Wülflingen

Stapi freut sich auf über 100 neue Arbeitsplätze

Das grosse KMU-Haus an der Autobahnausfahrt ist bewilligt worden.

2021 soll hier das neue KMU-Haus Winterthurs stehen.

2021 soll hier das neue KMU-Haus Winterthurs stehen. Bild: mad

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Der Start war harzig. Gleich mehrere Projekte für ein genossenschaftliches Gewerbehaus wurden seit 2012 lanciert und wieder aufgegeben.

Nun aber scheint der «Knoten gelöst», wie Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) sagt: «Ich freue mich, dass bald gebaut wird und Arbeitsplätze nach Winterthur kommen.» Die vor wenigen Tagen erteilte Baubewilligung, die dem «Land­boten» vorliegt, fordert von der ausführenden Agensa AG nur kleinere Anpassungen.

«Wir wollen so schnell wie möglich mit dem Aushub beginnen.»

Mittlerweile ist man an der Taggenbergstrasse vom genossenschaftlichen Modell (Mitbesitz der einziehenden Betriebe) auf das herkömmliche Mietmodell umgeschwenkt.

Agensa-Geschäftsführer Hans Ulrich Kobelt rechnet mit 100 bis 200 Arbeitsplätzen; genauer könne man das erst später sagen. Bei den Mietern strebt er eine «Diversifizierung» an, hätte ­lieber 15 mittlere und kleinere Betriebe als wenige grosse.

Die Flächen von 80 bis 440 Quadratmetern sollen zu marktüblichen Konditionen vergeben werden, nebst produzierenden Betrieben sollen auch Bürofirmen unterkommen. Sicher scheint der Einzug eines Kinderhorts im obersten von vier Stockwerken. Damit habe man bei vergleichbaren Projekten gute Erfahrungen gemacht, sagt Kobelt. Am gewählten Standort mit starkem Strassenlärm dürfte ein solcher Mieter kaum stören.

Keltische Waffenfunde ganz in der Nähe

Das Bauland liegt laut der Bewilligung in einer archäologisch besonders interessanten Zone. Im Südwesten wurde vor gut 60 Jahren ein keltisches Grab aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert mit Waffenbeigaben gefunden, wie man bei der kantonalen Baudirektion auf Nachfrage erläutert. Im Norden wird ein mittelalterliches Gehöft vermutet. Die Bauarbeiter sind verpflichtet, allfällige Funde unverändert zu lassen und sofort zu melden.

Die Zahl der Autoparkplätze muss von 102 auf 92 verringert werden, weil die neue Parkplatzverordnung anwendbar sei. Umgekehrt wird der Bauherr verpflichtet, mindestens 59 Veloparkplätze zu erstellen. Schön aus­sehen muss der langgezo­gene und ohne Aufbauten 13,5 Meter hohe Flachdachbau nicht, eine «befriedigende Gesamt­wirkung» reicht laut den Unterlagen aus. Für die Zufahrt zum angrenzenden Schäferhundeklub ist um das Haus herum eine neue Strasse zu bauen.

Der Neubau ist ein Millionenprojekt - die 40-seitige Bau­bewilligung, deren Ausstellung sich laut Kobelt verzögerte, kostet 73000 Franken. «So schnell wie möglich» will der Geschäftsleiter nun mit dem Aushub ­beginnen, statt im Sommer 2020 sollen die Mieter im Frühling 2021 einziehen können.

Mit einem Rekurs gegen die erteilte Baubewilligung ist nicht zu rechnen, da es nebst der kantonalen Behindertenkonferenz keinen Rekursberechtigten gibt.

Erstellt: 16.08.2019, 12:04 Uhr

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