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Achtung, Baum fliegt!

Wegen Platzmangels kam am Dienstag für eine Fällung ein Helikopter zum Einsatz, der die Baumkrone Stück für Stück abtrug.

In sieben Zügen wurde am Dienstagvormittag in Oberi eine Föhre weggeflogen, Kronenstück für Kronenstück.

Ortstermin Oberwinterthur, Stadlerstrasse 55, Dienstag 10.45 Uhr: Die Bewohner der benachbarten Grabenackerstasse haben ihre Reihenhäuschen verlassen und blicken gespannt in den Himmel, das Smartphone griffbereit. «Hörst ihr’s? Er kommt», sagt ein älterer Herr. Und schon kreist der Helikopter ein erstes Mal über die Dächer. Bestellt hat ihn der Forstunternehmer Lienhart Pfeiffer für die Fällung einer 15 Meter hohe Föhre. Diese stand nur wenige Meter neben den Wohnhäusern und damit zu nah, um klassisch gefällt zu werden. Einem Kran wären auf der Stadlerstrasse wiederum die Busleitungen in die Quere gekommen, also blieb nur die spektakuläre Variante von der Luft aus.

In der Baumkrone bindet ein Forstarbeiter schlaufenartig die Seile um den Stamm, während sich etwa 30 Meter darüber der Helikopter mit Seilwinde und Klaue in Position bringt. Per Funk greift die Klaue in die Schlaufe, die Motorsäge kreischt kurz auf, teilt den Stamm und schon hebt das oberste Stück ab. Es wird ein kurzer Flug, wenige Meter über den Reihenhausriegel bis zum Parkplatz. Dort werden die Baumkronen-Stücke abgeladen und zersägt.

Eine Anwohnerin, über deren Haus das über eine Tonne schwere Transportgut geflogen wird, schaut leicht angespannt zu. Nach einer Viertelstunde und sieben Flügen dreht der Heli wieder gen Südosten ab, zurück nach Mollis GL. «Nichts passiert, Holz anfassen», sagt die Frau und lacht.

Klinken putzen war angesagt

«Perfekt gelaufen», bilanziert Lienhart Pfeiffer – nach einem harzigen Start. Die Wohnbaugenossenschaft HGW wollte offenbar die Parkplätze zum Abladen der Fracht nicht freigeben. Da habe er frühmorgens bei jedem Anwohner persönlich geklingelt und gebeten, das Auto wegzufahren. Alle hätten freundlich eingewilligt.

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