Zum Hauptinhalt springen

«Autoarme» Polizei: 9 Parkplätze für 250 Mitarbeiter

Stadtpolizisten ­sollen mit dem Bus und dem Velo zur Arbeit kommen. Die Stadt ­erstellt beim neuen Polizei­gebäude viel weniger ­Parkplätze als erlaubt, wie das Baugesuch zeigt.

Beamte sollen mit Bus oder Velo anreisen: Das neue Polizeigebäude (hier in der Visualisierung) soll das Label «autoarme Nutzung» tragen.
Beamte sollen mit Bus oder Velo anreisen: Das neue Polizeigebäude (hier in der Visualisierung) soll das Label «autoarme Nutzung» tragen.
PD

87 Millionen Franken wird es kosten, das neue Polizeigebäude am Teuchelweiher. Für dieses Geld bekommen die Stadtpoli­zistinnen und -polizisten in rund vier Jahren fast alles, was ihnen bisher fehlte, von hellen Büros bis zu geräumigen Garderoben und einem Kampfsport-Dojo. Eines aber bleibt fast allen verwehrt: ein Parkplatz am Arbeitsort.Ein Blick ins Mobilitätskonzept, das zusammen mit der Bau­ausschreibung derzeit im Superblock aufliegt, verrät: Die Tief­garage ist praktisch ausschliesslich für die Dienstfahrzeuge reserviert. 45 Autoparkplätze stehen zur Verfügung für Streifenwagen, Mannschaftsbusse oder Quartier-Smarts, hinzu kommen noch zwei oberirdische Parkplätze für die Hundeführer. Hingegen sind auf dem ganzen Areal nur gerade neun Plätze für die Autos der Mitarbeiter vorgesehen, davon sechs für Pikettfahrzeuge, die über Nacht nach Hause mitgenommen werden.

Trotz der grosszügigen Platzverhältnisse am neuen Standort stehen mithin nicht mehr, sondern leicht weniger Parkplätze für die Polizisten zur Verfügung als bisher: Am Obertor sind heute 51 Parkplätze verfügbar, die zugemieteten mit eingerechnet.

«Als Blaulicht- organisation müssen wir rund um die Uhr funktionieren können».

Michael Wirz, Polizeisprecher

Die Stadt strebt beim neuen Polizeigebäude das Label «auto-arme Nutzung» an – so steht es im Mobilitätskonzept. Ein ganz bewusster Entscheid der Stadt, denn nach eigenem Parkplatzreglement läge die Zahl der Mitarbeiterparkplätze für den 250-Personen-Betrieb Stadtpolizei bei 31 – nicht bei neun.

Töffparadies Stadtpolizei

Statt mit dem Auto sollen die Polizistinnen und Polizisten lieber im Bus anreisen. Im Mobilitätskonzept wird empfohlen, dass der Arbeitgeber sich am ÖV-Abo beteiligt. Beschlossen wurde dies allerdings noch nicht, wie es auf Nachfrage heisst. Auch das Velofahren wird gefördert. 93 Veloplätze stehen zur Verfügung, 20 davon mit E-Bike-Ladestation. Zudem sind nicht weniger als 44 Stellplätze für Töffs vorgesehen. Wie der Bericht zeigt, gibt es bei der Stadtpolizei bereits heute viele Töff-Fans: 30 Plätze sind im Hof des Polizeiareals Obertor vermietet.

Aufs Parkhaus ausweichen

Ganz so einfach ist das nicht mit der «autoarmen» Polizei. «Als Blaulichtorganisation müssen wir rund um die Uhr funktionieren können», sagt Stapo-Sprecher Michael Wirz. «Zum Beispiel bei Dienstschluss in der Nacht um 3.30 Uhr ist eine Heimreise mit dem ÖV nicht immer möglich.» Die Polizisten werden angehalten, in den umliegenden Parkhäusern zu parkieren, insbesondere im Teuchelweiher-Parkhaus direkt nebenan.

Per Bus oder Velo anreisen sollten auch die Besucher der Wache. Für sie gibt es zwar acht Besucherparkplätze, aber nicht gratis. Mindestens zwei Franken pro Stunde sollen sie kosten und die Parkdauer ist zu begrenzen. Allerdings bedeutet das gegenüber dem Status quo immer noch eine Verbesserung. Das alte Polizei­gebäude am Obertor liegt bekanntlich in der Altstadt und bietet somit gar keine Parkplätze.

Eigene Tankstelle

Kaum Parkplätze also beim neuen Polizeigebäude – dafür kommen die Beamten zu einer Tankstelle, wenn auch eher zufällig. Die sich bereits an der Obermühlestrasse befindende Dieseltankstelle wird etwas verschoben und erneuert. Sie soll von der ganzen Stadtverwaltung genutzt werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch