Standortwechsel

Start-ups quartieren sich auf Rieterareal ein

Der Mietvertrag ist unterzeichnet: Auf dem Rieterareal soll die Start-up-Szene ein neues Zuhause finden. Der Technopark Winterthur muss drei Kündigungen verschmerzen.

Raphael Tobler im künftigen, 1300 Quadratmeter grossen «Home of Innovation».Foto: Marc Dahinden

Raphael Tobler im künftigen, 1300 Quadratmeter grossen «Home of Innovation».Foto: Marc Dahinden

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«Home of Innovation» heisst das neue Zauberwort für Start-ups, die in Winterthur ein passendes Umfeld suchen. Oder auch für Unternehmen, die mit den Rahmenbedingungen im Technopark unzufrieden sind. Längst ist bekannt, dass dieser «zu kompliziert und unflexibel» sei für Unternehmen in der Startphase. So formuliert es Raphael Tobler, Mitinitiant und Mitinvestor beim neuen Projekt an der Klosterstrasse mitten im ehemaligen Fabrikareal der Firma Rieter. Er betont zwar, «dass uns die Zusammenarbeit mit dem Technopark weiterhin wichtig ist». Doch als Präsident des Entrepreneur Club Winterthur und damit Stimme der Start-up-Szene vertrete er nun mal auch die unzufriedenen Start-ups im Technopark.

Im zweiten Stock inmitten des Fabrikareals in Töss werden zurzeit die 1300 verfügbaren Quadratmeter gereinigt, gestrichen und mit neuen Böden ausgestattet, sodass ab Dezember 13 Büros und verschiedene Gemeinschaftsräume und Co-Working-Zonen für einen «guten Mix» aus verschiedenen Firmen bereitstehen. Tobler, der nun auch den Verwaltungsrat der neu gegründeten «Startup & Innovation Space AG» präsidiert, will «nicht ausschliesslich Jungunternehmen, sondern auch KMU und Grosskonzerne» einquartieren, die auf der Suche nach einem «inspirierenden Umfeld sind».

Flächen bereits vermietet

Die Firma Rieter, welche ihre Planung für das gesamte Fabrikareal noch nicht abgeschlossen hat, quartiert das Start-up-Projekt mit einem Vierjahresvertrag «zu günstigen Konditionen» ein, wie Tobler sagt, ohne weitere Details zu verraten. Die Vermietung an «Home of Innovation» sei ein wichtiger Baustein im Technologie- und Innovationsbereich, heisst es seitens Rieter. Bereits als Mieter der neuen Arbeitslandschaft gesetzt sind Start-ups wie Habitects, StoryUp, Vatorex, Kinastic oder Webling. Die Flächen sind damit laut Tobler nahezu alle vermietet. Beim Technopark haben derweil drei Start-ups ihren Vertrag gekündigt, um im «Home of Innovation» eine neue Heimat zu finden.

Wohlfühlcharakter inklusive

Ob sich der neue Innovationsstandort gegenüber dem Technopark als unkomplizierter etablieren wird, ist noch zu beweisen. Die Flächenmiete ab 260 Franken pro Quadratmeter und Jahr ist nicht wesentlich günstiger (im Technopark sind es 275 Franken). Tobler betont aber, dass Nebenkosten, Reinigung und sogar das Feierabendbier im Preis enthalten seien, und die Mieter ihren Vertrag einseitig auf Wunsch kurzfristig kündigen könnten. Ausserdem plane man im Zuge des Umbaus eine Innenarchitektur mit «Wohlfühlatmosphäre». Etwas, das im Technopark fehle.

Technopark wird aktiv

Im Technopark tut sich derweil auch etwas. Demnächst will die Leitung über die Umgestaltung des Erdgeschosses informieren. Man habe bereits vor einem Jahr erkannt, dass es einen attraktiveren Veranstaltungsort brauche, sagt Geschäftsführer Thomas Schumann. Dass es zu Kündigungen gekommen ist, stört ihn nicht. «Das gehört zum Alltag, ausserdem sind unter unseren 60 Mietern durchaus sehr zufriedene dabei».

Im Verwaltungsrat der neuen Startup & Innovation Space AG sitzen nebst Tobler bekannte Personen wie GLP-Kantonsrat Michael Zeugin, FDP-Gemeinderat Urs Hofer oder Unternehmerin Sibylle Kunz. Mehrere Investoren – unter ihnen auch der Direktor des Musikkollegiums Winterthur – haben zusammen ein Kapital von 230000 Franken eingeschossen.

Erstellt: 07.11.2019, 17:27 Uhr

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