Winterthur

Bettina Stefanini: «Ein Museum in Winterthur planen wir nicht»

Nach dem Entscheid des Bundesgerichts hat die Tochter von Bruno Stefanini gestern dargelegt, wie sie und ihr Stiftungsrat die Zukunft sehen. Hier die Informationen der Medienkonferenz kurz zusammengefasst.

Nach langem Rechtsstreit übernimmt Bettina Stefanini die Führung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte zu übernehmen. An der Medienkonferenz informieren auch Anwalt Oliver Arter und Sachwalter Stephan Herren.

Nach langem Rechtsstreit übernimmt Bettina Stefanini die Führung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte zu übernehmen. An der Medienkonferenz informieren auch Anwalt Oliver Arter und Sachwalter Stephan Herren. Bild: Marc Dahinden

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Kurzfristig gaben Bettina Stefanini, ihre Anwälte und der Sachwalter, der die Stiftung gut drei Jahre lang geführt hatte, gestern Abend eine Medienkonferenz. Dabei zeigte die Tochter grossen Respekt vor der Lebensleistung ihres Vaters Bruno Stefanini, stellte einiges aber auch infrage: «Mein Vater war irgendwo zwischen Chaot und Visionär», sagte sie. Sie und ihr Stiftungsrat wollen seine persönlich niedergeschriebenen Ideen, was die Stiftung erreichen soll, nun angehen: Zunächst gehe es darum, ein Gesamtinventar zu erstellen. Erst rund 10 000 aller 33 590 Objekte, die sich in der Stiftung befinden, sind bisher elektronisch erfasst. Manches liegt noch reichlich ungeordnet in Kartonboxen.

Mehr Leihgaben

Der neue Stiftungsrat will noch öfter als bisher Leihgaben für Ausstellungen zur Verfügung stellen, insbesondere natürlich die Gemälde, man suche dafür auch konkrete Partnerschaften. Die Idee, die ihr Vater einst präsentiert hatte, steht aber nicht auf der Prioritätenliste: «Wir planen kein Museum, weder in Winterthur noch in der Ostschweiz.»

Hingegen hegt das Gremium Pläne, das Museum im Schloss Grandson, das auch zur Stiftung gehört, gehörig auszubauen. Baulich sei in den letzten acht Jahren viel gegangen, nun könne man die neuen Räume auch bespielen.

Gemälde in gutem Zustand

Der Sachwalter, der im Auftrag der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht dreieinhalb Jahre lang die Stiftungsgeschäfte geführt hatte, sagte, die ganz guten Stücke unter den 750 Gemälden seien erstklassig gelagert und gut gesichert; da könne «nichts anbrennen». Auch in den übrigen drei Depots habe man geschaut, dass nichts kaputtgehe, etwa durch Insektenbefall. Notfalls habe man darum Begasung eingesetzt.

Die vor Bundesgericht unterlegenen alten Stiftungsräte äusserten sich gestern nur kurz zum Urteil: Da es sich um einen letztinstanzlichen Entscheid handle, sei dieser zu akzeptieren. Weil noch keine Begründung vorliege, sei eine weitere Stellungnahme nicht möglich.

Erstellt: 19.06.2018, 06:14 Uhr

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