Winterthur

Blumen und Bäume müssen weichen

Der Frühsommer ist für die Mitarbeitenden von Stadtgrün eine arbeitsreiche Zeit. Aktuell müssen als Folge des Hitzesommers zahlreiche Bäume gefällt werden und bei städtischen Blumenwiesen stehen die nötigen Schnitte an.

Die Sulzerallee ist dank der artenreichen Blumenwiese ein bisschen bunter. Auch weitere Strassen sowie die städtischen Friedhöfe wurden so bereichert.

Die Sulzerallee ist dank der artenreichen Blumenwiese ein bisschen bunter. Auch weitere Strassen sowie die städtischen Friedhöfe wurden so bereichert. Bild: Marc Dahinden

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Manchen Passantinnen und Passanten sind in diesem Jahr die zahlreichen bunten Blumenwiesen im Siedlungsgebiet aufgefallen. Tatsächlich hat Stadtgrün in den vergangenen Jahren bewusst Monokulturen von Rasen und Bodendeckern in artenreiche Blumenwiesen umgewandelt oder hat sie neu angelegt.

Auf rund 50'000 Quadratmetern sind inzwischen blumenreiche Flächen zu finden, beispielsweise entlang der Sulzerallee, der Frauenfelder- oder der St. Gallerstrasse. Laut Beat Kunz, Leiter von Stadtgrün möchte man damit die Biodiversität fördern. «Wir wollen mithelfen, dass nicht immer mehr Insekten- und Vogelarten verschwinden. Die Wiesen bieten nämlich eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Tiere in der Stadt.» Allerdings brauche es viel Zeit, bis solche Blumenwiesen ihre volle Wirkung entwickeln: «Das kann bis zu fünf Jahre dauern.»

Rücksicht auf Verkehr

Zudem sei die Pflege sehr aufwändig. «Man kann die Flächen nicht nach einem fixen Terminplan pflegen. Vielmehr müssen die Mitarbeitenden laufend vor Ort beurteilen, was nötig ist.» Blütenstauden versuche man, abschnittsweise stehen zu lassen. Zudem lasse man das Schnittgut liegen, damit ein Versamen möglich sei. Darüber hinaus gilt es weitere Kriterien zu beachten. So müssen Trottoirs begeh- und befahrbar bleiben und die Verkehrsteilnehmenden sollten stets Blickkontakt herstellen können.

Kunz hofft, dass die Blumenwiesen von Stadtgrün als Inspiration dienen: «Es wäre toll, wenn auch Private solche Flächen schaffen.» Die Zeit der Blumenpracht ist nun aber grösstenteils vorüber. Viele Pflanzen sind verblüht und konnten sich versamen. Deshalb werden laut Kunz nun in dieser Woche viele Flächen geschnitten.

Ebenfalls in den nächsten Tagen muss Stadtgrün verschiedene Bäume fällen. Dies als Folge des Hitzesommers 2018. Schon im letzten Sommer und Herbst mussten einzelne alte, mächtige Bäume nach Ast- und Kronenabbrüchen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Nun zeigen sich auch die Spätfolgen der Trockenheit. Laut Kunz sind an einigen Bäumen viele abgestorbene Äste und Kronenteile sichtbar. Weil das Totholz ein Risiko für Passantinnen und Passanten ist, muss es heruntergeschnitten werden. Betroffen sind vor allem Buchen und Birken.

Käuze behalten Wohnung

Aktuell sind Stadtgrün 25 Bäume bekannt, die weichen müssen. Darunter eine Rotbuche beim Kindergarten Sennhof. Der Baum ist komplett abgestorben und muss aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Allerdings ist bekannt, dass der Stamm regelmässig von Waldkäuzen als Brutstätte genutzt wird. Darauf nimmt Stadtgrün laut Kunz Rücksicht: «Damit die Käuze ihre Wohnung nicht verlieren, wird der Stamm mit der Höhle bis auf weiteres stehen bleiben.»

Weiter sind beispielsweise Bäume auf dem Kirchenhügel Seen betroffen oder auch eine Birke im Stadtgarten. Laut Kunz kann überdies nicht ausgeschlossen werden, dass in den kommenden Wochen noch weitere Bäume weichen müssen.

Erstellt: 17.06.2019, 16:01 Uhr

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