Winterthur

Beutler fordert Künzle heraus

Die SP wechselt die Kandidatin und nominiert im zweiten Wahlgang der Präsidiumswahl die glanzvoll in den Stadtrat gewählte Yvonne Beutler. Damit sagt sie Michael Künzle den Kampf an.

Nun will sie doch: Yvonne Beutler kandidiert fürs Stadtpräsidium.

Nun will sie doch: Yvonne Beutler kandidiert fürs Stadtpräsidium. Bild: elo

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Die SP hat sich entschieden: sie steigt mit Yvonne Beutler in den zweiten Wahlgang der Stadtpräsidiumswahl und attackiert damit Stadtpräsident Michael Künzle mit ihrer stärksten Waffe – sprich mit der wählerstärksten Kandidatin Winterthurs. Im ersten Wahlgang waren die Sozialdemokraten noch mit Christa Meier angetreten, die zwar den Einzug in den Stadtrat schaffte, aber erwartungsgemäss in der Präsidiumswahl deutlich hinter Künzle zurückblieb.

Das Resultat des ersten Wahlgangs.

Vor dem ersten Wahlgang hatte die nun nominierte Yvonne Beutler stets betont, sie wolle Künzle nicht herausfordern. Im Vorfeld der Wahl, sagte die Finanzministerin gegenüber dem Landboten: «Dass ich nicht kandidiere, war für mich früh klar und ich fühlte mich der Partei gegenüber auch nicht verpflichtet.» Ihr liege das repräsentative Amt des Präsidenten nicht so sehr, wie die fachliche Arbeit im Hintergrund, meinte sie damals.

Beutler mit guten Chancen

Das unerwartet gute Resultat, bewegten Beutler und die SP nun also zum Umdenken. Die 44-Jährige war am Sonntag mit einem glanzvollen Resultat in den Stadtrat gewählt worden. Soviele Stimmen wie sie, machte niemand. Im ersten Wahlgang holte sie fast 4000 Stimmen mehr, als ihr jetziger Widersacher Michael Künzle (CVP). Ihr werden deshalb sehr gute Chancen eingeräumt den amtierenden Stapi zu übertrumpfen.

Das Resultat der Stadtratswahl: Beutler deutlich vor Künzle.

Wie die SP schreibt, will sie mit diesem Schritt den Willen ihrer Wählerinnen und Wähler umsetzen und als stärkste Partei die Führung der Stadt übernehmen. Am vergangenen Wahlsonntag wurde die SP mit 30,4% Stimmenanteil (+6%) und den drei gewählten Stadträten Yvonne Beutler, Nicolas Galladé und Christa Meier klar als wählerstärkste Partei in Winterthur bestätigt.

Gemäss SP, zeige das hervorragende Wahlergebnis von Yvonne Beutler, dass ihr Leistungsausweis weit über die eigene Partei hinaus anerkannt werde. Die Parteileitung sei deshalb zum Schluss gekommen, dass sie die geeignete Kandidatin ist, um «Winterthur in eine fortschrittliche, ökologische und soziale Zukunft zu führen».

Beutler wäre die erste Stadtpräsidentin in der Geschichte Winterthurs.

An der Mitgliederversammlung vom 13. März muss Beutler noch offiziell von ihrer Partei nominiert werden. Dies dürfte allerdings eine Formsache sein.

(huy)

Erstellt: 08.03.2018, 16:35 Uhr

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Zur Person

Yvonne Beutler

Yvonne Beutler hat Jahrgang 1973 und ist in Winterthur und Räterschen aufgewachsen. Nach dem Wirtschaftsgymnasium in Winterthur studierte sie Rechtswissenschaften an der Uni Zürich. Mit jungen 30 Jahren wurde sie Friedensrichterin in Winterthur.

Politisch bekannte sie sich schon früh zur SP, sass zwischen 1998 und 2012 im Gemeinderat, 2009 als Präsidentin des Rats und die letzten beiden Jahre als SP-Fraktionschefin. 2012 wurde sie mit knapp 12 000 Stimmen in den Stadtrat gewählt, unterlag aber im Präsidiumswahlkampf Michael Künzle. 2014 folgte die Bestätigung als Stadträtin mit über 16 500 Stimmen.

Beutler hat seit sechs Jahren die Führung des Finanzdepartements inne, sie amtet zudem als Vizepräsidentin des Gremiums. Neben ihrem Job absolviert sie derzeit einen HSG-Studiengang für Führungskräfte. National ist Beutler eine Schlüsselfigur in der reformorientierten Plattform der SP. Die Gruppe versteht sich als Bollwerk gegen den Juso-Einfluss, gemässigte Stimmen sollen in der SP wieder mehr Gewicht erhalten.

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