Schulraum

Winterthur braucht Platz für 90 Schulklassen

Die neuste Prognose zum Schulraumbedarf der Stadt zeigt, dass in den nächsten Jahren nochmals deutlich mehr Platz nötig ist. Dies gilt für alle Schulkreise, Oberwinterthur wird jedoch weiter am stärksten wachsen.

Kinder weihen das Schulhaus Neuhegi ein. Voraussichtlich wird es auch in den nächsten Jahren neue Schulbauten geben.

Kinder weihen das Schulhaus Neuhegi ein. Voraussichtlich wird es auch in den nächsten Jahren neue Schulbauten geben. Bild: Nathalie Guinand

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Alle drei Jahre erstellt das Raumplanungsbüro Eckhaus AG für die Stadt Winterthur eine Schulraumprognose. In diese fliessen Klassenzahlen, Einwohnerdaten oder die Geburtenentwicklung ein, aber auch Faktoren wie die Wohnbautätigkeit, die Entwicklung der schulergänzenden Betreuung, Raumvorgaben des Kantons oder das Zu- und Wegzugsverhalten. Die jüngste Prognose 2019 zeigt nun: Das Wachstum der Schülerzahlen in Winterthur hält an. Gibt es heute 561 Schulklassen in der Stadt, werden es bis ins Jahr 2033/34 voraussichtlich 651 sein, also 90 Klassen mehr. Das entspricht rund 1800 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern. In einem Szenario mit stärkerem Wachstum könnten es gar 669 Klassen sein, bei einem mit weniger wären es 628 Klassen. Die Stadt ist also gefordert.

An der Medienorientierung von Dienstag betonte Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne), die Prognose habe sich bisher als sehr zuverlässig erwiesen. Nicht zuletzt deshalb könne man den Schulraumbedarf bis 2025 weit gehend abdecken. Schon bis dann sind rund 68 zusätzliche Klassen unterzubringen. Längerfristig komme man jedoch nicht um Neubauten herum. «Wir rechnen mit fünf Neu- oder Ergänzungsbauten sowie drei Erweiterung im Zusammenhang mit anstehenden Sanierungen», sagt Altwegg. Darüber hinaus müssten wohl Räume angemietet werden.

Schulvorsteher Jürg Altwegg zu den Schulraumprognosen der Stadt Winterthur. Videointerview: Mirjam Fonti

Wo es Neubauten geben wird, wollte Altwegg noch nicht sagen. Schon klar sei lediglich, dass Iberg ein Schulhaus brauche. «Wir sind überall dran und wollen dranbleiben, aber wir werden nicht auf Vorrat bauen.» Die detaillierte Schulraumprognose zeigt jedoch ziemlich genau, wo in den Schulkreisen Lücken zu erwarten sind.

Oberwinterthur

Der Schulkreis Oberwinterthur hat in den letzten Jahren den meisten Schulraum erhalten. Innert kurzer Zeit entstanden die Schulhäuser Zinzikon und Neuhegi. Demnächst soll, vorausgesetzt das Volk sagt Ja, das Schulhaus Wallrüti folgen. Dank dieser Neubauten lässt sich das riesige Wachstum der nächsten Jahre abfangen. Erwartet werden bis zu 46 Klassen mehr bis 2033/34, etwa so viel wie in den drei anderen Schulkreisen zusammen. Aktuell hat vor allem die Primarschule Dorf zu wenig Platz, wie Kreisschulpflegepräsident Christoph Baumann (SP) bei der Präsentation erläuterte. Das Schulhaus Wallrüti wird hier eine deutliche Entlastung bringen. Es wird Platz geschaffen für 28 Klassen. In einem der anderen Sekschulhäuser in Oberi, Rychenberg oder Lindberg, wird so Platz frei für Primarschulkinder. Die Sek-Jahrgangsschulen, wie sie heute geführt werden, wird es wohl nicht mehr geben. Details will Baumann jedoch erst in rund einem Jahr bekannt geben.

