Fahrplan

Bald heisst es: «Letzter Halt, Mühle Hegi»

Pendlerinnen und Pendler müssen sich wappnen: Ab kommendem Sonntag, dem 9. Dezember, gilt der neue Fahrplan, der für Winterthur und die Region allerlei Änderungen bringt – mit vielen Profiteuren, aber auch einigen Verlierern.

Endstation für eine ÖV-Verbindung: Ab Sonntag hält der Bus 680 nicht mehr bei der Mühle Hegi. Der Dorfverein versammelt sich am Samstagabend, um Abschied zu nehmen.

Endstation für eine ÖV-Verbindung: Ab Sonntag hält der Bus 680 nicht mehr bei der Mühle Hegi. Der Dorfverein versammelt sich am Samstagabend, um Abschied zu nehmen. Bild: Madeleine Schoder

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Eine halbe Stunde vor Mitternacht versammelt sich der Ortsverein Hegi-Hegifeld an diesem Samstag auf dem Dorfplatz. Der Grund für das Treffen zu ungewöhnlicher Zeit: Der Verein will die letzten Busse, die an der Mühle Hegi im Dorf halten, würdig verabschieden. Denn mit dem Fahrplanwechsel wird dieser Halt aufgehoben, ebenso wie die Haltestellen Bahnhof Hegi und Hofackerstrasse im Wohnquartier.

Danken, nicht jammern

«Natürlich hätten wir die Haltestelle gerne behalten», sagt Andreas Häusler vom Ortsverein Hegi-Hegifeld. Vor allem für ältere Leute mit Gehbehinderung sei es künftig zur nächsten Haltestelle relativ weit. Hinzu komme, dass die Linie 680 künftig auch in Chli-Hegi und Hegi im Gern nicht mehr halte. «Viele Hegemer verlieren dadurch die Expressverbindung in die Stadt sowie die Querverbindung nach Oberwinterthur. Das schmerzt.» Doch man wolle an diesem Anlass nicht jammern, sondern sich für den geschätzten Dienst noch einmal bedanken, sagt Häusler. Und schliesslich verliert Hegi auch nicht nur. Der Bus mit der Nummer 7, der bis nach Hegi verlängert wird, fährt deutlich häufiger als der Vorgänger mit der 14.

Zu den Verlierern des neuen Fahrplans gehört das Steig-Quartier: Durch den Wegfall des 11ers werden die Verbindungen weniger. Bild: Marc Dahinden

Ebenfalls nicht glücklich mit dem neuen Fahrplan sind die Steigemer. Stadtbus streicht die Linie 11. Die Steigemer können zwar die Linie 660 von Stadtbus nutzen, doch durch den Wegfall des 11-ers fahren deutlich weniger Busse als bisher Richtung Winterthur. «Wir sind davon ausgegangen, dass wir auch profitieren, doch passiert ist das Gegenteil», klagten Vertreter des Steig-Forums. Kleiner Trost: Am Sonntag fährt die Linie 660 neu häufiger.

Waldshut nur mit Umsteigen

Kleinere Einbussen gibt es auch für die Quartierbahnhöfe. Oberwinterthur etwa verliert die S 23, die aktuell zu Stosszeiten von Zürich nach Romanshorn fährt. Künftig fährt diese S-Bahn zwar häufiger, hält aber nicht mehr in Oberwinterthur. Die Bahnhöfe Töss und Wülflingen verlieren, wie übrigens auch Winterthur, die direkte S41 nach Zurzach und Waldshut. Künftig muss man umsteigen, um diese Ziele zu erreichen.

