Winterthur

Acht Jagd-Hochsitze zerstört

Vandalen haben im Jagdrevier Eschenberg übers Wochenende acht Hochsitze zerstört. Der Fall erinnert an die Zerstörungsaktion in der Nähe der Mörsburg im März, zu der sich Tierbefreiungsaktivisten im Internet bekannt hatten.

Nur noch Altmetall: Im Jagdrevier Eschenberg haben Unbekannte mehrere Hochsitze zerstört. Die Jäger vermuten eine gezielte Aktion von Jagdgegnern.

Nur noch Altmetall: Im Jagdrevier Eschenberg haben Unbekannte mehrere Hochsitze zerstört. Die Jäger vermuten eine gezielte Aktion von Jagdgegnern. Bild: pd

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Als er die kaputten Hochsitze im Eschenberg sah, habe ihm einfach nur noch das Herz wehgetan, sagt Harry Kohler. Der Obmann des Jagdreviers hat gestern Nachmittag mit der Polizei den Schaden aufgenommen.

Fazit: Mindestens jeder zweite Hochsitz wurde zerstört, und der Schaden beträgt 2000 bis 3000 Franken.Bei der Stadtpolizei hat Kohler gestern eine Anzeige gegen unbekannt eingereicht.

«Sie haben die Anlagen ausgekundschaftet und sind dann gezielt vorgegangen»

Die Indizien deuten auf eine geplante Aktion hin. «Sie haben die Anlagen vermutlich ausgekundschaftet und sind dann gezielt vorgegangen», sagt Kohler. Betroffen seien ausschliesslich Hochsitze aus Metall, die im Boden verankert und mit Spannseilen an den Bäumen befestigt seien.

Die Täter hätten die Spannseile durchgeschnitten und dann die Metallleitern mit dem Korb verbogen. Ausserdem sei ein Transparent der Kampagne «Jagd schützt, Jagd nützt» spurlos verschwunden.

Viele Parallelen

Der Vandalenakt erinnert an jenen im Revier Mörsburg Mitte März. Damals bekannten sichauf einer Internetseite Tierbefreiungsaktivisten zur Tat. «Wir haben in einer romantischen Vollmondnacht in Winterthur ein paar Hochsitze kaputt gemacht, drei aus Holz, zwei aus Metall», lautete das Bekennerschreiben.

Die Stadtpolizei hat den Fall untersucht, konnte die Täter aber nicht ausfindig machen. Ein möglicher Zusammenhang werde in die Ermittlungen einbezogen, sagt ein Sprecher.

Laut Kohler will die Jagdgesellschaft, die seit April auch für die Jägerausbildung im Kanton zuständig ist, die Hochsitze im Revier möglichst zeitig wieder aufbauen. Zwei Mann werden wohl ein Wochenende lang mit den Arbeiten beschäftigt sein.

Ohne Hochsitze sei sicheres Jagen nicht möglich, sagt Kohler. Der Schusswinkel von oben soll sicherstellen, dass ein Projektil, falls es hinter dem Tier wieder austritt, im Boden stecken bleibt und nicht weiterfliegt.

Für die Täter hat Kohler kein Verständnis. Dass es sich um andere Jäger handelt, schliesst er aus. Zwar habe es Widerstand gegen das Ausbildungsgebiet im Eschenberg gegeben, der Disput sei aber als Debatte ausgetragen worden.

Von den Jagdgegnern wünscht sich Kohler mehr Gesprächsbereitschaft. Die Abstimmung über die Initiative «Wildhüter statt Jäger» im Herbst wirkte auf die Fronten zuletzt aber eher verhärtend.

(Der Landbote)

Erstellt: 24.07.2018, 08:48 Uhr

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