Auch in Hegi reicht der Schulraum im Moment aus. Dank des Schulhauses Neuhegi gibt es noch etwas Reserven im Schulhaus Hegifeld. Langfristig braucht es aber Schulraum in Hegi-Dorf. Die Prognose empfiehlt einen Neubau. Auch das Guggenbühl soll erneuert und ausgebaut werden. Gemäss Altwegg hat man in Oberwinterthur zudem bei den Turnhallen Nachholbedarf.

Veltheim-Wülflingen

Während im Gebiet Veltheim die Schülerzahlen praktisch stabil bleiben, wächst Wülflingen stark. 15 bis 17 neue Klassen werden hier erwartet. Unter anderem ist deshalb einen Kapazitätsausgleich zwischen den Schuhäusern Feld (Veltheim) und Hohfurri (Wülflingen) geplant. Die Schülerzuteilung soll über die beiden Schulanlagen gesamthaft geplant werden. Auf lange Frist empfiehlt die Prognose einen Ersatzbau für das Schulhaus Erlen. Pavillons sollen an der Wülflingerstrasse und beim Schulhaus Wyden angedacht werden.

Stadt-Töss

In diesem Schulkreis werden 13 bis 15 zusätzliche Klassen erwartet. Bei den Sekundarschulen sollen zwischen den Schulhäusern Heiligberg, St. Georgen und Rosenau die Kapazitäten ausgeglichen werden. Erwartet werden zudem eher kurzfristige Engpässe bei den Kindergärten. Hier sollen Primarschulanlagen Ausweichmöglichkeiten bieten.

«Wir sind dran Platz zu bereit zu stellen, aber wir wollen nicht auf Vorrat bauen.»Jürg Altwegg
Stadtrat, Schulvorsteher

2022 ensteht zudem ein Kindergarten in der Lokstadt für vier Klassen. Falls nötig können dort auch Primarschulklassen untergebracht werden. Auch das Gebiet Dättnau wächst noch immer weiter. Dort empfiehlt die Prognose deshalb erneut eine Kapazitätserweiterung des Schulhauses und eine neue Turnhalle. Ebenso soll beim Schulhaus Rosenau eine Erweiterung geprüft werden.

Seen-Mattenbach

Während Seen-Dorf und Mattenbach nicht so stark wachsen, entstehen in den Seener Aussenwachten rund 150 zusätzliche Familien-Wohnungen. 10 bis 14 Klassen werden bis 2033/34 erwartet. Ein Schulhausneubau im Gebiet Iberg-Gotzenwil soll Abhilfe schaffen. Im heutigen Schulhaus Iberg würde dann der Kindergarten untergebracht. Schon jetzt ist es in den Aussenwachten eng. Auf das neue Schuljahr müssen Kinder aus Iberg in ein Provisorium in Gotzenwil zur Schule. Eine Lösung in Iberg mit Mietraum habe sich auf den Schulstart hin noch nicht ergeben, so Altwegg. Und in Sennhof musste kurzfristig eine Kindergartenklasse geschaffen werden, die nun im Keller des Schulhauses untergebracht wird, dort wo bislang der Hort war. Altwegg sagt dazu, es sei immer möglich, dass es mal unvorhergesehen ein zusätzliches Zimmer brauche. «Aber da finden wir meist innerhalb der Schulen Übergangslösungen.» Zusätzliche Kapazitäten will man in den nächsten Jahren zudem im Schulhaus Steinacker schaffen. Zeitgleich mit der anstehenden Sanierung soll die Schule erweitert werden, so dass acht Klassen zusätzlich untergebracht werden können.

Betreuung

In allen Schulkreisen wird zudem erwartet, dass die schulergänzende Betreuung weiter wächst und mehr Raum braucht. Es wird künftig von einer Betreuungsquote von bis zu 50 Prozent ausgegangen. Heute liegt sie bei 35,2 Prozent. Allerdings wird es laut Altwegg nicht möglich sein, überall zusätzlichen Raum zu schaffen. Vielmehr soll der notwendige Raum zusammen mit der Schule durch die Mehrfachnutzung von Schulraum geschaffen werden. So könnten etwa Turnhallen, Bibliothek oder auch Handarbeitszimmer genutzt werden, sei es um Bewegung oder ruhiges Aufgabenmachen zu ermöglichen. (gvb)

Erstellt: 23.04.2019, 10:53 Uhr

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