Klausur

Was der Stadtrat am Bodensee bespricht

Diesmal ist die Regierung in erweiterter Besetzung zur Klausur an den Bodensee gefahren. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) über Budgetaussichten, einen Lichtblick bei der Pensionskasse und den Klassenlager-Effekt.

Michael Künzle, Stadtpräsident (CVP): «Wir müssen aus dem Alltag ausbrechen. Wenn wir die Klausur in Winterthur organisieren würden, müsste jeder noch da und dort hin.»

Michael Künzle, Stadtpräsident (CVP): «Wir müssen aus dem Alltag ausbrechen. Wenn wir die Klausur in Winterthur organisieren würden, müsste jeder noch da und dort hin.» Bild: Heinz Diener

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Sie sind vor Kurzem aus den Ferien zurückgekommen. Starten Sie mit frischen Batterien ins letzte Jahres-Drittel?
Michael Künzle: Ich bin mit mit der Familie unterwegs gewesen. Dann sind die Batterien immer wieder voll. Es waren gute, schöne Ferien. Und die zwei Wochen, die ich wieder hier bin, sind angenehm verlaufen.

Und wie lange hält die Erholung bei Ihnen vor?
Die nächste grössere Erholung gibt es erst wieder über Weihnachten, so lange muss es reichen. Es wird im Herbst für uns wieder einige Brocken zu bewältigen geben, Erfreuliches und weniger Erfreuliches. Wie es im Berufsalltag halt üblich ist.

Zur Vorbereitung sind Sie am Mittwochnachmittag in Klausur am Bodensee gefahren. Ist Kaspar Bopp dabei?
Ja, wir haben ihn sinnvollerweise eingeladen, mit uns am Seminar teilzunehmen.

Die Nachfolge von Yvonne Beutler hat er noch nicht angetreten, hat er nur einen Hörerpass?
Das kann man so sagen. Es ist aber wichtig, dass er dabei ist, um ihm den Einstieg zu erleichtern.

«Die Pensionskasse steht wieder etwas besser da.»Michael Künzle, 
Stadtpräsident (CVP)

Noch offen ist, wie mit Bopps Amtsantritt die Departemente verteilt werden. Klären Sie das auch gleich am Bodensee?
Wir haben es nicht traktandiert, werden zwischen den Seminarblöcken zu dem Thema aber bestimmt das eine oder andere Wort wechseln. Einen Entscheid wird es sicher noch nicht geben.

Von aussen scheint es, als gäbe es bei den Bisherigen wenig Lust zu Wechseln. Teilen Sie diese Einschätzung?
Da kann ich nicht vorgreifen. Wie immer werde ich alle fragen, welche Absichten und Ziele sie haben und schauen, was herauskommt.

Sie haben es gesagt, der Stadtrat arbeitet diverse Themen durch. Was sind die wichtigsten?
Traditionellerweise verabschieden wir das Budget und die Investitionsplanung, das ist ein grosser Block, der bestimmt Anlass für Diskussionen gibt. Die Aussichten für das Budget 2020 sind gut. Die Jahre danach machen uns etwas Sorgen. Das ist aber nicht neu und zuletzt haben wir damit umgehen können.

Im Moment läuft es gut, aber es ziehen dunkle Wolken auf – diese Botchaft haben die Winterthurer oft gehört. Es klingt wie eine Rückversicherung.
Wir meinen es schon ernst damit und gehen von konkreten Kennzahlen aus. In den letzten Jahren haben wir immer wieder von Einmal-Effekten profitiert. Wenn diese wegfallen, aber die Kostenentwicklung in der Bildung, der Gesundheit und im Sozialen weitergeht, wird die Lage für uns herausfordernd. Winterthur ist eine wachsende Stadt und eine wachsende Stadt kostet etwas, das ist ein wichiges Thema für die Regierung.

«Es ist auch wichtig, dass wir den Zusammenhalt pflegen, das braucht es für einen Stadtrat, der zusammen funktioniert.»Michael Künzle

Hohe Kosten drohen auch bei der Pensionskasse, die immer noch ein Sanierungsfall ist.
Wir haben auch das Thema Pensionskasse traktandiert. Was ich schon sagen kann, ist, dass wir wieder um einiges besser dastehen als letztes Jahr. Der Deckungsgrad liegt aktuell bei über 95 Prozent. Das zeigt aber vor allem, wie volatil das System ist. Das macht alles nicht einfacher. Im Moment klären wir die Fragen ab, die uns das Parlament mit der zurückgewiesenen Sanierungsvorlage mitgegeben hat. Auf dieser Basis werden wir das weitere Vorgehen diskutieren.

Wie sieht eigentlich ein typischer Klausurtag aus?
Der Tag ist vollgepackt mit Themen. Um 8 oder 8.30 Uhr geht es los, wann wir abends aufhören ist unterschiedlich. Je nachdem, ob wir noch einen kulturellen Anlass besuchen. Nebst alledem ist es wichtig, dass wir auch den Zusammenhalt pflegen, das braucht es für einen Stadtrat, der zusammen funktioniert.

Der Klassenlagereffekt...
Ja. Das ist auch der Grund, warum wir wegfahren. Wir müssen aus dem Alltag ausbrechen. Wenn wir die Klausur in Winterthur organisieren würden, müsste jeder noch da und dort hin. Wir gehen im Sommer sehr gerne an den See. Es ist eine gute Umgebung und nah genug, dass unsere Verwaltungsleute zum Referieren in kurzer Frist hin kommen.

Wenn Sie am Abend noch bei einem Glas Wein sitzen: Wer ist der letzte, der ins Bett geht?
Es gibt solche und solche, aber das ist Stadtratsgeheimnis.

Erstellt: 14.08.2019, 15:45 Uhr

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