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Asylbewerber ziehen aus Kirche Rosenberg aus – neuer Leerstand

Die Stadt braucht die Kirche am ­Rosenberg nicht mehr, um die ihr zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Den Vertrag mit der reformierten Kirchgemeinde lässt man auslaufen.

«Asylkirche» statt «Kulturkirche»: Die Kirche Rosenberg.
«Asylkirche» statt «Kulturkirche»: Die Kirche Rosenberg.
Donato Caspari

Ende 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, musste es schnell gehen. Die Stadt brauchte mehr Unterbringungskapazität für Asylbewerber, und die reformierte Kirche Rosenberg stand leer - die Winterthurer Kirchenmitglieder hatten ein Umnutzungsprojekt gerade an der Urne verworfen. So wurde aus der geplanten «Kulturkirche» eine «Asylkirche».

«Die Flüchtlinge werden uns fehlen im Quartier»

Dies ändert sich nun zum Jahresende. Weil die Stadt die Kirche nicht mehr benötigt, werden die Einbauten entfernt und der frühere Zustand wiederhergestellt, also die Orgel wieder enthüllt und die auf der Empore gelagerten Bänke wieder aufgestellt. Die 40 verbliebenen von ehemals rund 70 Asylbewerbern werden in andere Unterkünfte verschoben, primär ins alte Busdepot am Deutweg. Allfällige Schulwechsel der Kinder sollen während der Ferien erfolgen.

Mehr Kapazität geschaffen

Der Verwaltungsleiter des Sozialbereichs, Dieter Wirth, gibt mehrere Gründe für den verringerten Raumbedarf an. Einerseits habe man mit dem Busdepot und dem Provisorium Grüzefeld genügend zusätzliche Kapazität geschaffen, um die kantonale Unterbringungsvorgabe von rund 770 Personen zu erfüllen. Zudem kämen heute weniger Flüchtlinge in die Schweiz als damals und es gelinge der Stadt, einen höheren Anteil von ihnen in Privatwohnungen einzumieten.

Was aus der 1960 erbauten, im Denkmalschutzinventar verzeichneten Kirche wird, ist offen. Man werde nun die Kommission «Zukunft Kirche Rosenberg» reaktivieren, sagt Kirchgemeindepräsident Ueli Siegrist. Eine Rückkehr der im November 2015 verworfenen «Kulturkirche» schliesse er aus, «jedenfalls in dieser Form». Nach dem Rückbau im Januar 2018 dürfte vorerst mit einem Leerstand zu rechnen sein.

«Keine grösseren Probleme»

Sowohl Wirth als auch Siegrist ziehen nach den zwei Jahren eine positive Bilanz und danken den Beteiligten und Freiwilligen. Dass der Vertrag nicht verlängert werde, «ein ganz normaler Vorgang», sagt Wirth, habe sich seit längerem abgezeichnet. Grössere Probleme habe es mit den am Rosenberg untergebrachten Asylbewerbern, vor allem aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und dem Sudan sowie Eritrea, nicht gegeben, auch wenn Polizeieinsätze vorgekommen seien. «Die Flüchtlinge werden uns fehlen im Quartier», sagt Siegrist.

Einweg-Holzhäuschen

Über die Kosten der temporären Unterbringung haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart, Wirth spricht von einem «anständigen Mietzins». Das Mobiliar wird nun an andere Standorte verschoben, die eingebauten Holzhäuschen werden fortgeworfen.

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