Gemeinderat

Sie politisieren neu für Winterthur

Diesmal kommen gleich zehn neue Politiker in den Gemeinderat. Sie wollen günstigere Mieten, mehr Parkplätze und den Einbezug von Migranten.

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Zehn neue Gesichter wurden am Sonntag in den Gemeinderat gewählt. Den grössten Wechsel gab es bei der SP: Gleich sechs Neue vertreten die Partei in den kommenden vier Jahren. Bei der FDP sind zwei Neugewählte und bei SVP und den Grünen jeweils eine. Insbesondere die weiblichen Kan­di­daten haben aufgeholt: Sieben der zehn neuen Gemeinderäte sind Frauen.

«Junge sind auch politisch»

Der bestgewählte der Neu­linge ist Felix Steger (SP). Er erzielte am Sonntag stolze 8239 Stimmen. Der 25-Jährige schliesst in den kommenden Wochen seine Ausbildung zum Primarlehrer ab. Für die SP ist der in Winterthur Aufgewachsene seit mehr als zehn Jahren aktiv. Er lebt heute in einer 4er-WG in Töss – «mit Leuten, die nicht nur SP wählen», wie er sagt. Er und seine Mitbewohner laden seit vier Jahren ein zum «Abstimmungsbier»: Freunde und Bekannte diskutieren vor Abstimmungen und Wahlen über die Kandidierenden und Politik an sich. «Der Vorwurf, unsere Generation sei unpolitisch, stimmt aus meiner Sicht also nicht», sagt er. Deshalb möchte er mit seiner Arbeit im Gemeinderat auch die kommunale Politik für seine Alters­genossen sichtbar machen und sie dafür motivieren: «Ich will beispielsweise zeigen, wie Mietpreise entstehen und dass man etwas für bezahlbaren Wohnraum tun kann», sagt Steger.

Stimme fürs Gastgewerbe

Der einsame Gewinner bei der SVP ist Thomas Wolf. Während seine Partei drei Sitze preisgeben musste, überholt er Parteipräsident Simon Büchi und wird mit 4523 Stimmen gewählt. Der 52-jährige Wirt führt zusammen mit seiner Partnerin das Restaurant Bahn­höfli in Wülflingen. «Der persönliche Kontakt in der Beiz – pro Tag gehen 200 bis 300 Leute bei uns ein und aus – hat mir sicher geholfen, gewählt zu werden», sagt er. Seit 18 Jahren lebt der gebürtige Bieler und Vater zweier erwachsener Töchter in Winterthur; früher arbeitete er im Verkauf bei Haldengut. Der politische Neuling, der 2016 auf Wunsch von Josef Lisibach in die Partei eingetreten ist, will im Gemeinderat die «Stimme für das Gastgewerbe» sein: Er plädiert für die Abschaffung «unsinniger» Gebühren und Auflagen bei Restaurants und fordert Parkplätze für das Gewerbe und die Industrie.

«Zeit, dass wir mitmachen»

Ein weiteres neues Gesicht mit einem für den Gemeinderat unge­wöhnlichen Namen ist Elif Kaylan (SP). Die 47-Jährige arbeitet als Pflegerin für die Brühlgut-Stiftung und stammt aus der Türkei. Seit 27 Jahren ist sie in der Schweiz, seit 15 Jahren eingebürgert. Kaylan will mit ihrem Sitz im Gemeinderat für die Anliegen der Migranten und Eingebürgerten einstehen und diese für die Politik motivieren: «Es ist Zeit, dass wir mitmachen», sagt sie. Als vierfache ­Mutter gilt ihr zweites Anliegen den Kindern und Jugend­lichen mit Schulschwierigkeiten. «Ich habe selbst erlebt, wie Jugend­liche Mühe haben, eine Lehrstelle zu finden. Zwei meiner Kinder sind momentan in der Lehre.» Sie will sich dafür starkmachen, dass Jugend­liche in der Schule genügend unterstützt und auf den Berufseinstieg vorbereitet werden.

Weiter neu im Gemeinderat sind: Pia Schoch (SP), Deniz ­Cetin (SP), Lea Regina Jacot- Des­combes (SP), Astrid Erismann (SP), Romana Heuberger (FDP), Carola Etter-Gick (FDP) und Nina Wenger (Grüne). (Landbote)

Erstellt: 06.03.2018, 11:15 Uhr

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