Winterthur

Alte Schienen sollen Veloweg weichen

Entlang des neuen Eulachparks soll 2020 ein neuer Velo- und Fussweg zum Bahnhof Oberwinterthur entstehen. Bezahlen wird ihn grösstenteils der Kanton.

Hier fährt kein Zug mehr: Betriebsgleise im Industrieareal Im Link, Blick Richtung Bahnhof Oberwinterthur. Rechts die Park-Baustelle. Archivbild: Marc Dahinden

Hier fährt kein Zug mehr: Betriebsgleise im Industrieareal Im Link, Blick Richtung Bahnhof Oberwinterthur. Rechts die Park-Baustelle. Archivbild: Marc Dahinden

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Wer vom Bahnhof Oberwinterthur zu Fuss oder mit dem Velo zu den Industriefirmen Burckhardt Compression, Zimmer Biomet oder Stadler Rail will, muss einen ziemlichen Umweg in Kauf nehmen. Die erste Brücke über die tiefergelegte Seenerstrasse steht bei der Halle 710 und ist nur durch den Eulachpark zu erreichen. Wer das nicht weiss, steht wörtlich «am Berg».

Die Stadt Winterthur will nun diese Lücke im Langsamverkehr schliessen. Sie plant einen Fuss- und Veloweg, der das Industriegebiet an den Bahnhof Oberwinterthur anschliesst. Das fünf Meter breite Strässchen soll zwischen den Bahngleisen und dem vierten Teilstück des Eulachparks entlangführen, das gerade im Bau ist. Die Seemerstrasse wird auf der bestehenden Bahnbrücke überquert, wo sich der Weg auf 3,5 Meter verengt.

Gleise sind ausser Betrieb

Um dafür Platz zu schaffen, werden diverse Zubringergleise zum Industrieareal zurückgebaut. Sie sind nicht mehr in Betrieb. «Hier ist seit mehreren Jahren kein Zug mehr gefahren», sagt Christoph Gafner, Projektleiter beim städtischen Tiefbauamt.

«Hier ist seit mehreren Jahren kein Zug mehr gefahren»

Auf der südlichen Seite wird der neue Veloweg in die Strasse Im Link münden, beziehungsweise in die Fuss- und Velounterführung, die unter den Gleisen hindurch zur Hegistrasse führt, zum Sportplatz Talwiesen und den Leuchtstift-farbigen Wohnblöcken.

Den Kredit für die Neugestaltung dieser Unterführung beziehungsweise deren Zufahrtsrampen hat der Grosse Gemeinderat in seiner letzten Sitzung ohne Diskussion durchgewinkt. Die Strasse Im Link selbst wird an dieser Stelle verlegt und neu gebaut, auf Kosten der Landbesitzer. Der mit Baumstämmen gestützte Teil der Unterführung verschwindet dabei (er unterquert heute überzählige Betriebsgleise), die Unterführung zur Hegistrasse bleibt.

Ursprünglich hatte die Stadt einen acht Millionen Franken Neubau der Unterführung an anderer Stelle, näher beim Bahnhof Oberwinterthur, geplant. Dies wurde aus Kostengründen allerdings im Jahr 2014 verworfen. Der neue Veloweg führt entsprechend zum «alten» Unterführungsportal.

50 neue Velo-Abstellplätze

Auf der nördlichen Seite mündet das 350 Meter lange Wegstück in die bestehende Velounterführung zum Bahnhof Oberwinterthur (Beim kirchlichen Jugendzentrum Gleis 1b). Dazu wird auf der unbebauten Wiese eine Zufahrtsrampe gebaut. Oben auf Gleishöhe werden neue überdachte Veloständer gebaut, mit 50 Einstellplätzen.

Geringe Kosten für die Stadt

Das Projekt kostet 800 000 Franken, wovon das meiste Geld für den Strassenbau selbst verwendet wird, ein Teil ausserdem für die Sanierung des belasteten Untergrunds und für die neuen Veloständer. Weil es einen regionalen Richtplaneintrag für die Wegverbindung gibt, rechnet die Stadt mit einem Beitrag des Kantons von rund 90 Prozent der Gesamtkosten.

Das Geschäft muss noch dem Gemeinderat vorgelegt werden. Geplanter Baustart ist im Jahr 2020. Bis dann sollten der Eulachpark und die neue Strasse Im Link fertig sein.

Erstellt: 15.11.2018, 16:31 Uhr

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