Grosser Gemeinderat

Baum des Anstosses

Ein Baum war im Gemeinderat Anlass für Misstöne. Hauptakteure: Die SP und der Stadtpräsident.

Nicht dieser Baum (links) aber dieser Stadtpräsident (rechts) erzürnte die SP.

Nicht dieser Baum (links) aber dieser Stadtpräsident (rechts) erzürnte die SP. Bild: Nathalie Guinand

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Vor dem Schulhaus St. Georgen steht seit kurzem ein frisch gepflanzter Baum, geziert von einer Plakette. Darauf danken die CVP und der Stadtpräsident ihren Wählern für die Unterstützung in diesem Jahr. Ist das nun eine nette, harmlose Geste oder unlautere Parteiwerbung auf öffentlichem Grund? Für die SP ist es das Letztere.

Man habe mit Befremden von dieser Schenkung Kenntnis genommen, sagte Gemeinderätin Maria Sorgo (SP) am Montagnachmittag im Gemeinderat im Rahmen einer Fraktionserklärung. Die Gestaltung des Schulareals sei eine öffentliche Aufgabe und kein Feld für Sponsoring, und er hat nach Meinung der SP frei zu sein von Werbung, auch von politischer Werbung. Man hätte von der CVP und dem Stadtpräsidenten mehr Sensibilität erwartet, sagte Sorgo. «Wir finden, die Widmung gehört entfernt. Der Baum darf, als Opfer eine missglückten Werbeaktion, natürlich stehen bleiben.»

Ironie und Häme

Michael Künzle (CVP) zeigte keine Lust, auf den Vorwurf der Parteiwerbung auf Schulgrund detailliert einzugehen. Er dankte vielmehr, mit hämischer Ironie, der SP, dass sie diese Schenkung bekannt gemacht habe. «Dank Euch weiss das jetzt die ganze Stadt.» Er teilte aber doch mit, die Plakette werde wieder entfernt, da sich der Baum tatsächlich auf Land der Schule befinde. Auch CVP-Präsident Andreas Geering ergriff das Wort. «Der Standort wurde uns von der Stadtverwaltung so zugewiesen», sagte er. «Ich verstehe nicht, was an einem neuen Baum falsch sein kann.» Von den übrigen Parteien fühlten sich nur noch die Grünen vom Thema angesprochen. Reto Diener dankte der CVP und dem Stadtpräsidenten fürs «Zur-Verfügung-Stellen einer Politposse.» mcl (mcl)

Erstellt: 03.12.2018, 16:59 Uhr

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