Gartenkinder

Beim Gärtnern etwas fürs Leben lernen

Ein Projekt bringt Zweitklässler ins Gartenbeet – auch beim Schulhaus Mattenbach.

Gartenkinder im Einsatz: Vor dem Schulhaus Mattenbach wurden Tomaten, Kartoffeln und Erbsen gepflanzt.

Gartenkinder im Einsatz: Vor dem Schulhaus Mattenbach wurden Tomaten, Kartoffeln und Erbsen gepflanzt. Bild: Marc Dahinden

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«Probiert, die Blätter könnt ihr roh essen», animiert Nora Strickler die Zweitklässler in ihrem Gartenkurs dazu, den frischen Blattspinat zu essen. Kritisch blicken die Kinder die Stängel an, manche kennen Spinat vor allem verpackt im Tiefkühlregal. Jeden Donnerstag erklärt Nora Strickler den acht Kindern den Garten und seine Umgebung. So erfahren die Kleinen etwas über verschiedene Pflanzen und Gemüse, aber auch über Bienen, Schmetterlinge und Ameisen.

Jede Woche 90 Minuten

An knapp 60 Gartenstandorten in der ganzen Schweiz können Kinder unter Anleitung einer Kursleiterin oder eines Kursleiters ihr eigenes Gartenbeet bewirtschaften. In Winterthur macht ein halbes Dutzend Schulen mit. Es handelt sich um ein Angebot von Bioterra, einer Organisation für Bio- und Naturgärten, und kostet 150 Franken. Der wöchentliche Saisonkurs findet jeweils von Anfang April bis September statt. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, in ihrem eigenen Beet sowie auf einer Gemeinschaftsfläche Gemüse anzubauen. Der Kurs dauert von 16 bis 17.30 Uhr.

Ebenso wichtig wie die Gartenarbeit ist der pädagogische Aspekt: Nora Strickler nimmt eigens für den Kurs an vier Samstagen an einer Weiterbildung teil. Sie lernt dort, wie sie den Kindern die Gartenarbeit sinnvoll vermitteln kann. Im Moment wird Stickler meist von ihrer Mutter Yvonne Stickler unterstützt. Ihr Einsatz war etwa gefragt, als die Kinder die Beete nicht mehr betreten wollten, da sie von einer Ameisenplage befallen waren. Geduldig erklärte Yvonne Strickler, warum auch die Ameisen wichtig sind. «Verständnis hilft den Kindern, gewisse Situationen zu akzeptieren», erklärt Nora Strickler. So waren die Ameisen irgendwann kein so grosses Thema mehr, und die Kleinen gärtnerten fröhlich weiter.

Am Ende des Kurses dürfen die Kinder ihre Ernte mit nach Hause nehmen. Tomaten, Kartoffeln, Erbsen – bis jetzt sei jedoch erst die Kresse gediehen, bemerkt ein Kind enttäuscht. Alle freuen sich aber auf die weiteren Ergebnisse. Was hat die Kinder am meisten beeindruckt? «Dass wir für die Erde Pferdemist brauchen!»

Erstellt: 12.06.2019, 10:32 Uhr

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