Winterthur

Bopp öffnet Beutlers Millionentopf

Der neue Finanz-Stadtrat Kaspar Bopp (SP) setzt eine Idee seiner Vorgängerin in die Praxis um: Zwei gemeinnützige Wohnbau-Genossenschaften erhalten zinsfreie Darlehen von je vier Millionen Franken.

Im Bau: Das Haus Krokodil, wo die Gesewo investiert.

Im Bau: Das Haus Krokodil, wo die Gesewo investiert. Bild: mad

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Es ist auf den Tag genau acht Jahre her: Am 15. November 2011 lancierten die SP, die Grünen, die AL und die EVP ihre Volksinitiative «für bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum». Zu den Mit-Initiantinnen gehörte damals Gemeinderätin Yvonne Beutler, die spätere SP-Stadträtin.

Nun ist es ihr Nachfolger Kaspar Bopp, der gestern bekannt gab, dass der Stadtrat die ersten Millionenbeträge an zwei Genossenschaften als «Darlehen zur Wohnbauförderung» ausschütte. 10 Millionen Franken stehen dafür zur Verfügung, so hatte es das Stimmvolk vor fünf Jahren gewünscht.

«Die beiden nun bewilligten Gesuche waren die ersten, die eingingen.»Stadtrat Kaspar Bopp,
Finanzvorsteher (SP)

In den Genuss zweier zinsloser Darlehen von je vier Millionen Franken kommen nun die Winterthurer Genossenschaft Gesewo für ihr Projekt «Ein Viertel» in der Lokstadt (ehemals Loki-Areal im Tössfeld) sowie die Zürcher Genossenschaft «mehr als wohnen», die auf dem Kälin-Areal beim Bahnhof Oberwinterthur eine Siedlung mit rund 180 Wohnungen und Gewerbe plant.

Das städtische Darlehen an «mehr als wohnen» soll laut Mitteilung des Stadtrats beim Kauf des Baulandes helfen. Die Genossenschaft hat die 15000 Quadratmeter mit den Hallen des früheren Hobelwerks bereits für 36 Millionen Franken erworben.

Vor dem Abriss: Hallen in Oberi.

Rückzahlen innert 25 Jahren

In einem Reglement, das der Gemeinderat vor einem Jahr verabschiedet hat, steht festgeschrieben, wie diese zinslosen Darlehen zurückzuzahlen sind, die für maximal 25 Jahre gewährt werden. Vom 12. bis und mit dem 19. Jahr müssen die Genossenschaften jährlich fünf Prozent zurückzahlen, vom 20. bis im 25. Jahr sind es jährlich 10 Prozent. Die Idee dahinter: Vor allem in den ersten Jahren sollen dank städtischem Geld die Mieten tiefer gehalten werden können; dieser Effekt wird mit der gestaffelten Rückzahlung stetig geringer.

Für die beiden Genossenschaften, die nun in den Genuss dieser zwei Darlehen kommen, bedeutet das, wenn man von einem Zinssatz von einem Prozent ausgeht, eine Zinsersparnis von 40000 Franken jährlich.

Die ersten zwei Gesuche

Das Interesse der Wohnbaugenossenschaften an den bereitgestellten zehn Millionen Franken hielt sich lange in Grenzen; Anfragen gingen jahrelang keine ein. «Die beiden nun bewilligten Gesuche waren die ersten», bestätigt Stadtrat Kaspar Bopp. Dass es relativ junge Genossenschaften sind, ist auch für Bopp nicht überraschend. Ältere Genossenschaften stehen oft auf einer stabilen Basis, jüngeren könne man mit dieser Förderung helfen, findet Bopp. Das sei richtig so und vom Volk gewünscht.

Die letzten Unterschriften unter die komplizierten Verträge zwischen der Stadt und den Genossenschaften erfolgten offenbar erst in den letzten Tagen. Doch die Vorarbeiten dauerten einige Monate, was bedeutet: Yvonne Beutler hat im Grunde ihre eigene Idee umgesetzt.

Erstellt: 15.11.2019, 17:12 Uhr

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