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Altwegg und das moralische Angebot

Nach der Guerilla-Rasensanierung im Schulhaus Geiselweid hat Stadtrat Jürg Altwegg dem Quartierverein Seidenstrasse einen nicht alltäglichen Vorschlag gemacht.

Ausgebessert: Der Fussballrasen beim Schulhaus Geiselweid.
Ausgebessert: Der Fussballrasen beim Schulhaus Geiselweid.
Marc Leutenegger

Wenn die Anwohner das Schaufeln und Bewässern, also das Verlegen und Pflegen des Rasens, übernehmen, zahlt ein nächstes Mal die Stadt für den Rollrasen im Schulhaus Geiselweid. Dieses Angebot hat Schulstadtrat Jürg Altwegg dem Quartierverein Seidenstrasse gemacht.

Eine ungewöhnliche Geschichte findet damit eine ungewöhn­liche Fortsetzung. Am Wochenende hatten Mitglieder des Quartiervereins und Anwohner auf eigene Faust und ohne offizielle Absprache den Fussballrasen des Schulhauses Geiselweid saniert. Seit Jahren sind der Torraum und der Anspielpunkt auf dem Sportplatz löchrig und sandig. Forderungen vom Elternverein, der Platz sei zu sanieren, blieben ungehört. Angestachelt von der WM-Euphorie, entschloss sich der Quartierverein kurzfristig zu einer Guerilla-Aktion.

Altwegg, der erst über die Sanierung ins Bild gesetzt wurde, als alles schon angelaufen war, hatte letzte Woche gegenüber dieser Zeitung Bedenken geäussert. Zwar schätze er die Eigeninitiative, eine Absprache mit der Stadt sei allerdings unerlässlich, mahnte er – ein Aufruf zur Ordnung, der später in den Kommentarspalten einer Gratiszeitung mit einem «Shitstorm» bedacht wurde.

Probleme im Untergrund

Im konkreten Fall sei es so, dass sich unter dem Rasen eine Trafostation von Stadtwerk befinde, erläutert Altwegg, der über das Wochenende die Hintergründe klären konnte. Die Humusschicht sei deshalb sehr dünn und werde leicht abgetragen. Der Rasen müsste in der Folge regelmässig erneuert werden. Sollte der Quartierverein dazu bereit sein, werde die Stadt die jährlich 2000 bis 3000 Franken für die verlegten Rasenstücke übernehmen.

Noch ist offen, ob der Quartierverein darauf eingeht. Grundsätzlich sei der Rasenunterhalt eine städtische Aufgabe, sagt Präsident Christian Huggenberg, signalisiert aber: Man ist offen für einen Dialog. Die Stadt hatte ihrerseits am Samstag auf eine Intervention verzichtet und die Arbeiten zugelassen. Die Beteiligung sei gross gewesen, sagt Huggenberg. Und die vielen positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung waren motivierend.

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