese.“

Auch sein deutscher Kollege war wohl um Völkerverständigung bemüht, als er den Kaiserschmarrn mit Apfelmus als «Emperor’s Nonsense with Apple-Mush» anpries. Den Launen der Semantik sass auch ein Chinese auf. Sein «Sweet and sour Pork» wurde zum «lieben und sauren Schwein.»

Als erster gepostet und geteilt hat das Foto der Gubler-Tafel übrigens ein gewisser Säm Gubler. Verwandt mit der Metzgerfamlilie ist aber nicht. (Der Landbote)

Erstellt: 22.06.2015, 14:47 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben