Bundesgerichtsurteil

Bettina Stefanini freut sich: «Ein irrsinniger Tag»

Anderthalb Jahre nach dem Urteil der Vorinstanz bestätigt das Bundesgericht: Bruno Stefaninis Nachkommen sollen in der Stiftung das Sagen haben. Die Tochter Bettina Stefanini sagt, sie könne es noch kaum fassen.

Das Urteil wirft kein gutes Licht auf die Beschwerdeführer, die Immobilien- und Verwaltungsfirma Terresta AG, die mehrere Tausend Wohnungen im Besitz von Bruno Stefanini sowie seiner Stiftung verwaltet. Auch Liegenschaften an der General-Guisan-Strasse gehören dazu.

Das Urteil wirft kein gutes Licht auf die Beschwerdeführer, die Immobilien- und Verwaltungsfirma Terresta AG, die mehrere Tausend Wohnungen im Besitz von Bruno Stefanini sowie seiner Stiftung verwaltet. Auch Liegenschaften an der General-Guisan-Strasse gehören dazu. Bild: jb

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Noch hat das Bundesgericht selber seinen Entscheid nicht veröffentlicht. Doch Bettina Stefanini wurde gestern am späten Nachmittag vom Sachwalter der Stiftung telefonisch über den Sieg orientiert. «Das ist ein irrsinniger Tag», sagte sie am Telefon in Dublin zum «Landboten», sie freue sich sehr. «Ich kann es noch kaum fassen und hatte noch keine Gelegenheit, das auf mich wirken zu lassen.» Sie werde in den nächsten Tagen in die Schweiz reisen, das Nötige mit ihrem Bruder und ihrem Rechtsvertreter besprechen und dann eine Medienkonferenz abhalten, erklärte die 52-jährige Bettina Stefanini.

Das Urteil gibt Bettina Stefanini und ihrem jüngeren Bruder Vital recht, und es wirft kein gutes Licht auf die Beschwerdeführer, namentlich Markus Brunner und Umit Stamm, den Geschäftsführer und den Finanzchef der Terresta AG. Das ist die Immobilien- und Verwaltungsfirma, die den Besitz von Bruno Stefanini sowie seiner Stiftung betreut: mehrere Tausend Wohnungen in 280 Gebäuden sind es laut Homepage.

Brunner, Stamm und Stefaninis ebenfalls betagte Sekretärin Dora Bösiger hatten Ende 2014 versucht, den bereits bettlägrigen Bruno Stefanini dazu zu bewegen, ihnen das Ernennungsrecht für den Stiftungsrat zu übertragen. Die Tochter Bettina Stefanini legte bei der Stiftungsaufsicht Beschwerde ein.

Vorwurf: Vetternwirtschaft

Die Gerichtsurteile halten nun eindeutig fest: Allein schon der Versuch, die Nachkommen auszubooten, geht gar nicht. Denn Stefanini selber hatte seinen Kindern dieses Ernennungsrecht gegeben. «Weder der Stifter noch andere Organträger», heisst es im Urteil, hätten das Recht, «die Organisation oder den Zweck der Stiftung» abzuändern. Oder anders gesagt: Was Stefanini bei der Gründung seiner Stiftung festlegte, gilt auch in Zukunft. Das Urteil geht sogar noch weiter: Die von den Stiftungsräten Brunner, Stamm und Bösiger vorgeschlagene Selbsternennung künftiger Stiftungsräte «begünstigt Vetternwirtschaft und bietet keine Gewähr für eine objektive Wahl geeigneter Stiftungsratsmitglieder». Die Richter haben auch Zweifel daran, dass die Stiftungsräte im Sinne Stefaninis handelten: Sie hätten «mindestens genauso im eigenen Interesse gehandelt», heisst es im Urteil.

Bettlägrig, aber stabil

Ein zentraler Punkt im Urteil ist die fortschreitende Demenzerkrankung Bruno Stefaninis, der letztmals 2014 im Rollstuhl öffentlich auftrat, als das Kunstmuseum Bern 140 Bilder seiner Sammlung zeigte. Seit November 2014 ist er dauerhaft bettlägrig und wird rund um die Uhr betreut.

Das sei auch heute noch so, sagte Bettina Stefanini gestern. Seine geistigen Fähigkeiten seien weiter abgebaut, doch sei er so weit stabil. Ob er sie und ihren Bruder bei Besuchen jeweils erkenne, könne sie nicht eindeutig abschätzen. (Der Landbote)

Erstellt: 16.06.2018, 17:22 Uhr

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Bettina Stefanini (Bild: hd)

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