Die wichtigsten Änderungen für Stadtbus-Nutzer im Überblick

  • Linie 1 (Oberwinterthur-HB-Töss): Zusätzliche Frühverbindungen, ab 20.30 Uhr neue Abfahrts- und Ankunftszeiten.
  • Linie 2 (Seen-HB-Wülflingen): Zusätzliche Frühverbindungen, neue Abfahrts- und Ankunftszeiten für Entlastungslinie 2E.
  • Linie 3 (Rosenberg-HB-Oberseen): Zusätzliche Frühverbindungen ab Rosenberg, ab 20.30 Uhr neue Abfahrts- und Ankunftszeiten.
  • Linie 4 (HB-Breite, Rundkurs): Keine Änderung.
  • Linie 5 (Technorama-Grüze-Märkte-HB-Dättnau): 15-Minuten-Takt von Montag bis Sonntag, Verlängerung der Betriebszeiten am Samstag bis 21 Uhr.
  • Linie 7 (Bahnhof Wülflingen-Fachschule-HB-Chli-Hegi: Zusammenlegung der Linien 7 und 14. Zudem: 10-Minuten -Takt zu Hauptverkehrszeiten, 15-Minuten-Takt zu übrigen Zeiten.
  • Linie 9 (Seen-Gotzenwil-Eidberg-Klösterli Iberg): Ganztags gleicher Fahrweg, alle Haltestellen werden bis Betriebsende in beide Richtungen bedient. 15-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten ansonsten 30-Minuten-Takt. Anschlüsse in Seen an die S11 und S26.
  • Linie 10 (HB-Kantonsschule-Bahnhof Oberwinterthur): 10-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten, 15-Minuten-Takt während der übrigen Zeiten. Zusätzliche Frühverbindungen an den Hauptbahnhof.
  • Linie 11 (HB-Steig): Entfällt. Integration in die Linie 660 nach Brütten-Nürensdorf-Bassersdorf.
  • Linie 12 (HB-Bruderhaus): Unverändert.
  • Linie 14 (HB-Hegi): Wird eingestellt, Integration in Linie 7.
  • Es empfiehlt sich für einmal selbst für regelmässige ÖV-Nutzer, vor der nächsten Fahrt den Fahrplan zu konsultieren. Die neuen Verbindungen sind online unter zvv.ch bereits abrufbar (Datum ab 9. Dezember eingeben).

Die Wichtigsten Änderungen für Zugpassagiere aus Winterthur und Region

In einer Werbung kündigt der Zürcher Verkehrsverbund den Fahrplanwechsel vom 9. Dezember wie folgt an: «Neue Zeiten, neue Linien, neue Verbindungen». Tatsächlich verkehren ab Sonntag viele S-Bahnen nicht mehr wie gewohnt. In vielen Fällen ändern sowohl die Zeiten als auch die Bezeichnungen.

Die wichtigsten Änderungen für S-Bahn-Nutzer in der Übersicht:

  • S8: Der Abschnitt Winterthur-Weinfelden entfällt. Ersatz durch die S24.
  • S11: Verkehr neu ganztags in beide Richtungen und ersetzt auf den Abschnitten Winterthur-Seuzach und Winterthur-Seen die S12. Die Strecke Winterthur-Zürich erhält dank der S11 in Kombination mit der S12 einen 15-Minuten-Takt.
  • S12: Verkehrt neu von Winterthur stündlich alternierend nach Schaffhausen und Wil und ersetzt dabei einmal pro Stunde die S33 und S35.
  • S23: Fünf Fahrten aus Richtung Romanshorn von Winterthur nach Zürich am Morgen, vier Fahrten zurück am Abend. Kein Halt mehr in Oberwinterthur.
  • S24: Wird von Bahnhof Winterthur einmal pro Stunde nach Weinfelden verlängert, ersetzt die S8.
  • S26: Verkehrt zwischen Winterthur und Bauma neu im exakten 30-Minuten-Takt.
  • S29: Verkehrt bis 21 Uhr im 30-Minuten-Takt nach Stein am Rhein, danach noch bis Seuzach 30-Minuten-Takt und bis Stein am Rhein im Stundentakt.
  • S33: Fährt nur noch stündlich von Winterthur nach Schaffhausen, dafür fährt auf diesem Abschnitt neu stündlich die S 12.
  • S35: Verkehrt nach Wil noch stündlich, dafür zusätzlich auch stündlich die S 12. Am Wochenende bleibt der 30-Minuten-Takt.
  • S41: Verkehrt nur noch zwischen Winterthur und Bülach. Bis Waldshut gibt es neu die S36. 30-Minuten-Takt bis Betriebsende.
  • Fernverkehr: Neue Direktverbindung zwischen Winterthur und Luzern und Winterthur und Chur (via Rheintal). Zwei Verbindungen statt eine pro Stunde ohne Halt zwischen Winterthur und St. Gallen in den Hauptverkehrszeiten.
  • Auch im Busnetz gibt es einige Änderungen. Unter anderem werden teilweise die Bushaltestellenkanten am Hauptbahnhof umbenannt (siehe Grafik). Zudem gibt es teils Änderungen bei der Linienführung und viele Buslinien erhalten eine Taktverdichtung. mif

Situationsplan Bahnhofplatz ab 9.12.2018. Klicken Sie auf das Bild für eine grössere Ansicht. Quelle: ZVV, Grafik: PD (Landbote)

Erstellt: 05.12.2018, 16:28 Uhr

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