Konkurs

«Teures Lehrgeld bezahlt»

Nach drei Jahren ging den Betreibern des Hotels Plaza das Geld aus. Nun hat der Hausbesitzer selbst das Ruder übernommen und will das Hotel zum Erfolg führen.

Unverändert offen: Die alten Betreiber des Hotels Plaza gingen konkurs, bleiben aber Gastgeber.

Unverändert offen: Die alten Betreiber des Hotels Plaza gingen konkurs, bleiben aber Gastgeber. Bild: Michael Graf

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Auf den Internet-Buchungsplattformen erhält das Hotel Plaza an der Technikumstrasse gute Bewertungen, gelobt werden die modernen Zimmer und die gute Lage in der Altstadt. Doch Anfangs Monat berichtete das Portal «Toponline», dass das erst 2016 eröffnete Hotel «offenbar konkurs» sei. Man bezog sich auf einen entsprechenden Eintrag im Handelsregister.

Drei Wochen später sind das Hotel, ebenso wie das Restaurant im Erdgeschoss, unverändert offen. Die Geschäftsführerin des Hotels möchte sich nicht äussern, sie verweist auf Hans-Ulrich Kobelt. Er gehört zu den zwei Besitzerfamilien der Liegenschaft. Seit neuestem ist er auch Hausherr im Hotel Plaza. Kobelt ist Mitbesitzer der Swiss Star Familia AG mit Sitz in Wangen bei Dübendorf. Diese betreibt mehrere Hotels, etwa den Hasenstrick in Dürnten. Hans-Ulrich Kobelt bestätigt: «Wir haben per 1. März das Hotel Plaza übernommen.»

«Desolate Finanzen»

Der Hintergrund sei, dass den bisherigen Hotelbetreibern, der Familie Baskapan, schlicht das Geld ausgegangen sei. «Die Finanzen waren desolat.» Die Schlagzeilen stimmten also, tatsächlich ist die Plaza Hotel GmbH per Gerichtsurteil vom 18. März in Konkurs. Zeichen für eine Schieflage hatte es schon früher gegeben. Im Juli letzten Jahres war das Hotel Plaza im Internet zum Verkauf ausgeschrieben. «Ein Fehler», behauptete Mitinhaber Kemal Baskapan damals gegenüber dieser Zeitung. Das Geschäft laufe gut.

«Wenn die
Kapitalbasis zu schmal ist,
bekommt man den Husten.»
Hans-Ulrich Kobelt,
Neuer Betreiber Hotel Plaza

Zu den Gründen für den Konkurs wollen weder er noch seine Schwester, Zerrin Shaqiri sich äussern. Hans-Ulrich Kobelt sieht den Grund in «Altlasten». «In der ersten Zeit war der Personalaufwand zu hoch», sagt er. «Aus dieser Zeit gab es Aussenstände, die sie nicht wieder hereinwirtschaften konnten. Sie waren nur noch am Hinterherrennen.» Im ersten Jahr hatte sich das Plaza noch einen externen Geschäftsführer geleistet, aus Kobelts Sicht ein Fehler.

Unbezahlte Umbaurechnung

Den Konkurs ausgelöst hatte letztlich eine Betreibung eines Elektrounternehmens, das immer noch auf Teile seines Honorars vom Mieterausbau anno 2015 wartete. «Wenn die Kapitalbasis zu schmal ist, bekommt man den Husten», sagt Kobelt. Obwohl die Betreiber tüchtig arbeiteten, hätten sie nun ein teures Lehrgeld bezahlt.

Dass der stolze Mietpreis für den Hotelbetrieb eine Rolle im Konkurs spielte – im Inserat von letztem Jahr war er mit 35000 Franken pro Monat veranschlagt, eine Zahl die Kobelt bestätigt – glaubt er nicht. Der sei zwar «am oberen Rand», aber es sei ja auch ein modernes Haus. Als Vermieter und Hotelbetreiber zugleich kann Kobelt den Mietpreis künftig mit sich selbst verhandeln.

Ob die Auslastung der 31 Zimmer wirklich bei «durchgehend 85 Prozent» gelegen habe, wie Baskapan behauptete, müsse sich noch zeigen. Er gehe von etwa 70 Prozent aus, sagt Kobelt. Damit sei Winterthur aber trotzdem der beste Standort im Swiss-Star-Portfolio. «Das Plaza läuft.»

Auch sonst sieht er derzeit wenig Anlass etwas zu ändern. «Zimmer und Service sind in Ordnung, die Gäste sind zufrieden.» Auch das Personal bleibt das Gleiche: Zerrin Shaqiri bleibt Geschäftsführerin des Hotels, ihr Bruder Kemal Baskapan hat als Alleinunternehmer die Leitung von Restaurant und Bar im Erdgeschoss übernommen. Seit dem Auszug der Börsencasinos «Trade Center» im letzten Jahr wird im «Plaza» wieder ganztags Essen serviert. (Landbote)

Erstellt: 24.04.2019, 17:37 Uhr

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