Winterthur

Auslagerungsidee stösst auf Skepsis

Der zuständige Stadtrat will eine Auslagerung der städtischen Busbetriebe prüfen. Von der SP kommt Kritik: Es grenze an Unbelehrbarkeit, dass die bürgerliche Regierung trotz Misserfolgen immer neue Auslagerungsvorhaben präsentiere.

Christa Meier (links), Stefan Fritschi (rechts).

Christa Meier (links), Stefan Fritschi (rechts). Bild: mas / elo

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Der neue Betriebsstadtrat Stefan Fritschi (Bild rechts) sagte letzte Woche an der 100-Tage-Pressekonferenz etwas, das weitherum aufhorchen liess: Der FDP-Poli­tiker möchte eine Auslagerung von Stadtbus prüfen. Innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) seien nur die Stadtzürcher und die Winterthurer Verkehrsbetriebe noch Einheiten der jeweiligen Stadtverwaltung, weshalb eine Überprüfung des Status quo angezeigt sei.Bei der SP kritisiert man Fritschis Idee. Verkehrspolitikerin und Stadtpräsidiumskandidatin Christa Meier (Bild links) sagt, sie sei extrem skeptisch: «Ich sehe keine Vorteile.» Nicht einmal die übliche bürgerliche Argumentation bei Auslagerungen, man müsse im Markt schnell handeln können, sei hier anwendbar. «Das Volk hat Nein gesagt zur Privatisierung des Kantonsspitals, und nun versucht man es noch mit Stadtbus.» Das grenze an Un­belehrbarkeit.

Ein Wahlkampf-Ballon?

GLP-Politiker Markus Nater vermutet Wahlkampf hinter dem «Luftballon» von Fritschi, der damit die eigene Wählerbasis zufriedenstellen wolle. Eine Auslagerung könne man nur unterstützen, falls sich ein klarer Mehrwert für die Angestellten und auch für die Kunden zeige, was derzeit kaum absehbar sei. Auch SVP-Fraktionspräsident Daniel Oswald äussert sich eher skeptisch: «Bei Stadtbus gibt es wenig Gestaltungsfreiheit, denn fast alles ist vom ZVV vorgegeben.» Es sei auch wichtig, dass die Stadt wie bisher ihre Anliegen einbringen könne. Jedoch sei es in Ordnung, eine Auslegeordnung vorzunehmen. Das findet auch Grünen-Co-Präsident Reto Diener: «Ich lasse mich überraschen, was dabei ­herauskommt.»

«Je flexibler, desto besser»

Am meisten Sympathie für Fritschis Idee zeigt EVP-Politikerin Lilian Banholzer. Stadtbus sei schon heute innerhalb der Verwaltung recht autonom. Sollte der ZVV künftig weniger Geld vom Kanton bekommen, was sich abzeichne, treffe das auch die Winterthurer Busbetriebe, und «je flexibler das Unternehmen dann agieren kann, desto besser».

Stadtrat Fritschi selbst betonte auf Nachfrage, er hege keine konkreten Auslagerungspläne, und dass er die Prüfung der Rechtsform «ergebnisoffen» angehen wolle. Allerdings zeichnet sich schon ab, wie die Stadtfinanzen entlastet würden. (Der Landbote)

Erstellt: 31.10.2017, 21:19 Uhr

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