Aufwertung

Atmosphärische Eingriffe an der Liebestrasse

Mehr Licht, freundlichere Farben und ein Café als Treffpunkt und Empfang – so lautet das Rezept, mit dem die reformierte Kirchgemeinde Stadt das defizitäre Kirchgemeindehaus Liebestrasse attraktiver machen will.

Das Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse muss saniert werden.

Das Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse muss saniert werden. Bild: Madeleine Schoder

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Es ist eine Pinselrenovation, aber auch mehr, was die reformierte Kirchgemeinde Stadt mit ihrem Sorgenkind, dem Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse, vorhat. Alfred Frühauf, Präsident der Kirchgemeinde, spricht von «atmosphärischen Massnahmen», einer «Auffrischung», ja einer «Entstaubung». Mit wenigen, oberflächlichen Eingriffen soll die Stimmung im Haus wohnlicher werden.

Vor allem das Treppenhaus und die Eingangsbereiche stehen zur Disposition. Hier sollen neue Farben und eine freundlichere Beleuchtung den kalten, monumentalen Charakter der Architektur brechen. Und es soll ein Café geben, das gleichzeitig als Empfang dient – was auch personelle Synergien ermöglicht.

Die Massnahmen zielen darauf ab, wieder mehr Leben ins Haus zu bringen, dessen Weiterbetrieb nach jahrelangen Defiziten zeitweise in Frage stand. Zwei Drittel externe Vermietungen und ein Drittel eigene Nutzungen, lautet die nun gefasste Zielvorgabe.

Die Planer ausgewechselt

Entworfen hat das Konzept für dieses «Remake», wie man Neudeutsch sagt, die «Denkstatt sàrl». Das Basler Beratungsunternehmen ist in Winterthur keine Unbekannte. Es hat schon die Entwicklung des Lagerplatzes begleitet und ist an der Umnutzung der Halle 53 beteiligt. Die neuen Pläne wurden an der Kirchgemeindeversammlung im letzten Frühling zum ersten Mal skizziert. Im Sommer hätte die Gemeinde dann über einen Investitionskredit abstimmen sollen. Doch die ausserordentliche Versammlung wurde ausgesetzt. Laut Frühauf stellte sich heraus, dass die geografische Distanz mit dem Basler Beratungsunternehmen die Zusammenarbeit erschwerte. Darum suchte man sich einen neuen Projektleiter – und fand ihn in Urs Wäckerlig vom Winterthurer Architekturbüro Zollinger, der die Kirchgemeinde ohnehin schon in Baufragen berät.

«Wir wollen versuchen, für die Arbeiten die nächsten Sommerferien zu benutzen.»Alfred Frühauf, 
Präsident der Kirchgemeinde

Der Kredit über 290000 Franken ist nun für die Gemeindeversammlung vom nächsten Donnerstag traktandiert. Frühauf spricht von einem «Kostendach», das den Rahmen der Planung vorgibt. Die Details müssten in enger Absprache mit der Denkmalpflege erarbeitet werden. Frühauf will allerdings vorwärts machen: «Wir wollen versuchen, für die Arbeiten die nächsten Sommerferien zu benutzen, weil das Haus dann nicht so gut belegt ist – vielleicht ist das etwas optimistisch.»

Die Mieter sind zurück

Zuletzt war die Kirchgemeinde mit ihrem Veränderungsprozess schleppend vorangekommen. Das trug ihr auch Kritik ein, weil sowohl der reformierte Stadtverband als auch die politische Stadt einen Beitrag ans jährliche Defizit gezahlt hatten, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Unterdessen sehen die Aussichten besser aus. Durch den Verzicht auf die Gastronomie seien die Personalkosten gesunken, sagt Frühauf. Langjährige Mieter, die in der Phase der Unsicherheit auswärts Räume gebucht hatten, seien zurückgekehrt. Das Ziel, dass die externen Vermietungen selbsttragend werden, liegt offenbar in Griffweite.

Nach dem eher erfolglosen Versuch, das Kirchgemeindehaus als Kongresshaus zu vermarkten, ist das neue Konzept für Frühauf auch eine Art Rückkehr zu den Wurzeln. Das Haus sei in seiner Geschichte stets kirchlich und ausserkirchlich genutzt worden, sagt er. «Es war immer auch ein Haus der Stadt.» Gerade sei er ans Jahreskonzert des Musik-Corps Alte Garde Winterthur eingeladen gewesen, das im Festsaal an der Liebestrasse stattgefunden hat. «Da bekamen wir viel Lob für unser Kirchgemeindehaus.»

Der Versammlung vom Donnerstag wolle er nicht vorgreifen, sagt Frühauf. Der Weiterbetrieb scheint in der Gemeinde aber weitgehend unbestritten. «Es hat eine eindeutige Willensbildung stattgefunden», sagt er. «Wir wollen auf diesem Weg weitermachen. Es gibt keine Alternative.»

Erstellt: 18.11.2019, 15:59 Uhr

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Kirchgemeindeversammlung der reformierten Kirchgemeinde Stadt, Donnerstag, 21. November 2019, 19.30 Uhr, im Kirchgemeindehaus Liebestrasse 3 (Grüner Saal)

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