Winterthur

«Stadtrat wollte nicht abbauen»

Barbara Günthard-Maier, Vorsteherin des Departements für Sicherheit und Umwelt, erklärt, warum ihr Departement nicht gleich viel sparen muss wie andere.

«Die Stadtpolizei hat im Rahmen früherer Sparprogramme bereits namhafte Sparbeiträge geleistet»: Barbara Günthard-Maier.

«Die Stadtpolizei hat im Rahmen früherer Sparprogramme bereits namhafte Sparbeiträge geleistet»: Barbara Günthard-Maier. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Sicherheitsdepartement verfehlt laut der Balance-Projektleitung als einziges Departement den Erfüllungsgrad markant. Warum?
Der Stadtrat hat sich nie zum Ziel gesetzt, alle Departemente gleichmässig mit Sparmassnahmen zu belasten. Ausserdem wurde während des Projekts die Denkvorgabe auf entsprechende Gesuche hin für verschiedene Departemente teils deutlich nach unten korrigiert. Die ursprüngliche Denkvorgabe hat insofern kein Departement erreicht.

Aber wie erklären Sie sich konkret die grossen Unterschiede beim Erfüllungsgrad zu den anderen Departementen?
Der Unterschied ist strukturell zu erklären. Die Stadtpolizei hat im Rahmen früherer Sparprogramme bereits namhafte Sparbeiträge geleistet und verfügt über betrieblich und finanziell weitgehend optimierte Strukturen. Dem Stadtrat ist es schwer gefallen, bei der Stadtpolizei Sparmassnahmen zu beschliessen. Das zeigt sich darin, dass er sich mit der Absicht, den aktuellen Personalbestand der Polizei einzufrieren, genötigt sieht, einen Volksentscheid infrage zu stellen. Der Stadtrat wollte bei der Sicherheit nicht weiter abbauen.

Im Bericht ist die Rede von «intensiven Diskussionen» beim DSU. Weshalb waren diese bei Ihnen nötig und in anderen Bereichen nicht?
Es ist klar, dass politische Diskussionen besonders anspruchsvoll sind, wenn über Massnahmen entschieden werden soll, die zu einem substanziellen Leistungsabbau im Sicherheitsbereich führen. Die Sicherheit in unserer Stadt geht uns alle etwas an.

Musste das DSU deshalb seine Entlastungsmassnahmen zweimal überarbeiten?
Im Sicherheitsbereich stellen sich schwierige Fragen. Dem Stadtrat war bewusst, dass die Stadtpolizei bereits heute finanziell und personell sehr knapp unterwegs ist. Sie verfügt seit 1990, also seit 25 Jahren, über den gleich tiefen Nettoglobalkredit; sie verursacht die tiefsten Kosten pro Einwohner der grösseren Korps im Kanton und verfügt überdies über die tiefste Personaldichte pro Einwohner aller vergleichbaren Schweizer Stadtpolizeikorps. Dennoch ist Winterthur nach wie vor die objektiv sicherste Grossstadt der Schweiz – was höchst erfreulich ist. Dennoch: Die Arbeit im Sicher- heitsbereich nimmt weiterhin zu.

Ein Teil der DSU-Einsparungen soll durch Mehrerträge generiert werden. Nun haben Sie kürzlich eine offenbar zu früh veröffentlichte Gebührenerhöhung gestoppt. Wird der DSU-Sparbeitrag nochmals kleiner?
Es ist nach wie vor unser Ziel, die beschlossenen Balance-Massnahmen auch ertragsseitig zeitgerecht umzusetzen. Erst im Verlauf der Umsetzungsphase, also ab dem kommenden Jahr, wird sich zeigen, ob die angestrebten Mehrerträge realistisch sind. Wir geben auf jeden Fall unser Bestes. (landbote.ch)

Erstellt: 15.04.2015, 09:18 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!