Museumsprojekt

Alles neu im alten Stefanini-Schloss

Das Schloss Grandson wird ausgebaut, um den historischen Teil der Stefanini-Sammlung zu zeigen. Das Projekt zeigt, wie gross die Aufgaben sind, die das Stefanini-Erbe mit sich bringt.

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Am Kiosk am Schlosseingang steht eine Schulklasse und macht Lärm. Die Lehrerinnen haben den Jugendlichen soeben eine Glace spendiert. Eine weitere Gruppe hat sich gerade im Schlossgarten zum Picknick niedergelassen. Rund 31000 Schüler und Touristen haben das Schloss Grandson 2018 besucht, wie Direktorin Sylvie Gellein gestern an einer Pressekonferenz erklärte. Nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel, doch die Zahlen nehmen ab. Grund dafür sind die laufenden Bauarbeiten und die seit Jahren gleiche Ausstellung.

«Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, aus der Geschichte zu lernen.»Bettina Stefanini, Präsidentin Stiftungsrat

Mit einer umfassenden Renovation und neuen Ausstellungen strebt die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte nun – als Fernziel – 100000 Eintritte an. Zum Vergleich: In der Kyburg werden jährlich rund 40000 Besucher gezählt.

Geschichte für die Zukunft

Stiftungsratspräsidentin Bettina Stefanini bekräftigte gestern vor den lokalen Medien ihr «starkes Engagement» für das Schloss am Neuenburgersee. Sie betonte die Bedeutung von historischen Sammlungen und stellte sie in Bezug zu den politischen Ereignissen, die sie im letzten Jahr in der Schweiz erlebt habe, zu den Klimademonstrationen und zum Frauenstreik: «Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, aus der Geschichte zu lernen.» Tristan Gratier, Präsident der Fondation du Château de Grandson, mit der die Stefanini-Stiftung zusammenarbeitet, lobte das Engagement der neuen Stiftungsleiterin. Ihr sei es zu verdanken, dass Aufbruchstimmung herrsche.

Auf einem Rundgang durchs Schloss zeigte sich einmal mehr, wie viel Aufholarbeit die Stefanini-Stiftung leisten muss. Wie Architekt Bernard Verdon erklärte, wurden 16 Millionen Franken in den letzten Jahren bereits investiert, derselbe Betrag soll bis 2026 – dem 550-Jahr-Jubiläum der Schlacht der Eidgenossen gegen Karl den Kühnen – folgen. Drei Stockwerke der Burg werden komplett saniert.

Viel Spielraum

Die Versäumnisse der Vergangenheit sind auch eine Chance: So viel Gestaltungsraum in einer historischen Burg ist eine Seltenheit. Zum Stefanini-Besitz gehört zudem ein Anwesen von 25000 Quadratmetern, hinunter bis zum Neuenburgersee. Auch dieses derzeit bewaldete Grundstück soll in den nächsten Jahren umgestaltet werden.

Für Autofans, die Grandson früher besucht haben, ein Wermutstropfen: Die ehemalige Oldtimer-Ausstellung kommt nicht ins Schloss zurück, weil die Räume zu feucht sind. Die Autos, darunter der Rolls-Royce, der nach neuen Erkenntnissen wohl doch nicht Greta Garbo gehörte, werden derzeit aufwendig renoviert. Wo sie dereinst gezeigt werden, ist offen. Eine von vielen weiteren Aufgaben für die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte.

Erstellt: 21.06.2019, 10:39 Uhr

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